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Leichtathletik

Der tragische Held von Rio

toba

Bereits am ersten Tag der olympischen Sommerspiele in Rio schreibt die Geschichte einen tragischen Helden. Turner Andreas Toba verletzte sich bei seiner ersten Übung bei Olympia stark, turnt aber trotzdem weiter und ebnete der deutschen Turnmannschaft den Weg ins Finale.

Veröffentlicht am 07. August 2016 von

„Ich habe geheult wie ein Schuljunge“, beschreibt Andreas Toba, deutscher Mehrkampfmeister im Turnen, die Situation nach seiner ersten Übung in der Qualifikation fürs Team-Finale. Und das kann wohl jeder nachvollziehen. Bereits bei seiner ersten Bahn am Boden verletzte sich der 25-jährige schwer. Nach einer unglücklichen Landung fiel Toba und blieb am Boden liegen. „Auf einmal hat es gekracht, und ich konnte das Bein nicht mehr halten“, erklärt er später selbst. Sofort eilte der Teamarzt der deutschen Turner Hans-Peter Boschert zu seinem Schützling und die Diagnose ließ nicht lange auf sich warten: Kreuzbandriss und Innenminiskusschaden. Das Aus für Toba.

Ganz großer Teamgeist
Aber nicht für den Kämpfer Andreas Toba. „Als ich auf der Pritsche lag, ging mir durch den Kopf: Du musst dem Team helfen.“ Und genau das tat der Hannoveraner dann auch. Völlig überraschend trat Toba zu seiner zweiten Übung am Pauschenpferd wieder an – trotz der Verletzung! Und tatsächlich schaffte der Kunstturner das beinah Wunder: Er turnte alle Element durch und stand am Ende sogar den Abgang. Als Krönung erhielt er auch noch die beste Wertung des ganzen Teams am Pferd. Den Weg zurück zur Bank schaffte der Mehrkampfmeister dann schon nicht mehr, musste von seinen Teamkollegen gestützt werden.

Finale knapp erreicht
Der große Einsatz von Toba sollte sich am Ende aber auszahlen. Zwar stand das deutsche Team nach dem Ausfall des 25-jährigen gehörig unter Druck, da kein Streichergebnis mehr möglich war, jedoch konnte die Mannschaft rund um Fabian Hammbüchen vor allem im Sprung und am Barren überzeugen und somit noch als 8. knapp in das Team-Finale einziehen. Die Punkte von Toba am Pferd spielten für den Finaleinzug noch eine wichtige Rolle, weiß auch der Cheftrainer der deutsche Kunstturner Andreas Hirsch: „Die acht Zehntel, die er rausgeholt hat, waren extrem wichtig.“ Anerkennung und Dank erhielt der „Hero de Jainero“, wie der DOSB Toba via Twitter taufte, natürlich auch von seinen Teamkollegen. „Ich ziehe den Hut vor Andy. Das hätte nicht jeder gemacht“, betont Hammbüchen nach dem Wettkampf. Wahrlich nicht. Die Bilder von dem tragischen Helden Toba werden auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben.


Schlagworte: Andreas Toba, Finale, Held, Olympia 2016, Turnen

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Datum: 07. August 2016
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