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Biedermann, Lochte und Co. bitten zum Mitternachtsschmaus

(Photo by Al Bello/Getty Images)

Vor Kurzem erfolgte die Veröffentlichung der fixen Startzeiten für die Schwimmer in Rio. Finalläufe um Mitternacht sind nur eine der gewöhnungsbedürftigen Maßnahmen des IOC. Und das alles nur aufgrund von Geldern, die Seitens der übertragenden Sender kommen?

Veröffentlicht am 29. Februar 2016 von

Geld regiert die Welt – das mussten in jüngster Vergangenheit auch die Wettkampfschwimmer des DSV feststellen. Der Sender NBC hält die Übertragungsrechte der Wettkämpfe, möchte in Amerika zur besten Sendezeit auflaufen. Konsequenz: Finalläufe um Mitternacht.

 

(Hildesheim) Im Blick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro wurden unlängst die offiziellen Startzeiten der Schwimmveranstaltungen veröffentlicht. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass viele der Finalläufe auf 22.00-24.00 Uhr datiert sind. Die Vorläufe hingegen werden bereits in den Mittagsstunden ausgetragen. Ursache: der amerikanische Sender NBC sicherte sich im Voraus der Spiele die Übertragungsrechte. Um optimale Einschaltquoten zu erreichen, sollen die Wettkämpfe mit „Amerikas Besten“ zur „Prime-Time“ geschaltet werden. Die Konsequenz folgt auf dem Fuße. Durch die Zeitverschiebung kommen in Brasilien Startzeiten zustande, die jenseits von „Gut und Böse“ liegen.

 

Dies hatte bereits Ende 2014 bei Bekanntmachung der vorläufigen Pläne für Schlagzeilen gesorgt. „Das ist kontraproduktiv für die europäischen Schwimmer und auch für die Sportart, die in Europa nachts versendet wird“, so Biedermanns Trainer Frank Embacher. Sportbegeisterte Zuschauer, die dieses Spektakel nicht verpassen wollen, müssen sich auf lange Nächte einstellen. Obwohl die Vorläufe in Deutschland zu vorabendlicher Stunde über den Bildschirm laufen, werden die Finals erst um 3.00 Uhr MEZ gestartet. Kaum zu realisieren für diejenigen, die bereits frühmorgens wieder zur Schule oder Arbeit müssen.

 

Jubel, Trubel, Heiterkeit…?

 

Besonders für die Athleten geht eine solche Entscheidung mit negativen Aspekten einher: neue Trainingszeiten, anderer Wettkampfrhythmus. „Die sind es gewohnt morgens sehr früh gegen 6.00 Uhr zu trainieren und abends gegen 18.00 Uhr auch“, merkt Verbandsarzt Dr. Michael Ehnert in einem Interview an. Vom Verband und Coach veranstaltete Trainingswochen sollen Abhilfe schaffen; Bestleistungen bei Nacht gewährleisten. Zudem könne laut Cheftrainer Lambertz mit homöopathischen Mitteln, Ernährungsoptimierung und Lichttherapien gegengesteuert werden. Dass nicht nur die deutschen Teilnehmer Probleme mit dieser Umstellung haben, zeigt das Spezial-Trainingslager der australischen Mannschaft, eingerichtet um den verrückten Wettkampfzeiten gerecht zu werden.

 

Doch auch wenn versucht wird, viele der Probleme im Voraus zu beseitigen, bleibt Eines mit Sicherheit bestehen: Alle Sportler wohnen im selben Olympischen Dorf. Während die Schwimmer gezwungenermaßen erst nach Mitternacht heimkehren können und dementsprechend lange schlafen, stehen Teilnehmer anderer Sportarten  zur Wettkampfvorbereitung bereits um 7.00 Uhr auf. Unruhe, Lärm und Durcheinander scheinen vorprogrammiert. Können unter solchen Bedingungen gute Leistungen zustande kommen? Es bleibt abzuwarten, wie die Betroffenen mit der Situation klar kommen. Fakt ist, dass solche Entscheidungen eigentlich zu Gunsten der Athleten gefällt werden sollten.  Auch, wenn dadurch im Zweifelsfall der wirtschaftliche Aspekt in den Hintergrund gerät.


Schlagworte: Deutschland, Dr. Michael Ehnert, DSV-Starter, Henning Lambertz, Olympia 2016, Rio De Janeiro, Schwimmen, Startzeiten

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Datum: 29. Februar 2016
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