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Tennis

Auf den Spuren von Steffi Graf

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Angelique Kerber steht im olympischen Tennisfinale – als erste deutsche Frau seit Steffi Graf 1992. In ihrem Halbfinale am Freitagabend in Rio konnte sie sich gegen die junge Amerikanerin Madison Keys durchsetzen und sicherte sich somit zumindest schon einmal die Silbermedaille. Am Samstagabend greift sie nach Gold.

Veröffentlicht am 13. August 2016 von

Es ist der sechste Matchball für Angelique Kerber als Madison Keys den Ball mit ihrer Vorhand nur im Netz versenkte. Die deutsche Australien-Open-Gewinnerin sinkt auf die Knie, ballt die Faust. Nur wenig später feiert sie schon den Finaleinzug mit den deutschen Fans im eher spärlich besuchten Center Court in Rio. Mit diesem 2:0 Sieg gegen die Amerikanerin sicherte sich Kerber als erste deutsche Tennisdamen nach Steffi Graf vor 24 Jahren in Barcelona eine olympische Einzel-Medaille, denn mit dem Einzug in das Finale ist der Kielern die Silbermedaille bereits sicher. Doch Kerber will mehr: „Meinen Grand-Slam-Titel habe ich schon in der Tasche, jetzt habe ich die Chance, auch bei Olympia zu gewinnen. Ich werde alles geben, um sie zu nutzen.“

Stockender Beginn
Doch der Weg in das Finale war kein leichter. Die auf Platz neun der Weltrangliste liegende Amerikanerin lieferte sich mit Kerber ein enges Match. Bereits im ersten Satz musste die deutsche Goldhoffnung beim Stand von 2:3 drei Breakbälle abwehren. „Ich habe ein bisschen gebraucht, um meinen Rhythmus zu finden. Auch, weil sie von Anfang an so einen Druck gemacht hat“, erklärt Kerber die Anfangsphase. Doch dann fand sie ihren Rhythmus. Mit sicherem Aufschlagspiel und zwei Breaks gewann die Deutsche den ersten Satz mit 6:3 und hatte das Momentum auf ihrer Seite.

Umkämpfte Partie
Doch im zweiten Satz sollte es noch einmal richtig spannend werden. Während Kerber nur selten ihren ersten Aufschlag durchbringen konnte, fand Keys immer besser in das Spiel. So musste die deutsche Grand-Slam-Siegerin beim Stand von 4:4 abermals drei Breakbälle abwehren. Doch dank kämpferischer Leistung und zwei leichten Fehlern der US-Amerikanerin ging die Deutsche letztendlich mit 5:4 in Führung. Keys machte dieses sichtlich zu schaffen, so dass die Kielerin im folgenden Break mit 40:0 in Führung ging und somit drei Matchbälle zum Finaleinzug hatte. Doch die 21-Jährige Amerikanerin kämpfte sich beeindruckend zurück und konnte auch einen vierten Matchball noch abwehren. „Dass ich das 40:0 nicht genutzt habe, war nicht so schön. Ich habe versucht alles abzuschalten und ruhig zu bleiben“, weiß Kerber nach dem Spiel. Zwar gingen die vier ungenutzten Matchbälle nicht spurlos an der deutschen Weltranglisten zweiten vorbei, dennoch brachte sie ihr Aufschlagspiel durch und erarbeitete sich nach der6:5-Führung im folgenden Break erneute zwei Machtbälle. Und der sechste war dann endlich der entscheidende. Erleichtert blickt die Deutsche nach dem Spiel zurück: „Es war ein sehr hartes Match. Es hätte kippen können und ich bin sehr erleichtert.“

Klarer Favoritin
Die Favoritenrolle, die Kerber bereits nach dem überraschenden Ausscheiden der Weltranglisten ersten Serena Williams zugesprochen wurde, verstärkt sich im Finale nun noch mehr, denn dort trifft die Australien-Open-Siegerin auf die Überraschung aus Puerto Rico. Die Weltranglisten 37. Monica Puig konnte sich, nachdem sie im Viertelfinale bereits die deutsche Laura Siegemund schlagen konnte, im Halbfinale gegen Petra Kvitova aus Tschechien mit 6:4, 1:6 und 6:3 durchsetzen. Doch Kerber weiß Puig nicht zu unterschätzen: „Sie hat einen Lauf.“ Gleichzeitig stellt die Deutsche aber auch klar:“Aber jetzt bin ich da, wovon ich immer geträumt habe, im Olympia-Finale. Jetzt kämpfe ich um Gold.“ Und vielleicht ist es am Samstagabend dann wieder Kerber, die vor Freude auf die Knie sinkt.


Schlagworte: Finale, Halbfinale, Kerber, Olympia, Olympia 2016, Tennis

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Datum: 13. August 2016
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