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Der Problemfall 3. Liga – Bringt der Fall Türkgücü München die Liga ins schwanken ?

Erst seit der Saison 2008/2009 wird in der 3. Liga auf professionelle Ebene gespielt. Schon jetzt wirft die Liga einige Fragen auf und das nicht nur aufgrund der letzteren Ereignisse rund um Türkgücü München. Bereits 10 Vereine mussten sich nach einer Teilnahme an der 3. Liga Insolvent melden. Wie geht es nun weiter ?

Veröffentlicht am 31. Mai 2022 von

(München.) „Ein trauriger Tag für die 3. Liga“ so betitelt Manuel Hartmann, Geschäftsführer Spielbetrieb der für die 3. Liga zuständigen DFB GmbH & Co. KG, den damaligen Rückzug aus dem Spielbetrieb des Türkgücü München im März diesen Jahres. Denn das ist es alle mal für die noch so junge Historie der 3. Liga. Es ist wohl der größte Rückschlag, wobei es dafür bereits mehrere Anzeichen gegeben hat. Bereits ein halbes Jahr nach dem Aufstieg in die 3. Liga des Vereins, drohte der ehemalige Investor Hasan Kieran mit Nichtzahlungen.

Zu lasche Lizenz- und Liquiditätskontrolle ?

Den Vorwurf der zu Laschen Kontrolle der der liquiden Mittel der Vereine muss sich der DFB durchaus gefallen lassen. Noch im Mai 2021 hast Türkgücü München mit 3 Millionen € in Spielergehälter und Transfers zu investieren, schnell wurden daraus aber 5 Millionen € und somit eine deutliche Überlastung der Mittel. Ebenfalls wurde die 50 Plus 1 Regel ganz einfach umgangen ohne dass der DFB eingriff.

Viele sprechen hier von mangelnder Kontrolle und kurzfristiger Entscheidungsmöglichkeiten wie der damalige DFL Geschäftsführer Andreas Rettig: „Sobald der Kostenblock feststeht am Ende der Transferperiode muss ein Kassensturz folgen und hinterfragt werden was los ist. Es verhindert zwar nicht eine fortlaufende Fehlentwicklung, aber zumindest besteht die Möglichkeit zeitnäher den Stecker ziehen zu können.“

Reaktionen auf das erstmalige vorzeitige Ausscheiden eines Vereins

Aufgrund der Insolvenz Türkgücu`s wurden nun alle anstehende Spiele annulliert genau so wie die bereits gespielten Spiele was natürlich besonders bitter für die Mannschaften ist, die bereits 6 Punkte gegen die Münchener geholt hatten wie der 1. FC Saarbrücken.“ Es könne nicht sein, „dass Klubs unverschuldet dafür bestraft werden, dass Vereine unter Aufsicht des DFB Misswirtschaft betrieben haben.“ teilte der Klub damals mit.

Der 1. FC Magdeburg war einer der Profiteure dieser Annullierung, aufgrund der nicht gezählten Niederlage. Trotz dessen brach man nicht in Jubel aus sondern sprach von einer „klaren Wettbewerbsverzerrung“ stellte Trainer Christian Titz damals gegenüber der „Bild“ klar. Es müsse “ wie in anderen Sportarten, Auffangmechanismen geschaffen werden.“

Die Reaktion des DFB rief weitere Fragen auf. Der DFB Geschäftsführer der 3. Liga Manuel Hartmann reagierte mit Schuldzuweisungen: „Hier muss man ganz klar sagen, dass ein solchen Fällen das Zulassungsverfahren an seine Grenze kommen.“ so der 3. Liga Geschäftsführer weiter „Demnach können wir natürlich auch nicht mehr über unser Zulassungsverfahren eingreifen, sondern da greift dann eben auch wirtschaftliche Vernunft eines Vereins.“

Ist die 3. Liga zu teuer ?

Bereits 10 Vereine mussten bereits in den letzen Jahren die Segel streichen. Darunter große Traditionsreiche Vereine wie der Chemnitzer FC, Rot Weiß Erfurt, 1. FC Kaiserslautern (durch Corona Sonderregel verschont geblieben) und Alemania Aachen.

Wirtschaftliche und kaufmännische Fehler an vielen Ecken und Enden, gut zusehen an dem im Mai veröffentlichen Saisonreport. In der Saison 2020/2021 gaben die Vereine im Schnitt circa 400 Tausend € mehr aus als sie einnahmen, was im drittklassigem Fußball eine Menge Geld ist. Ein Grund dafür sind die gestiegenen Spielergehälter, trotz Corona stiegen diese von 4,2 Millionen € auf 4,9 Millionen €. „Es sind tatsächlich die Aussichten der fetten Medienerlöse der 2. Liga.“ begründet Andreas Rettig.

Der DFB möchte aber der Saison 2024/2025 neue Regelungen einführen, wie die Möglichkeit auf externe „Kapitaleinlagen“ während einer Saison um eine Insolvenz verhindern zu können. Viele kritisieren aber weiter, dass diese neuen Regelungen aber weiter zu lasch sind und es härtere Strafen bedarf, wie der sofortige Zwangsabstieg bei einem Insolvenzverfahren eines Vereins.

Es bleibt weiter abzuwarten welche weiteren Entwicklungen die 3. Liga macht und welcher Verein als nächstes finanzielle Schwierigkeiten bekommen wird. Fakt ist , wenn Türkgücü München diese Saison nicht abgebrochen hätte, wäre das Ende und der Verlauf der Spielzeit wohl noch einmal anders gewesen.

Veröffentlicht von Enrique Luis Areal Maestre, Betriebswirt im Sportmarketing (FS 01)

Quellenangaben:

ttps://www.liga3-online.de/vollkatastrophe-so-reagiert-die-liga-auf-das-tuerkguecue-aus/

ttps://www.youtube.com/watch?v=lQB3vt4TizQ&t=191s

ttps://www.sportbuzzer.de/artikel/dritte-liga-turkgucu-munchen-ruckzug-hallescher-1-fc-magdeburg-fsv-zwickau/

ttps://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/255532-04_Jahresberichte_BT2022.pdf

ttps://www.sueddeutsche.de/sport/tuerkguecue-muenchen-podcast-1.5555996?atr_src=google&atr_mdm=cpc&atr_cp=DE_Podcast_Sport_Folgen_Generic&atr_ct=DE_Podcast_Sport_Folge_Pleite_Türkgücü_Generic&atr_kw=türkgücü%20münchen%203%20liga&gclid=Cj0KCQjw-daUBhCIARIsALbkjSY1PGi5_Tdg7aVR0xbgj8FMILVMd7Pi_G9QL2vWO3_lXvmxMhySN7waAk-7EALw_wcB


Schlagworte: 3. Liga, DFB, Fußball, Insolvenz, Türkgücü München

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Datum: 31. Mai 2022
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