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Basketball-EM 2015: Todesgruppe bei Heim-WM

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(Hannover) Die Basketball-Europameisterschaft 2015 (offiziell: EuroBasket 2015) findet vom 5. bis zum 20. September in Deutschland, Frankreich, Lettland und Kroatien statt. Die deutsche Nationalmannschaft möchte ihren Heimvorteil nutzen, um in der mit Abstand schwersten Vorrundengruppe bestehen zu können und das Olympia-Ticket für Rio zu lösen. Der-Renner.eu fasst das Wichtigste für Sie zusammen.

Veröffentlicht am 02. September 2015 von

Eigentlich sollte die Basketball-EM in der Ukraine stattfinden, doch aufgrund der politischen Lage zog sich der Veranstalter zurück. Bei der Neuvergabe bekamen Berlin, Zagreb, Riga, Montpellier und Lille den Zuschlag für die Ausrichtung von Gruppenspielen. Insgesamt 24 Teams stehen sich in jeweils vier Sechser-Gruppen gegenüber. Die vier Gruppenbesten ziehen dann ins Achtelfinale ein. Die K.O.-Spiele werden im französischen Lille ausgetragen.

Deutschland mit internationaler Erfahrung

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft qualifizierte sich als Gruppenzweiter hinter Polen für die Basketball-EM 2015. Sie bestreitet ihre Vorrundenspiele in der „Mercedes-Benz-Arena“ in Berlin. Dabei setzt der Bundestrainer Chris Fleming sein Vertrauen in den folgenden Kader:

Anton Gavel, Paul Zipser (beide Bayern München), Niels Giffey, Alex King (beide Alba Berlin), Robin Benzing (CAI Saragossa/Spanien), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA), Maodo Lo (Columbia University/USA), Tibor Pleiß (Utah Jazz/USA), Heiko Schaffartzik (vereinslos), Dennis Schröder (Atlanta Hawks/USA), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg) und Johannes Voigtmann (Frankfurt Skylines).

Nowitzki geht voran

Eins steht ohne Wenn und Aber fest: Es ist Nowitzkis Team. Einer der besten Basketballer aller Zeiten ist das Herzstück der Mannschaft. Mit seinen 37 Jahren und  seiner Erfahrung will er es noch einmal wissen und den jungen Spieler helfen, sich weiter zu entwickeln. Das betonte auch der ehemalige Nationalmannschaft-Kapitän Steffen Hamann im Gespräch mit zdfsport.de: „Er wird den jungen Spielern noch mehr helfen – und in den entscheidenden Momenten auf dem Feld da sein“.

Damit sind seine NBA-Kollegen Dennis Schröder und Tibor Pleiß gemeint. Der gebürtige Braunschweiger Schröder (21) kann auf seine bisher erfolgreichste NBA-Spielzeit zurückblicken: Mit seinem NBA-Team Atlanta Hawks feierte er neben 19 Siegen in Serie auch den Einzug ins Play-off-Halbfinale, wo er sich den Cleveland Cavaliers mit NBA-Superstar Lebron James mit 0:4 geschlagen geben musste. Doch viel wichtiger ist seine gesamte Entwicklung: Er verdreifachte seinen Punkteschnitt auf 10 Punkte, machte doppelt so viele Rebounds (2) und verteilte doppelt so viele Assists (4). Damit nicht genug. Er könnte der deutsche Star dieser EM werden: Mit seiner Stärke im Eins-gegen-Eins kann er den zweiten oder sogar den dritten Verteidiger regelmäßig binden und so für mehr Spielräume bei seinen Mitspielern sorgen.

Sein Kollege in der Nationalmannschaft, der 25-jährige und 2,18 Meter große Center Tibor Pleiß, spielte die vergangene Season beim europäischen Top-Club FC Barcelona. Durch seine überzeugende Leistung weckte er das Interesse der NBA-Clubs und unterschrieb kurz darauf einen Dreijahresvertrag bei den Utah Jazz. Außerdem ist der Dreier-Spezialist Heiko Schaffartzik nicht zu vergessen. Mit seinen starken 19 Punkten führte er die DBB-Auswahl beim Beko-Basketball-Cup in Hamburg gegen den aktuellen EM-Gruppengegner Türkei zu einem knappen 68:66-Erfolg und damit auch zum gesamten Turniersieg. Seine ungeklärte persönliche Karrieresituation wird für ihn ein zusätzlicher Motivationsfaktor sein.

Schwierige Gruppenphase

Mit Serbien, Spanien und der Türkei erwischten die deutsche Basketballer gleich drei Turniermitfavoriten. Italien und Island machen die Vorrundengruppe B komplett.

