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Fußball

Bundesliga und die USA – Das Land der begrenzten Möglichkeiten

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Fußball und der US-Markt. Eine Sportart die nach neuesten Umfragen auf dem zweiten Platz hinter dem Football steht. Und doch gucken in den USA so viele Leute die Bundesliga wie hierzulande in etwa Bibel TV. Ein Projekt das Maßlos enttäuscht und doch noch Potenzial besitzt für bessere Zeiten.

Veröffentlicht am 27. Juli 2016 von

Wenn in den USA nach der Bundesliga gefragt wird, kommt meist die Antwort „Borussia Mönchengladbach“. Das liegt nicht an den Superstars wie André Hahn, Martin Hinteregger oder Julian Korb, sondern an den Glorreichen 80er und 90er Jahren des Vereins. Damals hatte der Amerikanische Sender PBS, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle, jede Woche eine Stunde Bundesliga im Programm. Doch danach war jahrelang nichts zu sehen vom deutschen Oberhaus im amerikanischen Fernsehen.

Zur Saison 2015/2016 änderte sich dieser Umstand jedoch rigoros und plötzlich konnten ca. 140 Mio. Haushalte die Bundesliga Live im Fernsehen verfolgen. Medienmogul Rupert Murdoch hat mit seinem Fox-Konzern die Übertragungsrechte für den amerikanischen Markt ergattert und erkennt zusammen mit seinen Mitarbeitern den Fußball als „Zukunft des amerikanischen Sports“.

Viel Lärm um nichts

Bei der Produktgestaltung des Senders fehlt es generell an nichts, Studioexperten mit Bundesligaerfahrung, ehemalige deutsche Fußballergrößen, ein großes Rechtepaket und alle Spiele Live übertragen. Doch dem Sender fehlen die Zuschauer. Die als „The Klassiker“ betitelte Begegnung zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund verfolgten gerade einmal 106.000 Zuschauer. Im Vergleich: Das Finale der 20. Staffel des Bachelor guckten mehr als 10 Mio. Amerikaner.

Doch nicht nur das, die deutsche Bundesliga hängt der englischen Premier League um Längen hinterher. Fast die zehnfache Menge an Zuschauern guckten lieber Manchester United gegen Arsenal London anstatt das deutsche Top-Duell, in dem es immerhin noch um die Spannung in der Meisterschaft ging.

Bayer Leverkusen ist das Aushängeschild

Leverkusen auf Platz 1? Für viele Unvorstellbar und doch Realität. Die meisten Zuschauer von Bundesligaspielen ernten die Leverkusener. Nicht für ihr Umschaltspiel oder die Erfolge im Pokal oder der Meisterschaft. Der Erfolg hat einen Namen: Chicharito. Der Mexikaner zieht vor allem die südlichen Einwanderer Amerikas vor die Bildschirme. Aber auch mit diesem Aushängeschild konnte sich die Bundesliga nicht im amerikanischen Fernsehen durchsetzen, sodass Fox sich vorerst entschied zweitklassige Autorennen der Bundesliga vorzuziehen.

Warum schneidet die Bundesliga so schlecht ab?

Deutschland, das Weltmeisterland, das Land mit der wohl stärksten Liga der Welt. Aber nur aus Sicht der Deutschen. Aber warum schauen die Amerikaner so wenig Bundesliga? Zum einen läuft die Bundesliga erst seit diesem Jahr im amerikanischen Fernsehen, zum anderen sind die Anstoßzeiten der Bundesligisten meist zur selben Zeit wie der morgendliche Kirchengang der Amerikaner. Und wenn dann doch mal ein Spiel zu einer christlichen Zeit ausgestrahlt wird, spielen in einer spannenden Partie Stuttgart gegen Darmstadt gegeneinander.

Neuer Hype durch Youngster

Der Sender Fox hat aber noch mindestens vier Jahre Zeit, die Bundesliga mehr zu vermarkten um einen Angriff auf die englische Premier League zu starten. Hilfreich dabei ist bestimmt, ähnlich wie Chicharito, der Dortmunder Youngster Christian Pulisic. Ein 17-jähriger US-Amerikaner der am vergangenem Wochenende den Rekord als jüngster doppelter Bundesligatorschütze für sich einnahm. Nicht nur ein neuer Hype im Lager des BVB, sondern auch auf Seiten der Amerikaner. Stürmer-Legende Landon Donovan scherzte neuerdings schon über Twitter „Mit 17 Jahren hat Christian Pulisic nun schon mehr Bundesliga-Tore als Taylor Twellmann und ich zusammen geschossen“. Beide Spieler haben zusammen keine einzige Bude im Oberhaus gemacht.

Durch solche Personen kann die Bundesliga in Zukunft mehr Zuschauer erreichen und doch bleibt die Frage offen, wie wird Fox die Bundesliga weiter vermarkten und springen die Amerikaner doch noch auf den Bundesligazug auf?


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Datum: 27. Juli 2016
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