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Kolumne - Schalke 04

Alle Jahre wieder

Der neue Cheftrainer André Breitenreiter durchlebt beim FC Schalke 04 gerade die erste Krise seiner Amtszeit.

Veröffentlicht am 10. November 2015 von

Es hat nicht einmal bis zur Winterpause gedauert und schon ist sie wieder da: die nächste Krise beim FC Schalke 04. Und ein weiteres Mal hat der Club sie ganz von allein ausgelöst. Sportlich hätte der Start in die Saison kaum besser verlaufen können. Erste Pokalrunde überstanden, Zwei Siege in der Europa League und der Platz drei in der Liga. Das war vor etwas mehr als einem Monat. Der neue Coach André Breitenreiter erfreute sich großer Beliebtheit mit seiner jungen erfrischenden Art, die sich offenbar auch positiv auf die Spieler auswirkte. Vor der Saison noch belächelt und als Ersatzlösung betitelt, sahen viele in ihm jetzt den Mann, der endlich für Ruhe und Erfolg auf Schalke sorgen würde.

Doch Schalke wäre nicht Schalke, wenn diese Hoffnung nicht nur von kurzer Dauer wäre. Den ersten Schritt zum Abwärtstrend machten jedoch weder der Trainer noch die Mannschaft. Dem ohnehin dauerhaft in der Kritik stehenden Manager Horst Heldt gelang es, seine Zukunft im Verein zum wichtigsten Schalker Thema in den Medien aufzuschwingen. Ob es das Team nun beeinflusste oder nicht, in jedem Fall sorgten die Äußerungen von Heldt für viel Wirbel um Nichts beim Revierclub. Als das Team dann nach vier Siegen in Folge mal ein paar Spiele nicht gewann, begannen nicht nur die Fans durch ihre Pfiffe gegen das eigene Team eine Krise heraufzubeschwören. André Breitenreiter zeigte in Interviews, dass er ganz offensichtlich der Meinung sei, nach dem SC Paderborn nun einen weiteren Underdog in der Bundesliga zu trainieren, als er die Partien im November gegen Dortmund, Leverkusen und Bayern als „Bonus-Spiele“ betitelte. Natürlich ist Schalke gegen keinen dieser Gegner favorisiert, aber eine Mannschaft, die die Champions League erreichen will, sollte mit einer Kampfansage in enge Spiele gehen anstatt sich selbst zu sagen:“ Es ist ok, wenn wir heute verlieren.“ Zumal es auf Schalke niemals „OK“ ist, ein Derby gegen den BVB zu verlieren.

Aber genau mit dieser Reaktion ging ein Großteil der Mannschaft, allen voran Breitenreiter aus der schmeichelhaften 2:3-Niederlage am Sonntag gegen den BVB. Positiv fiel hingegen Junior Caicara auf. Der Brasilianer, für über 6 Millionen Euro vor der Saison aus Ludogorets gekommen, konnte zwar sportlich noch nicht richtig überzeugen, seine Tränen nach dem verlorenen Derby zeugten aber von Leidenschaft für seinen neuen Club und großer Enttäuschung über das verlorene Spiel. Caicara zeigte, wie man Schalke lebt und wie auch die Fans Schalke leben. Bei Breitenreiter ist dieser Funke noch nicht übergesprungen. Ihm fehlt noch die absolute Identifikation und das Verständnis für den Club und seine Anhänger. Wenn er diese Fähigkeiten nicht bald erlangt endet diese Schalker Krise gleich denen der letzten Jahre. Mit einer Entlassung.


Schlagworte: Bundesliga, Fußball, Schalke 04, Trainer

Artikelinformationen


Datum: 10. November 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Felix Henseler
Korrektur: Jean-Pascal Meiers


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