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Das Davis-Cup Team in der Bredouille: Gelingt der Klassenerhalt?

Der DTB befindet sich momentan in einer misslichen Lage. Nachdem Deutschland die Auftaktpartie der Davis-Cup Saison 2016 gegen Tschechien bekanntermaßen knapp mit 2:3 verloren hat, will man am kommenden Wochenende den Klassenerhalt in der Weltgruppe fixieren. Der Gegner lautet Polen, gespielt wird in Berlin. Eigentlich keine schlechte Ausgangslage. Doch jetzt kamen nach und nach die Absagen der Führungsspieler und Unruhen machten sich breit.

Veröffentlicht am 15. September 2016 von

Setzt man sich mit dem Konzept des Davis-Cups auseinander, ist es recht schnell zu verstehen. Die jeweiligen Verbände der Tennisnationen sammeln jedes Jahr ihre besten Spieler und treten gegen andere Nationen an. Gespielt werden dann jeweils vier Einzel und ein Doppel, wobei die Mannschaft gewinnt, die als erstes drei Siege aus den Matches vorweisen kann. Gewinnt eine Mannschaft bereits die ersten beiden Einzel und das Doppel, sind die restlichen Matches belanglos. Der DTB befindet sich zur Zeit in der sogenannten Weltgruppe, der höchsten Kategorie. Anders als bei den Turnieren von anderen internationalen Sportarten ist hier der erste Spieltag gleich von besonderer Bedeutung, denn er entscheidet darüber, welche Nation weiterhin im Rennen um den Davis-Cup bleibt und welche Nation am Ende um den Klassenerhalt kämpfen muss.

Spiel gegen Tschechien verloren

Das Wochenende um den 4. bis 6. März diesen Jahres, bildet den Ursprung der gegenwärtigen Situation. Damals traf die deutsche Auswahl in Hannover mit Tschechien auf den Sieger des Davis-Cups der Jahre 2013 und 2014. Natürlich waren die Osteuropäer somit der Favorit. Doch der DTB hatte Ambitionen und rückte mit der besten Auswahl an, die Deutschland’s Tennis zu bieten hat. Routinier Philipp Kohlschreiber, der sich seit Jahren in der erweiterten Weltspitze hält und Alexander Zverev, die große deutsche Tennishoffnung, sollten es in den Einzeln richten. Mit Dustin Brown und Philipp Petzschner kamen zwei weitere konstante Spieler ins Team.

Nach großem Kampf verlor die deutsche Mannschaft allerdings gegen die favorisierten Tschechen, mit einem Gesamtergebnis von 2:3. Somit ist es nun wichtig, dass die Relegation für die Weltgruppe vom 16. bis 18. September gelingt. Gegen Polen geht die Auswahl von Teamchef Michael Kohlmann als haushoher Favorit ins Rennen, unter anderem weil die polnische Mannschaft auf ihren Spieler Nummer 1, Jerzy Janowicz verzichten mussn und von den Ersatzkräften kein einziger Spieler in den Top 200 der Welt vertreten ist.

Absagenflut und Streitigkeiten

Aber nicht nur bei den Polen gab es Ausfälle. Auch das deutsche Davis-Cup Team hat mit Absagen zu kämpfen. Die Stütze der letzten Jahre, Philipp Kohlschreiber, laboriert für die nächste Zeit noch an einer Stressfraktur am Fuß. Der 19-Jährige Alexander Zverev sagte ebenfalls ab. Der Grund lautete schlicht und einfach Erholung, er sei überspielt. Somit fehlen bereits Deuschland’s Nummer 1 und 2. Die eigentlich geplanten Ersatzkräfte sagten ebenfalls ab. Dustin Brown, Mischa Zverev (Alexander’s älterer Bruder) und Tobias Kamke spielen an diesen Tagen Challenger Turniere in anderen Ländern. Eine Verhaltensweise, die gerade bei DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff für Empörung sorgt. Der DTB reagierte umgehend auf diese Absagen und suspendierte die drei Spieler für die nächste Davis-Cup Saison. Als Begründung nannte Hordorff: „Wir wollen Spieler, die sich ganz mit dem DTB-Team identifizieren.“

Dustin Brown, der sich bereits im Vorfeld eine Auseinandersetzung mit Michael Kohlmann geliefert hatte, reagierte ebenfalls prompt: „Wenn ich nicht 100 Prozent fit bin und beim Challenger verliere, ist das mein persönliches Risiko. Wenn ich aber beim Davis-Cup antrete, könnte Deutschland verlieren. Darüber hinaus sollte der DTB den Ball besser flach halten, ohne jegliche Förderung meiner Person früher oder heute.“ Streitigkeiten, zu denen es vor einer äußerst wichtigen Davis-Cup Partie nicht kommen sollte.

Mit einem Rumpfteam ins Wochenende

Nach den ganzen Absagen und Suspendierungen geht Deutschland nicht mit gewohnter Stärke in dieses Aufeinandertreffen. Den Anfang macht am Freitag der Weltranglisten 67. Jan-Lennard Struff. Das zweite Einzel bestreitet Florian Mayer, der dieses Jahr sensationell das ATP-Turnier in Halle gewonnen hat. Für das Doppel am Samstag sind Daniel Brands und Florian Masur gemeldet. Brands arbeitet sich gerade erst nach der Erkrankung am Pfeiffer-Drüsenfieber Stück für Stück in der Weltrangliste empor. Teamchef Kohlmann sieht hingegen keinen Grund zur Beunruhigung: „Wir müssen uns nicht verstecken. In den vier Einzelpartien sind wir auf jeden Fall Favorit.“ Auch im Head-to-Head Vergleich führt Deutschland mit 2:1. Hoffen wir, dass das deutsche Team seine Führung am Wochenende ausbauen kann.


Schlagworte: 2016, Berlin, davis cup, Deutschland, Polen

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Datum: 15. September 2016
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