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Das verloren geglaubte Lächeln kehrt zurück

Quelle: gettyimages

Das bisherige Rennwochenende musste Rosberg fast ausschließlich hinter Kollege Hamilton herfahren. Die letzten Ergebnisse waren auch nicht gut aus Sicht Rosbergs, aber im Qualifying konnte er seine ganze Klasse zeigen und setzte sich weit von der 44 ab. Jetzt muss er nur noch sein Können im Rennen wieder unter Beweis stellen.

Veröffentlicht am 21. Juni 2016 von

Mit einem Grand Slam vergoldet Nico Rosberg das Rennwochenende in Baku. Im Land des Feuers deklassiert der Deutsche die Konkurrenz und lässt sich auch nicht durch Probleme an seinem Boliden aufhalten. Anders als Hamilton, der mit der Technik echte Probleme hat. Vettel schafft mit Ferrari einen versöhnlichen Abschluss aufs Podium, welches vom Mexikaner Perez komplettiert wird.
(Hannover) Der Grad Prix von Europa in Aserbaidschan versprach viel Action. Im GP2 Rennen, welches vorher stattfand, gab es viele Crashs und Fahrfehler. Nicht selten endeten diese in den engen und spärlich gesäten Notausgängen. Das Qualifying der Formel 1 am Vortag hat auch schon gezeigt wie viel Konzentration den Fahrern während einer Runde abverlangt wird. So wurde vor dem Rennen nur spekuliert wann und wie oft das Safety-Car ausrücken muss. Doch schon am Start sollte sich zeigen, dass all die Sorgen unbegründet waren. Bis auf kleine Berührungen im hinteren Fahrerfeld, sollte es keine weiteren Crashs im Renen geben. Gewinner des Starts war der Frontmann Nico Rosberg, der sich schnell seiner Kontrahenten entledigen konnte und einen komfortablen Vorsprung herausfuhr.

Nicht einmal mit einem Stop wollte die Führung wechseln

Hinter dem Führenden sollte es spannender zugehen. Die Ferraristi mussten nur bis Runde sechs warten, bis es das erste Mal Grund zum Jubeln gab. Auf der langen Gerade konnte der Ferrari von Sebastian Vettel den Red Bull von Ricciardo mit Hilfe von DRS und Windschatten passieren. Dahinter versuchte Sergio Perez den zweiten Ferrari von Räikkönen immer wieder unter Druck zu setzen. Der strafversetzte Mexikaner zeigte schon im Qualifying, dass mit ihm zu rechnen ist, als er die zweitbeste Zeit fuhr. Hamilton wiederum hatte so seine Probleme, nicht zuletzt durch seine abgefahrenen Reifen. Diese hatte sich der Brite in der Qualifikation arg beschädigt und mehrere Bremsflächen reingefahren. Während nach und nach immer mehr Fahrer die Reifen wechselten fuhr Rosberg vorne mit den immer älter werdenden Gummis weiter Bestzeiten und konnte seinen Stopp so weiter rauszögern. Dies war auch ein Grund dafür, dass nicht einmal nach seinem einzigen Boxenstopp die Führung wechselte.

„Ich war sehr sehr überrascht das kein Safety-Car kam“

Über das Rennen verteilt sollte es ausschließlich bei technischen Ausfällen bleiben. Das erstaunte und erfreute vor allem Nico Rosberg wie er anschließend in der Pressekonferenz verriet: „Ich habe es jeden Moment erwartet und vor mir beim Überrunden riesige Duelle gesehen. Da war ich mir sicher gleich kommt es.“ Diesen Vorteil des nicht Rauskommen des Safety-Car erleichterte Rosberg das Rennen schlussendlich erheblich, konnte er seinen Vorsprung dadurch konstant halten. Doch auch im Mercedes-Team sollte es Probleme geben die den Fahrern, allen voran Hamilton, Sorge bereiteten. Der Brite monierte gegen Mitte des Rennens einen Leistungsabfall seines Wagens, was er auch über Teamfunk kundtat. Durch den eingeschränkten Boxenfunk durften die Ingenieure Hamilton jedoch keine Hinweise geben, wie das Problem zu lösen sei.

