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Sportlerportrait

Danke Ludger!

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Ausnahmesportler Ludger Beerbaum beendet nach über 30 hocherfolgreichen Jahren seine Karriere im deutschen Nationalteam. Zeit, um zurückzublicken auf seine bewegten Jahre im Pferdesport.

Veröffentlicht am 26. September 2016 von

(Hannover) Ludger Beerbaum. Um diesen Namen zu kennen muss man kein Reitsportkenner, kein Pferdebegeisterter sein. Er ist wohl der deutsche Reiter. Das Idol der Springreiterwelt. Doch nun sagt Ludger nach seinem sagenhaften 134. Preis der Nationen auf Wiedersehen und verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand.

Unglaubliche Erfolge

Sportlerkarrieren im Pferdesport dauern zumeist etwas länger als in anderen Leistungssportarten. Und dass das so ist, darüber freute sich eine ganze Reiternation. Ludger Beerbaum war unglaubliche 30 Jahre Teil der deutschen Nationalmannschaft. 1985 hat Beerbaum seinen ersten Preis der Nationen bestritten. Er ist damals 22 Jahre jung. 1988 wird er schon Team-Olympiasieger von Seoul, vier Jahre später gewann er Einzelgold bei den Olympischen Spielen in Barcelona. Bis auf London 2012 war er Teilnehmer aller Sommerspiele, gewann fünf olympische Medaillen, viermal in der Farbe Gold. Und damit nicht genug: Beerbaum war Weltmeister im Einzel und in der Mannschaft, sammelte sechs Titel bei Europameisterschaften, war Erster der Weltrangliste… Und das ist nur ein Auszug seiner Erfolge.

Noch ein letztes Mal in Barcelona

In Rio de Janeiro, mit nunmehr 53 Jahren, hat er noch einmal die Bronzemedaille im Team errungen, es wird seine letzte gewesen sein, er erklärte direkt danach, dass er zum Ende dieser Saison zurücktritt. Und wie es das Schicksal wollte, findet sein letzter Preis der Nationen gerade dort statt, wo er vor 24 Jahren seinen größten Triumph feiern durfte: In Barcelona, als er mit seinem Pferd „Classic Touch“ zu Olympiagold ritt.

Ludgers Legenden

„Classic Touch“ ist eines der legendären Pferde gewesen, die Beerbaum durch die Parcours dieser Welt befördert haben. „Ratina Z“ war sein bestes und berühmtestes, mit ihm wurde Beerbaum Team-Olympiasieger, Welt- und Europameister. Es gab Mitte der Neunzigerjahre wohl auf der ganzen Welt keine bessere Kombination als Beerbaum und „Ratina Z“.

Bissiges Pony als erste Pferdeerfahrung

Doch so glatt lief es mit Beerbaum und den Pferden nicht immer, mit acht Jahren bekommt der kleine Ludger ein eigenes Pony geschenkt. Dieses beißt ihn postwendend in den Arm und verletzt ihn schwer. Danach ist klar: Das mit den Pferden ist wohl nicht seine Welt.

Potente Sponsoren

Zum Glück hat er es sich dann doch noch einmal anders überlegt. Früh geriet er unter die Fittiche Paul Schockemöhles, der zum Reitsport ungefähr so steht, wie der Motor zum Auto. Beerbaum kann sich so schnell zu einem des besten Reiter Deutschlands entwickeln. 1989 erfolgt der Bruch mit Schockemöhle, ein einfacher Sportler ist Beerbaum nicht. Doch er versteht sich zu vernetzen, so wird er zunächst durch den Fleischgroßhändler Moksel gefördert, später reitet er mit dem Mäzenat Dietrich Schulzes und Madeleine Winter-Schulzes.

Dopingaffäre befleckt das Image

Doch weiß war die Weste des Sportlers bei Weitem nicht immer. 2004 in Athen fällt auf, dass er seinem Pferd verbotene Substanzen verabreicht hat. Ironischerweise trug der Vierbeiner den Namen „Goldfever“. Es sei nie seine Absicht gewesen, die Leistung des Pferdes zu manipulieren, er habe es mit einer Salbe behandelt, die den Stoff Betamethason enthielt, beteuerte der Reiter. Dennoch musste die deutsche Equipe ihr olympisches Gold zurückgeben. Dem Image Beerbaums hat das Kratzer verpasst. Als er in einem „FAZ“-Interview 2009 zudem sagte: „In der Vergangenheit hatte ich die Haltung: Erlaubt ist, was nicht gefunden wird“, wurde er danach zeitweilig aus dem Nationalteam suspendiert.

Zukunftspläne

Beerbaum, ganz der bescheidene Westfale, sagt heute mit Rückblick auf seine lange Karriere: „Ich bin mit mir im Reinen. Es lief mal gut und mal schlecht, aber unterm Strich hat es das Schicksal mit mir gut gemeint.“ Künftig wird Beerbaum seinen Schwerpunkt auf die Arbeit in seinem Reitsportzentrum in Riesenbeck legen, zudem ist er noch Präsident der Welt-Pferdesport-Akademie, die darum wirbt, das Springreiten auch in den Gegenden der Welt populär zu machen, wo es bisher noch nicht so intensiv betrieben wird.


Schlagworte: Doping, Ludger Beerbaum, Ratina Z, Showjumping, Springen

Artikelinformationen


Datum: 26. September 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Maya de Wall


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