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Der Abgrund kommt für den VfB immer näher

Gettyimages

Nur noch zwei Punkte vor dem Relegationsplatz, genau zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen geholt. Für die Stuttgarter geht es gegen den BVB ums nackte Überleben. Für die Dortmunder wiederum geht es in der Saison einzig darum bis zum DFB-Pokalfinale fit zu bleiben und die Form zu wahren. Auch wenn Tuchel ausgegeben hat nur noch Siege bis zum Ende feiern zu wollen.

Veröffentlicht am 24. April 2016 von

Für den VfB Stuttgart setzt es im Heimspiel des 31. Spieltags eine deutliche 0:3 (0:2) Heimniederlage. Borussia Dortmund mit dem 52. Pflichtspiel in der Saison geht mit einigen Änderungen in die Partie, weiß aber trotzdem zu überzeugen und schlägt mit Matchwinner Henrikh Mkhitaryan eiskalt zu. Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung, der VfB verfällt in alte Muster zurück und verteidigt vogelwild.

(Hannover). Die Stuttgarter sind in der Situation gewinnen zu müssen und diesen Willen merkte man den Mannen von Trainer Kramny zu Beginn auch an. Die Partie begann etwas zerfahren, was aber nicht verwunderlich war, konnten die Stuttgarter doch nur eins der letzten sechs Spiele für sich entscheiden. „Wir haben unsere Schlüsse aus diesen Begegnungen gezogen“, sagte Trainer Kramny noch vor dem Spiel. Es war kein Sturmlauf, der auch von niemandem vorher erwartet wurde, doch ein couragierter Beginn. Mit fortlaufender Spielzeit aber begannen sich die Dortmunder immer mehr Feldvorteile zu erspielen. So hatten die Schwarz-Gelben auch die erste Chance der Partie, in der 8. Minute durch Marco Reus, der nach einem abgefälschtem Schuss frei vor Tyton vergab.

Ballbesitz forcieren, dem VfB die Lust nehmen und dann zuschlagen

In der Folge setze die Mannschaft von Thomas Tuchel vermehrt auf Ballbesitz und versuchte das Spiel zu beruhigen und zu kontrollieren. Das gelang über weite Strecken sehr einfach, denn die Stuttgarter zeigten nun immer mehr Respekt und ließen die Dortmunder gewähren. Eine fatale Passivität, die dem VfB teuer zu stehen kommen sollte. In der 21. Spielminute kombinierten sich Reus und Mkhitaryan auf Links durch und durften ohne viel Gegenwehr agieren. Nach einem scharfen Pass des Armeniers in die Mitte, war es Shinji Kagawa der den Ball auf Höhe des Fünfmeterraums nur noch einschieben brauchte. Die Abwehr hatte den kleinen Japaner, vor dem 0:1, komplett allein gelassen. Ein weiterer Beweis für die momentane Situation und Spielanlage des VfB. Auch nach dem Treffer spielte der BVB ideenreicher, variabler und mit mehr Biss. Bei der Lage in der sich die Baden-Württemberger befinden ein schlechtes Zeichen, zur falschen Zeit.

Bis zur Pause passierte nicht mehr viel, die Dortmunder brauchten nicht viel Einsatz um das Ergebnis zu verwalten. Kurz vor dem Pausenpfiff fasste sich Mkhitaryan aber nochmal ein Herz und zog aus der zweiten Reihe ab. Tyton konnte nur nach vorne abklatschen lassen und ermöglichte Christian Pulisic so sein zweites Saisontor und den 0:2 Pausentreffer in der 45. Minute.

„Wir dürfen uns im eigenem Stadion nicht so einfach auskontern lassen“

Der verletzte Daniel Ginczek analysierte in der Pause treffend woran es lag, dass der VfB zurück liegt. „Wir denken zu früh die Szene sei schon vorbei“, wie beim 0:2, „man darf erst aufhören wenn der Ball entweder im Aus oder eben leider im Tor ist“. Es muss eine deutliche Leistungs- aber auch Einstellungssteigerung her.

Auch in Halbzeit 2 das alte Bild

Von der gewünschten Änderung war dem Spiel der Stuttgarter nichts anzusehen. Über gute Ansätze und vereinzelte Ballstafetten ging es nicht hinaus. Immer wieder ergaben sich dann Chancen für die Dortmunder nach Kontern. Diese bekamen die VfB’ler nicht in den Griff. Das 0:3 in der 56. Minute war dann die logische Konsequenz. Ein äußerst langsam vorgetragener Konter der Gäste über Pulisic und Kagawa verwertete der Mann des Spiels, Henrikh Mkhitaryan, und holte sich so seinen dritten Scorerpunkt dieser Partie. Die Stuttgarter liefen nicht mehr nach hinten, so dass sich im eigenem Strafraum eins gegen eins Situationen ergaben. Nach einem Kopfball von Ramos musste der Armenier nur noch einnetzen. Eine abstiegsreife Vorstellung des VfB in dieser Situation.

Das Publikum heizt dem eigenem Team gehörig ein

Mit dem 0:3 war dem Spiel der Zahn gezogen. Die Partie verflachte jetzt mehr und mehr und Borussia Dortmund kontrollierte das Geschehen. Die in weiß spielenden Stuttgarter liefen dem Ball nur noch hinterher und fanden kein Mittel um nochmal in die Partie zu finden. Die Fehler im Spiel häuften sich und die Fans quittierten dies mit lauter werdenden Pfiffen. Die Stimmung beschrieb die Szenerie treffend. Nervosität nicht nur auf dem Rasen sondern auch immer mehr auf den Rängen. Die Abstiegsränge im Kopf ängstigten nun alle die es mit dem VfB halten. Am Ende hätte es eine noch höhere Niederlage geben können. Der ehemalige Stuttgarter Moritz Leitner vergab jedoch aus aussichtsreicher Position. Somit blieb es beim 0:3, aus Sicht des VfB. Eine, auch in der Höhe, verdiente Niederlage.

Nach dem Spiel ist vor Bremen

Sportvorstand Robin Dutt wollte nach dem Spiel auch nicht mehr viele Worte über das Spiel verlieren. „Wir sollten uns gar nicht so lange mit der Analyse des Spiels aufhalten“, beschwörte Dutt, „Kopf nach oben und rein in das Duell mit Bremen“ war sein Motto nach dem Spiel. „Jürgen Kramny wird auch in Bremen auf der Bank sitzen“, ließ Dutt wissen. „Hundert Prozent hinter Kramny“, stehe er und ließ kaum Zweifel aufkommen, dass dieser die Mannschaft nach Bremen führt. Für die Situation bedeutet dies zumindest vorläufig ein bisschen Ruhe im Ländle.

Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Tyton – Insua (62. Min. Niedermeier), Barba (80. Min. Heise), Schwaab, Klein – Gentner, Rupp (62. Min. Maxim), Kostic, Didavi, Werner – Harnik

Borussia Dortmund: Bürki – Durm, Sokratis, Ginter, Piszczek – Weigl (82. Min. Sahin), Pulisic (76. Min. Leitner), Reus (76. Min. Schmelzer), Kagawa, Mkhitaryan – Ramos

Torschützen: 0:1 Kagawa, 21. Minute
0:2 Pulisic, 45. Minute
0:3 Mkhitaryan, 56. Minute


Schlagworte: Abstiegskampf, Borussia Dortmund, Bundesliga, Henrikh Mkhitaryan, Jürgen Kramny, Robin Dutt, Spieltag 31., VfB Stuttgart

Artikelinformationen


Datum: 24. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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