Umso wichtiger ist die Auftaktbegegnung gegen den Basketball-Neuling Island. Angesichts der weiteren Gruppengegner ist der Sieg gegen das kleine land mit 320.000 Einwohnern Pflicht! Islands Stärke ist vor allem die Geschlossenheit und einmalige Teamchemie: Die Spieler kennen ihre gegenseitigen Stärken und Schwächen und wie sie diese einsetzen bzw. kompensieren können.

Einen Tag später, am 6. September, wartet schon der erste große Brocken auf das deutsche Team – Serbien. Der amtierende Vizeweltmeister strebt dieses Jahr nach dem ersten EM-Titel. Coach Sasha Djordjevic möchte mit seinem Team an die Erfolgszeiten der ehemaligen Jugoslawen anknüpfen (insgesamt 5 EM-Titel) und auf den europäischen Thron zurückkehren. Mit den Stars Milos Teodosic (CSKA Moskau) und Euroleague-MVP Nemaja Bjelica (Minnesota Timberwolves) haben sie alle Voraussetzungen, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Doch trotz allen Stärken, sollte sich die DBB-Auswahl Mut machen: Während Deutschland mit Island eine leichte Auftaktbegegnung hat, trifft Serbien bereits am ersten Speiltag der EM auf Spanien. Durch eine mögliche Auftaktniederlage ständen die Serben vor dem Spiel gegen Deutschland bereits unter Zugzwang. Mit dem Publikum im Rücken und einer aggressiven Defensive könnten sich Nowitki & Co. in einen Rausch spielen.

Türkei-Partie mit besonderer Brisanz

Ein besonderes Spiel wird zweifellos die Partie gegen die Türkei sein. Das Team vom Bosporus kann durchaus als Wundertüte bezeichnet werden. Die Türkei hat einen Umbruch vollzogen und setzt auf viele junge Spieler, darunter Jungstar Furkan Korkmaz (Anadolu Efes Istanbul) und Cedi Osman (gedraftet von Minnesota Timberwolves und zu den Cleveland Cavaliers ausgeliehen). Die mangelnde internationale Erfahrung und die andauernde Findungsphase kann der deutschen Mannschaft in die Karten spielen.

Im Duell gegen Italien ist Flemings Team allerdings der Außenseiter. Die „Squadra Azzurra“ reist mit der besten Mannschaft seit Jahren an und gehört zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten. Neben den NBA-Profis Marco Belinelli (San Antonio Spurs), Danilo Gallinari (Denver Nuggets) und Andrea Bargnani (Brooklyn Nets) ist auch Kapitän Luigi Datome (Fenerbahce Ulker) mit dabei. Das individuelle Talent kann die bestehenden Defensivprobleme  jederzeit kompensieren. Die Chance für das deutsche Team ruht hierbei vor allem auf dem blitzschnellen Aufbauspieler Dennis Schröder, der gegen die schwerfällige italienische Verteidigung seine Schnelligkeit ausspielen kann.

Im abschließenden Gruppenspiel geht es dann gegen Spanien. Die Spanier müssen dieses Jahr auf die Top-Stars Serge Ibaka (Oklahoma City Thunder) und Marc Gasol (Memphis Grizzlies) verzichten. Doch mit dem älteren Bruder, Pau Gasol (Chichago Bulls) und Spielern wie Reyes (Real Madrid) oder Mirotić (Chichago Bulls) zählt das Team unter Coach Scariolo zu den Top-Favoriten. Gegen den Europameister von 2009 und 2011 war für das DBB-Team in der Vergangenheit nichts zu holen. Sollten die Spanier als Gruppensieger vor dem Aufeinandertreffen bereits feststehen und dabei die Stars schonen, steigen die Chancen für Nowitzki & Co.

Weiterkommen wird zum Kraftakt

Für das Bestehen der Gruppenphase benötigt die deutsche Mannschaft mindestens zwei Siege und möglichst knappe Niederlagen. In der Todesgruppe mit Spanien, Serbien, Türkei und Italien und dem Neuling Island erwarten Flemings Team binnen sechs Tagen fünf harte Tests. Der Platz 7 würde automatisch die Qualifikation für die kommenden Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien) bedeuten.

Der Heimvorteil sollte der DBB-Auswahl den entscheidenden Schub geben und Deutschland (hoffentlich) ins Basketballfieber versetzen.

Hinweis: Alle Vorrundenspielen der DBB-Auswahl werden von der ARD und dem ZDF live übertragen.


Schlagworte: Basketball, DBB, Deutsche Nationalmannschaft, Deutschland, EM

Artikelinformationen


Datum: 02. September 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Petr Kasper
Korrektur: Marvin Sonnemann


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