„Es blinkt immer und macht nicht das, was es soll“

„Ich fange jetzt an alles zu verstellen“, war Hamiltons Antwort auf die Nicht-Reaktion seiner Box. Wovon ihm diese aber abriet. Nach einiger Zeit aber sollte die 44 die Probleme in den Griff kriegen. Rosberg, der später gestand das gleiche Problem gehabt zu haben, gab nach einigen Angriffen Hamiltons auf seine Person einen Einblick in die Teamatmosphäre. „Mit der richtigen Schalterkombination war das Problem leicht zu lösen.“ Ein Seitenhieb auf Hamilton, der zwar als Racer gilt, aber wenig technisches Verständnis mitbringen soll.

Perez fährt zweites Mal hintereinander auf Podium

Im Schlussspurt zeigte sich Sergio Perez im Force India in beeindruckender Form. Am Ende sollte er, wegen einer Fünf-Sekundenstrafe gegen Räikkönen, sicher auf dem Podium stehen. Doch dieser Hilfe wollte sich der Mexikaner gar nicht erst bedienen. In der letzten Runde setzte er zum Überholmanöver an und kassierte den Finnen überlegen. Zum ersten Mal in seiner Karriere gelang dem Mann aus Mexiko damit an zwei aufeinander folgenden Rennen eine Platzierung auf dem Podest. Diesen Triumph überragte beim Rennen in der Stadt des Windes nur noch Nico Rosberg. Mit einem in der Formel 1 seltenen Grand Slam, aus Startplatz eins, schnellster Rennrunde, Sieg und Führung in jeder Runde, setzte der Deutsche ein deutliches Ausrufezeichen an die Konkurrenz. Das nächste Rennen in Spielberg soll dann nur ein weiterer Zwischenschritt sein, auf dem steinigen Weg, zum Weltmeistertitel.
Vorläufiges Endergebnis:
1. Nico Rosberg (1:32:52.366 Std), 2. Vettel (+ 0:16.696), 3. Perez (+ 0:25.241), 4. Räikkönen (0:33.102 incl. 5 Sekundenstrafe), 5. Hamilton (+ 0:56.335), 6. Bottas (+ 1:00.886), 7. Ricciardo (+ 1:09.229), 8. Verstappen (+ 1:10.696), 9. Hülkenberg (+ 1:17.708), 10. Massa (+ 1:25.375), 11. Button (+ 1:44.817), 12. Nasr (+ 1.Runde), 13. Grosjean (+ 1.Runde), 14. Magnussen (+ 1. Runde), 15. Palmer (+ 1. Runde), 16. Gutierrez (+ 1. Runde), 17. Ericsson (+ 1. Runde), 18. Haryanto (+ 1. Runde), 19. Alsonso (Ausfall / Getriebe), 20. Wehrlein (Ausfall / Bremsen), 21. Sainz jr. (Ausfall / Aufhängung), 22. Kvyat (Ausfall / Aufhängung)

Fahrerwertung nach 8 von 21 Rennen:
1. Rosberg 141 Punkte, 2. Hamilton 117 Punkte, 3. Vettel 96 Punkte, 4. Räikkönen 81 Punkte, 5. Ricciardo 78 Punkte, 6. Verstappen 54 Punkte, 7. Bottas 52 Punkte, 8. Perez 39 Punkte, 9. Massa 38 Punkte, 10. Kvyat 22 Punkte, 11. Grosjean 22 Punkte, 12. Hülkenberg 20 Punkte, 13. Alonso 18 Punkte, 14. Sainz jr. 18 Punkte, 15. Magnussen 6 Punkte, 16. Button 5 Punkte, 17. Vandoorne 1 Punkt


Schlagworte: Aserbaidschan Grand Prix 2016, Baku, Formel 1, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Rennen, Sebastian Vettel, Sergio Perez

Artikelinformationen


Datum: 21. Juni 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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