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Andreas Birnbacher beendet Karriere

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So plötzlich hat wohl niemand damit gerechnet und trotzdem kommt es nicht ganz unerwartet. Andreas Birnbacher verkündet seinen Rücktritt aus dem aktiven Biathlonsport nach dem Ende der WM. Oslo – der Ort an dem alles begann und alles aufhört.

Veröffentlicht am 10. März 2016 von

Ein großartiger Athlet verlässt zum Ende der Weltmeisterschaften die Weltbühne des Biathlons. Andreas Birnbacher verkündete am Dienstag seinen offiziellen Rücktritt aus dem DSV-Team. Glücklich darüber, den Zeitpunkt selbst bestimmen zu können, zeigte sich Birnbacher kämpferisch, was die letzten Rennen seiner Karriere angeht.

(Hildesheim) „Am Sonntag ist meine Karriere definitiv zu Ende“ – mit diesem Statement überraschte Andreas Birnbacher am Dienstag nicht nur deutsche Fans. Wie der Schlechinger bei der Pressekonferenz verkündete, wird sein Start beim Einzel über 20 km sein wohl letztes Weltcuprennen einläuten. „Ich will mein letztes Rennen im Einzel genießen“, so der Deutsche. Doch auch ein Einsatz bei der darauffolgenden Staffel am Samstag, scheint als „Hommage“ der Trainer an ihn nicht unwahrscheinlich.

Das Ende einer einmaligen Karriere

Bereits in jungen Jahren sicherte sich Birnbacher bei Junioren-Weltmeisterschaften oder deutschen Meisterschaften beachtliche Erfolge. Im Jahr 2001 feierte er sein Debüt im Weltcup, konnte jedoch erst zehn Jahre später seine erste Einzel-Goldmedaille gewinnen. Und wie es der Zufall will, ist Oslo, als der Ort seines ersten großen Erfolgs, auch der seines Abtritts. Er selbst beschreibt seine Karriere wie folgt: „Für mich ist meine ganze Karriere rund. Wenn man sich 15 Jahre im deutschen Team durchsetzt, muss man schon was leisten und nach den Niederlagen aufzustehen, war für mich genauso wichtig wie meine Weltcupsiege“.

Viele Jahre war er in der Herrenstaffel gesetzt, brillierte mit zuverlässigen Schiessleistungen und starken Laufzeiten. Ein Mann auf den die Trainer sich verlassen konnten. Doch auch, wenn der Weltcup ihm eine Bühne für sein Können lieferte, konnte er bei Großveranstaltungen wie Olympischen Spielen nicht glänzen. Verletzungspech oder innere Konflikte schienen ihm regelmäßig einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Passage „Bauch sagt zu Kopf ja, doch Kopf sagt zu Bauch nein“, scheint geradezu treffend für diese Situation. Sein WM-Silber 2007 im Massenstart und WM-Gold 2008 mit der Mixed-Staffel zeigen jedoch auch, dass Erfolge nicht ausgeschlossen waren, wenn alles zusammen gepasst hat. Ganz besonders aufgrund dieser Vielfältigkeit, Menschlichkeit, macht sich nun bei vielen Fans Wehmut breit, wenn sie an das Karriereende ihres „Birnei“ am kommenden Sonntag denkt.

Die Familie geht vor

Mit zwei Kindern sei es nicht so einfach, sein Leben egoistisch und sportbezogen auszurichten. Spätestens nach diesen Worten war klar, dass ein Leben ohne Leistungssport für Birnbacher vor allem seinen Familienalltag erleichten würde. Durch das stätige Training, den Wettkampfstress und die Reisen in ferne Länder, konnte die Familie nicht immer an erster Stelle stehen. Um in Zukunft mehr Zeit mit seinen Kinder verbringen zu können, entschied er sich schließlich für einen Rücktritt aus dem aktiven Sport.

Er bleibt uns erhalten

Der Abschied ist besiegelt, doch ein kleiner Lichtblick bleibt. Im Herbst dieses Jahres beginnt er einer Trainerausbildung an der Akademie in Köln. So bleibt er dem Biathlonsport zumindest in dieser Funktion erhalten. Und vielleicht sehen wir ihn bald am Streckenrand stehen, dabei zusehend, eine neue Generation Biathleten an den Weltcup heranzuführen.


Schlagworte: Andreas Birnbacher, Biathlon WM Oslo, Einzelrennen 20km, Herrenstaffel, Karriereende, Sonntag, Wintersport

Artikelinformationen


Datum: 10. März 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marie-Sophie Zieseniß


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