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Da ist er wieder.

Hannover. Mindestens einmal im Jahr muss er 24 Stunden lang durch die grüne Hölle gehen, oder besser noch, fahren. Und das auch noch ziemlich schnell, bestenfalls schneller als alle 800 anderen Fahrer, die sich mit ihm diese Tortur antun. Gemeint ist Christian Bollrath, ein Ex-Löhner Vollblut-Racer, der mittlerweile in den USA lebt und dort als

Veröffentlicht am 13. Juli 2015 von

Hannover. Mindestens einmal im Jahr muss er 24 Stunden lang durch die grüne Hölle gehen, oder besser noch, fahren. Und das auch noch ziemlich schnell, bestenfalls schneller als alle 800 anderen Fahrer, die sich mit ihm diese Tortur antun. Gemeint ist Christian Bollrath, ein Ex-Löhner Vollblut-Racer, der mittlerweile in den USA lebt und dort als Geschäftsführer der amerikanischen Hera Lighting L.P. ebenso wie auf den bedeutendsten Rennstrecken seinen Mann steht. Am vergangenen Wochenende startete er beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, dem deutschen Top-Event der Rennsportszene und belegte mit dem Team von Walkenhorst Motorsport aus Melle den 15. Platz im Gesamtklassement. Christian Bollrath: „Mein bisher bestes Ergebnis, der perfekt vorbereitete BMW lief hervorragend.“

Im letzten Jahr startete er noch auf einem Audi R8 LMS ultra, doch ein Kontakt zu Motorsport Walkenhorst brachte den schnellen Löhner dann ins Cockpit des circa 515 PS starken BMW Z4 GT3. „Ich habe mich dort sofort wohl gefühlt, der von Walkenhorst präparierte Z4 GT3 zeigte eine beeindruckende Performance und lief überaus zuverlässig.“

Was er nicht erwähnt: In der Endabrechnung lagen sogar einige Spitzenfahrer der DTM (Deutsche Tourenwagenmeisterschaft) weit hinter ihm. Beim Showdown mit Stars wie Augusto Farfus, Mike Rockenfeller, Marco Wittmann, Martin Tomczyk, Uwe Alzen, Markus Winkelhock oder Bernd Schneider, die mit ihren Teams teilweise auch schon frühzeitig ausschieden, konnte er sich bestens behaupten.

Dennoch galt es zunächst einmal, sich mit den neuen Regeln vertraut zu machen: Auf dem Nürburgring gibt es ab sofort Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 200 bzw. 250 km/h. Ein schwerer Unfall, der sich vor wenigen Wochen mit tödlichem Ausgang für einen Zuschauer an der Quiddelbacher Höhe ereignete, hatte die Veranstalter gezwungen, diese drastischen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Vom Ausgang Hocheichen bis zum Schwedenkreuz gilt Tempo 200 km/h, danach teilweise 250 km/h. Eine weitere Speedzone an der Döttinger Höhe bremst die Fahrer dann noch einmal auf 250 km/h ein. Der sogenannte „Speedlimiter“, der bisher eigentlich nur für die Boxengasse galt, wird auf der Strecke kurz vor dem Speedlimit noch in der Beschleunigungsphase aktiviert, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Ein Tempolimit in einem Hochgeschwindigkeitsrennen, was bisher eigentlich als Anachronismus galt, erwies sich in der Praxis als weit weniger dramatisch. Christian Bollrath nahm es gelassen: „Dann fahren wir halt mit mehr Flügel (Abtrieb, Anm. der Red.), das erhöht die Kurvengeschwindigkeiten.“ In der Tat: Die Rundenzeiten veränderten sich trotz Tempolimit auf dem Ring kaum.

Nach der 24-stündigen Eifel-Hatz auf der Nordschleife, teilweise noch über Betonplatten, über die schon Juan Manuel Fangio bretterte, zeigte sich Christian Bollrath mit seinem 15. Platz sichtlich zufrieden, aber dennoch gezeichnet von den Strapazen: „Ich konnte gerade einmal anderthalb Stunden schlafen.“ Man sah es ihm an. Vom Siegerteam, einem Audi R8 LMS ultra, trennten ihn und das Teams Walkenhorst übrigens nur gut 6 Minuten. Nach 24 Stunden Vollgas am Ring wirklich eine beachtliche Leistung.


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Datum: 13. Juli 2015
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