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Abschiedsspiel mit historischem Charakter

belgien wales

Heute ist Historisches möglich. Wenn am Abend in Lille die beiden Mannschaften aus Belgien und Wales auf dem Rasen im 2. Viertelfinale der Europameisterschaft aufeinander treffen, ist sicher: einer der beiden Landesauswahlen wird den Sprung in das Halbfinale schaffen und damit gleichzeitig Geschichte schreiben. Doch welcher Nation gelingt der Clou?

Veröffentlicht am 01. Juli 2016 von

„Das ist das größte Spiel, das dieses Land seit 1958 hatte.“ – so beschreibt der walisische Cheftrainer Chris Coleman das Viertelfinale zwischen seiner Auswahl aus Wales und der belgischen Nationalelf. 1958 – in diesem Jahr standen die Waliser das letzte und gleichzeitig einzige Mal in einer Endrunde eines internationalen Turniers. Bei der WM in Schweden schafften die „Drachen“ damals den Einzug in das Viertelfinale. Dieses ist ihnen in diesem Jahr bereits gelungen, das Erreichen des Halbfinals wäre somit einmalig in der walisischen Geschichte. Doch auch für die Belgier ist etwas Historisches möglich. Zuletzt spielten die „Roten Teufel“ 1984 in einem Halbfinale einer EM. Nach 32 Jahren soll dieses nun endlich wieder gelingen.

Belgien mit Abwehrproblemen
Bevor Belgien allerdings den Einzug in das Halbfinale feiern kann, müssen sie noch mit einigen Problemen kämpfen. Besonders die Abwehrreihe der „roten Teufel“ bereitet dem Coach Marc Wilmots zunehmend Schwierigkeiten. Nachdem nach dem Achtelfinale fest stand, dass Thomas Vermaelen durch eine Gelbsperre im Viertelfinale nicht einsetzbar ist, folgte beim Abschlusstraining am Donnerstag dann der nächste Schock: Jan Vertonghen verletzte sich schwer und fällt für das restliche Turnier aus. Beim Stoppen des Balls knickte der 29-Jährige um und riss sich zwei Bänder im Sprunggelenk. Nun muss Wilmots nach Alternativen suchen. Favorit auf den Platz von Vermaelen ist der junge Jason Denayer, während Vertonghen vermutlich durch Jordan Lukaku ersetzt wird. Der belgische Trainer zeigt sich aber optimistisch: „Manchmal überraschen die Spieler, die in die Bresche springen müssen. Es ist eine einzigartige Gelegenheit für denjenigen.“ Verlassen kann sich Wilmots hingegen auf den Einsatz von  Eden Hazard. Bei dem starken 4:0 Sieg im Achtelfinale gegen Ungarn schien der Knoten bei belgiens Hoffnung geplatzt zu sein. Mit einem Tor und einem Assist wurde er zum Spieler der Partie. „Ich hoffe wieder auf eine gute Performance“, blickt Hazard auf das anstehende Viertelfinale.

Druck auf Wales
Die Waliser können hingegen in Bestbesetzung auflaufen. Trotzdem lastet Druck auf ihren Schultern. „Wir haben einen fantastischen Druck“, beschreibt Kapitän Ashley Williams die Situation vor der Partie, „wir sind im Viertelfinale. Das ist ein Big Deal.“ Trainer Coleman geht sogar noch einen Schritt weiter:  „a Hell of a Game“, nennt der Coach der „Drachen“ die wichtige Begegnung. Motivation für dieses große Spiel können die Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der Qualifikation sein. Nach einem 0:0 in Belgien konnten die Waliser im Rückspiel mit 1:0 gewinnen. Doch laut Williams „zählt dieses nichts mehr. Nun muss einer ausscheiden.“

Abschiedsspiel
Die Partie am Freitagabend wird auf jeden Fall eins: ein Abschiedsspiel. Einerseits für die Austragungsstätte, denn nach dem Viertelfinale verabschiedet sich das Grand Stade in Lille von der EM. Andererseits aber auch für eine der beiden Mannschaften. Ob Wales oder Belgien – eine Nation muss nach dem heutigen Spiel nach Hause fahren. Die andere kann wiederum Geschichte schreiben. Wer das sein wird? – „Let’s see“, meint Coleman.


Schlagworte: Belgien, EM, Historisches, K.O.-Runde, Viertelfinale, Wales

Artikelinformationen


Datum: 01. Juli 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Isabell Remmers


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