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Handball

Bad Boys siegen zum Auftakt

Das DHB-Team nach dem Auftaktsieg gegen Schweden

Interessant wurde es für die DHB-Auswahl am Sonntag, 07. August um 16.30 Uhr (Ortszeit 11.30 Uhr), als es zum Auftakt des olympischen Handballturniers der Männer zum Duell mit dem vierfachen Weltmeister Schweden kam. Mit dem Europameistertitel im Gepäck traten die deutschen Handballer die Reise nach Rio de Janeiro an. Gleich zu Beginn also ein richtiger Handball-Brocken in der Future Arena in Rio.

Veröffentlicht am 07. August 2016 von

(Banteln) Als gelungen konnte man den Start der deutschen Handballer in das olympische Turnier noch nicht ansehen, denn bereits nach sechs Minuten lag das Team von Dagur Sigurdsson aufgrund von Ballverlusten und einer frühen Zwei-Minuten-Strafe (nach 31 Sekunden) von Julius Kühn mit 1:4 hinten. Doch die „Bad Boys“ bewiesen Klasse und kamen drei Minuten später durch Rückraumspieler Kühn zum verdienten 5:5-Ausgleich. Für das erste deutsche Olympia-Tor seit acht Jahren sorgte hingegen Paul Drux (03:54).

Deutschland übernimmt das Spielgeschehen

Die anfänglichen Probleme auf deutscher Seite waren beseitigt und sie hatten das Ruder übernommen, doch auf Seiten der Schweden folgte der erste Schock. Der Kieler Rückraumspieler Lukas Nilsson rutschte nach einem Gegenstoß auf einer feuchten Stelle aus und verletzte sich unglücklich am Fuß, sodass die Partie für den 19-Jährigen vorzeitig beendet war. Dem Schock auf der einen Seite folgte der Führungswechsel auf der anderen Seite, als Kapitän Uwe Gensheimer das DHB-Team mit 6:5 erstmals in Front brachte. Doch nicht nur die deutsche Offensive drehte nun auf. Auch die Deckung stand nun stabil und Torwart Andreas Wolff zeigte im DHB-Kasten immer wieder Paraden. Vor allem jedoch Julius Kühn sorgte immer wieder für Gefahr vor dem schwedischen Tor und kam in der ersten Halbzeit zu insgesamt sechs Torerfolgen. Unter den Torschützen auch der eben benannte Keeper Wolff, der in der 23. Minute zu seinem zweiten Länderspieltor kam, als er aus 37 Metern zum 13:11  ins verwaiste Tor der Schweden traf. Bis zur Halbzeit erföhte das Team von Sigurdsson auf einen Drei-Tore-Vorsprung, sodass bis zum Wechsel ein 18:15 auf der Anzeigetafel stand. Nach  mauem Beginn also eine starke Vorstellung des deutschen Teams.

Aufholjagd des Gegners

Wie schon zu Beginn der ersten Hälfte kamen die EM-Helden aus Deutschland auch nach dem Wechsel nur schwer in Fahrt; und das obwohl sie ihren Drei-Tore-Vorsprung noch auf vier Tore erhöht hatten. Nach 40 gespielten Minuten dann der nächste Rückschlag für den deutschen Gegner. Schwedens Kapitän Tobias Karlsson kassierte nach einem Foul die dritte Zwei-Minuten-Strafe und sah folgerichtig die rote Karte, sodass Schweden fortan auf seinen Abwehrchef verzichten musste. Es folgte dennoch die Aufholjagd Schwedens, die nun am Drücker waren. Die Ausbeute der Druckphase war der viermalige schwedische Torerfolg, sodass der Ausgleich feststand (47.). In den Angriffen der Bad Boys gelang kaum noch etwas und jeglich Keeper Wolff war es zu verdanken, dass der Europameister zu diesem Zeitpunkt nicht in Rückstand geriet.

Der unaufhaltbare Reichmann

Infolgedessen spielte sich nun immer mehr ein Mann auf Seiten der Bad Boys in den Mittelpunkt der Schlussphase. Tobias Reichmann blühte bei den folgenden Tempogegenstößen des deutschen Teams regelrecht auf und kam besonders durch seine imense Sprungkraft wiederholend zum Torerfolg. Zum vierten Mal in kürzester Zeit versenkte der deutsche Rechtsaußen den Ball im Kasten des schwedischen Keepers. Er strotzte nur vor Sicherheit und brachte jeden einzelnen Gegenstoß, trotz zwischenzeitlichem Ausgleich Schwedens zum 25:25, immer wieder im Tor unter. In einem richtigen Thriller standen sich nun zwei Handballteams gegenüber, die beide noch um den Sieg spielten. So machte nicht nur Reichmann, sondern auch Wolff im Tor des Europameisters den entscheidenden Unterschied aus. Vier Minuten vor Ende der Partie war der Drei-Tore-Vorsprung dann wieder hergestellt (29:26). Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung in der Offensive und Defensive siegte das Team von Dagur Sigurdsson in einer umkämpften Partie gegen den vierfachen Silbermedaillengewinner Schweden schlussendlich mit 32:29. Bester deutscher Werfer ist mit acht Toren Julius Kühn, der besonders in der erste Hälfte herausstach.

Nach den ersten Punkten bei den Olympischen Spielen will der Europameister nun den nächsten Schritt im Kampf um eine olympische Medaille machen. Übermorgen trifft das Team von Dagur Sigurdsson dann um 16.30 Uhr (Ortszeit 11.30 Uhr) auf Polen.


Das Spiel im Stenogramm:

Schweden: M. Andersson, Appelgren; Gottfridsson (1), K. Andersson, Tollbring (8/8), L. Nilsson, Steinbacken, Karlsson, Jakobsson (5), Petersen (3), Stenmalm (4), Zachrisson (3), A. Nilsson (3), Nielsen (2)

Deutschland: Heinevetter, Wolff (2); Gensheimer (5/2), Lemke (1), Wiencek (2), Reichmann (6), Wiede (4), Pekeler (2), Strobel, Groetzki, Häfner, Kühn (7), Dissinger, Drux (3)

Schiedsrichter: Gjeding/Hansen (DEN)
Zeitstrafen: Schweden 9 / Deutschland 9
Siebenmeter: 7/7:2/2
Spielfilm: 4:1 (6.), 5:6 (11.), 7:9 (16.), 12:15 (25.), 15:18;
17:20 (37.), 21:23 (43.), 25:25 (52.), 27:30 (57.), 29:32.
Zuschauer: ca. 8.000 (Future-Arena, Rio de Janeiro)


Schlagworte: Bad Boys, Deutschland, Kühn, Olympia 2016, Reichmann, Schweden, Wolff

Artikelinformationen


Datum: 07. August 2016
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