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„Der Moment ist noch nicht gekommen“

Paralympics- Siegerin Marieke Vervoort hatte ihre Sterbehilfe- Papiere bereits griffbereit- jetzt möchte sie jedoch ein Museum aufbauen.

Veröffentlicht am 18. September 2016 von

Hannover. Schon vor einigen Wochen sorgte Vervoort mit dem Thema Sterbehilfe für großes Aufsehen in den Medien. Die Belgierin wollte unmittelbar nach den Spielen Sterbehilfe in Anspruch nehmen. „ Ich habe alle Papiere griffbereit, aber ich genieße nach wie vor jeden kleinen Moment“, so die 37- Jährige.

Neue Ziele

Vervoort erkämpfte sich bei den Paralympics in Rio de Janeiro eine Silber- und eine Bronze Medaille. Nachdem sie wegen der geplanten Sterbehilfe für Aufsehen sorgte, plant die Silbermedaillen-gewinnerin nun ein neues Ziel: Sie möchte ein eigenes Museum aufbauen.

„Es soll die Menschen inspirieren, wenn meine Zeit gekommen ist- was noch nicht jetzt ist. Ich habe eine Buch geschrieben, ich habe Zeitungsartikel über mich gesammelt und Videos. Es soll Wielemie heißen“, so die Belgierin.

Unheilbare Krankheit

Marieke Vervoort leidet an einer unheilbaren degenerativen Muskelerkrankung, die ständige Schmerzen und Schlaflosigkeit verursacht. Um die Schmerzen zu vergessen sagte sie: „Pinken Champagner trinken- wenn man genug trinkt, spürt man die Schmerzen nicht mehr.“

Ende der Karriere

Nachdem sie im Rollstuhlrennen über 400 Meter am Samstag die Silbermedaille gewann, endet nun ihre Sportkarriere als mehrfache Medaillensiegerin. Somit sind die Paralympics 2016 ihr letzter Wettbewerb. Als Vervoort im August mit dem Wunsch nach Sterbehilfe aufkam, kam es zu einigen Unklarheiten, die sie nun aus dem Weg schaffen und für Klarheit sorgen möchte.

Die Behindertensportlerin ist seit 2008 im Besitz der Papiere. Die Möglichkeit der legalen Sterbehilfe in Belgien gab ihr immer Mut, weiterzuleben. „Sie gibt den Leuten Ruhe. Ohne die Papiere hätte ich, glaube ich, schon längst Suizid begangen, denn es ist sehr hart, mit so vielen Schmerzen und der Ungewissheit zu leben“, so Vervoort.

Dennoch ist sie sehr traurig über ihr Karriereende. „Dass es nun zu Ende ist, tut weh. Mein Geist sagt, trainier weiter. Mein Körper sagt, hör auf. Ich muss auf meinen Körper hören, sonst beschleunige ich den Prozess und es geht mir schlechter und schlechter.“


Schlagworte: Marieke Vervoort, Paralympics 2016, Sterbehilfe

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Datum: 18. September 2016
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