Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Fußball

Dank Kiyotake – Frontzeck bleibt 96-Trainer!

490118820

(Hannover) Zwar stehen die Niedersachsen auch nach dem siebten Spieltag mit zwei Punkten weiterhin auf dem 18. Tabellenplatz, doch beim 1:1-Remis in Wolfsburg trat Hannover 96 deutlich souveräner auf und tankte neues Selbstvertrauen. Nachdem Bas Dost die Wölfe noch vor dem Halbzeitpfiff in Führung brachte, glich Hiroshi Kiyotake mit einem sehenswerten Treffer zum 1:1 Endstand aus.

Veröffentlicht am 27. September 2015 von

Für 96-Trainer Michael Frontzeck war die Partie beim Nachbarn in Wolfsburg schon eine Art Entscheidungsspiel. Gegenüber der „Neuen Presse“ erklärte 96-Präsident Martin Kind zwar, dass Frontzeck auf der Bank sitzen werde, er aber gleichzeitig wenig Hoffnung habe und die Leistungsstruktur der Mannschaft unzureichend sei.  Zuvor hatte Frontzeck mit seiner Mannschaft lediglich einen Punkt aus sechs Spielen geholt, schon nach der Niederlage in Augsburg stand damit der schlechteste Saisonstart in der 96-Vereinsgeschichte fest.

Ein 1:1 bringt Erleichterung

Nachdem die Roten dann auch noch das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mit 1:3 verloren, war es für Frontzeck klar, dass seine Mannschaft in Wolfsburg nicht verlieren darf. Umso größer war die Erleichterung in den 96-Gesichtern nach dem Punktgewinn beim Vfl, auch wenn die Hannoveraner weiterhin das Schlusslicht der Tabelle sind. Daher bleibt die Lage angespannt. Frontzeck erklärte, dass er und seine Mannschaft es schaffen müssten, drei Punkte zu holen und das so schnell wie möglich. Zuvor soll der Trainer laut BILD-Informationen vereinsintern scharf kritisiert worden sein und Kind und gab gegenüber dem NDR zu: ‚‚Es gibt etliche Fehler. Inwieweit ich die alle selbst zu verantworten habe, ist zu diskutieren. Aber ich trage die Gesamtverantwortung.‘‘ Letztendlich kann sich 96-Trainer Michael Frontzeck jedoch bei seiner Mannschaft bedanken, dass er noch im Amt ist, da sie viel Moral bewies und völlig verändert auftrat. Hinten ließen die Niedersachsen dem Vfl wenig Raum zur Entfaltung, die Schaltzentrale in der Offensive ist Kiyotake, der so gut wie jeden Angriff einleitet. An der Kampfbereitschaft des Teams und dem Jubel nach Abpfiff war deutlich zu erkennen, dass die Niedersachsen voll hinter ihrem Trainer stehen.

Wie geht es  weiter?

Vereinsboss Martin Kind bestätigte gegenüber BILD: „Michael Frontzeck bleibt Trainer von Hannover 96 und sitzt auch gegen Werder Bremen auf der Bank.“ Die Bremer verloren zuletzt mit 0:3 gegen Bayer Leverkusen und  stehen auf dem 13. Tabellenplatz, haben jedoch schon fünf Punkte mehr gesammelt als die Niedersachsen zum jetzigen Zeitpunkt. Zudem ist Bremen nicht gerade ein Lieblingsgegner der Roten. In 73 Aufeinandertreffen siegten die Hanseaten 41 Mal, die Niedersachsen hingegen nur 13 Mal, hinzu kommen 19 Remis. Außerdem gewannen die 96er das letzte Mal gegen Bremen am 15. September 2012 (damals mit 3:2). Frontzeck muss also schauen, wie er seine Mannschaft gegen Bremen einstellt, um nicht nur einen Erfolg gegen Bremen einzufahren, sondern auch um seinen Job zu retten.

Kraft im Kloster wiederfinden?

Dafür ergreift der 96-Trainer ungewöhnliche Maßnahmen und fährt mit seiner Mannschaft ins Kurztrainingslager. Mittwoch reist die Mannschaft in das ihnen bereits bekannte Hotel „Residenz Klosterpforte“ nach Harsewinkel-Marienfeld bei Gütersloh. Frontzeck erklärte, dass dies eine kurzfristige Entscheidung sei und man nicht versuche göttlichen Beistand zu suchen. Man wolle die drei Tage nutzen, weil danach die Nationalspieler fehlen würden und Samstag ein sehr wichtiges Spiel sei. Dennoch eine kuriose Geschichte, da Mannschaften meist erst zu Saisonende mitten im Abstiegskampf ein Kurztrainingslager zur Rettung in Betracht ziehen. Trotz vorheriger Kritik spricht 96-Klubchef Martin Kind Trainer und Mannschaft Mut zu: „Ich freue mich für den Trainer. Michael Frontzeck hat immer einen sehr guten Eindruck gemacht. Er ist stabil und sehr belastbar.“ Außerdem sagte Kind, dass die Leistung in Wolfsburg gezeigt habe, dass die Mannschaft Moral und Charakter hat und sie Herausforderungen annimmt. Es sei ein schwieriger Findungsprozess, der auch noch nicht abgeschlossen sei mit dem 1:1. Es werde noch Zeit brauchen, um die notwendige Stabilität zu erreichen. Aber ein Unentschieden in Wolfsburg sei eine Super-Leistung.“

Klar sollte jedoch sein, dass auch die Bremer nach drei sieglosen Partien auf einen Sieg brennen. Die Niedersachsen sollten eine ähnlich desolate Leistung wie in Augsburg oder gegen Stuttgart vermeiden. Mit drei Punkten beim Derby gegen Bremen könnte Hannover 96 nicht nur sich selbst und dem Trainer Luft verschaffen, sondern endlich auch die eigene Negativserie beenden.


Schlagworte: 96, Bundesliga, Die Roten, Hannover 96, Michael Frontzeck, VfL Wolfsburg, Werder Bremen

Artikelinformationen


Datum: 27. September 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Timon Messerschmidt
Korrektur: Marvin Sonnemann


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi