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Das EM-Märchen der „Wikinger“

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Ganz Europa entwickelte Sympathien für das Land der „Wikinger“, das sich bei der EM in Frankreich überraschend bis ins Viertelfinale durchgerungen hatte. Zum ersten Mal überhaupt nahm die Insel aus dem Norden an einer Endrunde einer Fußball-Europameisterschaft teil und zog direkt in die Fußball-Geschichtsbücher ein.

Veröffentlicht am 04. Juli 2016 von

(Banteln) Spätestens nach der Sensation im Viertelfinale gegen England hatten sich die Isländer in die Herzen der EM-Zuschauer gespielt. In Frankreich erkannte man sie an den wilden Bärten und den gehörnten Plastikhelmen. Neben Wales waren sie das Überraschungsteam der Europeisterschaft 2016. Sie schlugen Österreich und England und mussten während der gesamten EM nur eine Niederlage – im Viertelfinale gegen Frankreich – verschmerzen; die dann natürlich umso bitterer war. Der sensationelle Auftritt des Teams von Lars Lagerbäck sorgte nicht nur bei den eigenen Fans in Island für Gesprächsstoff, denn in ganz Europa sammelte die Mannschaft Sympathien. Doch nach der Niederlage im Viertelfinale gegen den Gastgeber aus Frankreich war die überraschende und wunderbare Reise der Wikinger zuende.

Die märchenhafte Geschichte Islands

Schon die erstmalige Qualifikation zu einer Endrunde war für das Land Island eine Überraschung. Sie hatten dafür gesorgt, dass die Niederlande die EM nur vor dem heimischen Fernsehen verfolgten. Die Euphorie der Fans schwappte auf das gesamte Team der „Wikinger“ über und auch vor Ort in Frankreich war viel los, denn niemand wollte das EM-Märchen des eigenen Teams verpassen. 20.000 Isländer wollten das nächste Kapitel zusammen mit ihrem Team schreiben. Zu dem Zeitpunkt war das Fußballwunder, welches auf der ganzen Welt gefeiert wurde, bereits erfolgt. Im Achtelfinale gegen England schrieben die „Wikinger“ Geschichte und wollten dann natürlich nachlegen. Trotz Moral und zweier Tore reichte es im Viertelfinale gegen den EM-Gastgeber Frankreich jedoch nicht und die märchenhafte EM-Reise war für das Team von Lars Lagerbäck beendet. Trotz allem waren die isländischen Fans stolz auf ihr Team und feierten es auch nach der Niederlage noch, als hätten sie gerade die nächste Sensation perfekt gemacht.

Ein lautes „Hu!“ zum Abschied

Während die Franzosen auf der anderen Seite des Stadions ihren Halbfinaleinzug feierten, gehörte die größte Aufmerksamkeit des Abends den Isländern. Das „Hu!“, welches die isländischen Fans mit ihrem Team bereits nach dem überraschenden Sieg gegen England im Viertelfinale anstimmten, klang auch am gestrigen Abend lange nach Abpfiff noch im Pariser Stade de France. Mit erhobenen Armen klatschten Zigtausend Isländer synchron ihren Anfeuerungsruf in immer kürzeren Abständen. Dieser klang bereits während des Spiels das ein oder andere Mal an. Die Fans feierten ihr Team, obwohl seit einigen Minuten feststand, dass sie im Viertelfinale ausgeschieden waren. Das isländische Team spielte sich während der EM in die Herzen der Zuschauer und spätestens nach dem Überraschungssieg gegen England war klar, dass sich die „Wikinger“ mit diesem EM-Märchen in die Geschichtsbücher eintrugen.

Eine ganze Nation im Fußballfieber

Nicht nur wegen des Schlachtrufs der Wikinger, der jedes Spiel zu einem Heimspiel der Isländer machte, schlossen viele EM-Zuschauer dieses Team in ihr Herzen und drückten ihnen im Viertelfinale gegen den Gastgeber Frankreich die Daumen. Doch das erneute Wunder blieb aus und die Fans sorgten, zusammen mit dem Team, für eine sensationelle Geschichte.

Doch nicht nur auf Seiten der Fans sorgte das isländische Team für Furore. Bereits nach dem Sieg in der Vorrunde gegen Österreich brachte die emotional geladenste Berichterstattung der gesamten EM den TV-Reporter Gudmundur Benediktsson, auch als Gummi Ben bekannt, in die Schlagzeilen; denn die ekstatischen Schreie des isländischen Kult-Reporters wird – genau wie die Geschichte der Isländer auf dem Rasen – nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Die Helden aus dem Land der Wikinger

Doch wer waren überhaupt diese Boys, die nicht nur ihr eigenes Land, sondern auch die ganze Welt in Euphorie versetzten? Hannes Halldórsson. Gylfi Sigurdsson. Birkir Bjarnason. Aron Gunnarsson. Kolbeinn Sigthórsson. Eidur Gudjohnsen. Dies alles sind Namen aus dem isländischen Team, die auch lange nach der EM noch in den Köpfen der Fans hängenbleiben. Die Reaktionen aus dem Netz zeugten nicht nur kurz nach Abpfiff des Viertelfinals für Respekt und Anerkennung. Trotz der Niederlage feierte das Netz auch nach dem 2:5 gegen Frankreich das isländische Team und lobte indes auch die Fans der „Wikinger“. Denn sie waren es, die in wenigen Tagen die Herzen der Fußballfans eroberten. Der Respekt vor der Leistung der Isländer ist enorm. Viele Profifußballer oder weltweit bekannte Personen des öffentlichen Interesses zollten dem Team von Lars Lagerbäck nach dem Aus Hochachtung. Wir haben also zu danken für ein tolles Turnier, liebe Isländer.


Ende nach dem Höhepunkt der Karriere

Für den isländischen Nationaltrainer Lars Lagerbäck, der 2011 zum Cheftrainer der „Wikinger“ berufen wurde, ist nach dem EM-Märchen seines Teams nun Schluss. Er übergibt das Traineramt an seinen Assistenten Heimir Hallgrímsson, der fortan für weitere sensationelle Fußballgeschichten aus dem Land der Wikinger sorgen soll. Der gelernte Zahnarzt war bereits seit 2013 zusammen mit Lagerbäck Trainer der Isländer, sodass er nun das alleinige Amt als Trainer ausführen wird.


Schlagworte: EM 2016, Hallgrímsson, Island, Lagerbäck, Märchen, Wikinger

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Datum: 04. Juli 2016
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