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DFB-Frauen holen Gold im ehrwürdigen Maracanã

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Vor zwei Jahren wurden die Männer im Estadio do Maracanã in Rio de Janeiro Weltmeister und am gestrigen Abend gelang auch der deutschen Frauenfußballnationalmannschaft der Coup. 20 Jahre nach der Aufnahme vom Frauenfußball ins olympische Geschäft holte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid die Goldmedaille. Für Neid war es ein ganz besonderer Abend.

Veröffentlicht am 20. August 2016 von

(Banteln) Im Finale des Frauenfußballturniers bei den Olympischen Spielen traf die DFB-Elf auf Schweden, die ganz überraschend im Halbfinale den Gastgeber aus Brasilien den Schranken verwiesen. Im Estadio do Maracanã in Rio de Janeiro wollte die deutsche Elf, die als Favorit in die Partie ging, den Olympiasieg perfekt machen. Doch man tat sich schwer. Schweden hielt gut dagegen und setzte, wie schon in den Spielen zuvor, auf Überraschungsmomente. Die Skandinavierinnen, die bei der WM im vergangenen Jahr nur bis ins Achtelfinale gekommen waren, standen tief, ließen wenig zu und blieben durch schnelle Gegenstöße stets gefährlich. Auf der Gegenseite erspielten sich die Deutschen dennoch ihre Chancen. Dzsenifer Marozsan (18.), Leonie Maier (21./24.) und Anja Mittag (24.) scheiterten jedoch, sodass es bis zum Pausenpfiff beim 0:0 blieb.

Schweden kommt nicht mehr zurück

Ein Doppelschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte die DFB-Frauen auf die Siegerstraße. Und Marozsan avancierte zur Matchwinnerin: Nach einem schlecht abgewehrten Pass der schwedischen Abwehr traf die 24-Jährige mit einem wunderschönen Tor aus 14 Metern ins Dreiangel (48.). Es dauerte nicht lange bis Marozsan erneut auspackte: Ihr Freistoß aus der 61. Minute, der nur an den Pfosten ging, beförderte die schwedische Abwehrspielerin Linda Sembrandt mit dem Schienbein ins eigene Tor. Schweden agierte nun nervös und wirkte sichtlich nervös. Ein Fehler in der deutschen Abwehr brachte die Skandinavierinnen aber zurück ins Spiel. Stina Blackstenius setzte sich im deutschen Strafraum gegen Maier durch und vollzog zum 1:2-Anschlusstreffer (67.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die beste Ausgleichschance vergab Olivia Schough kurz vor dem Ende, alleinstehend aus zehn Metern traf sie den Ball aber nicht richtig (87.). Fünf Minuten mussten die DFB-Frauen in der Nachspielzeit noch zittern, bevor der Traum dann endlich wahr wurde.

Krönung zum Abschluss

Für die 52-jährige DFB-Trainerin Neid war es das letzte Spiel auf der Bank. Sie hört nach 180 Spielen als Bundestrainerin, elf Jahren im Amt und insgesamt über 30 Jahren in der Nationalmannschaft auf und krönt ihre unglaubliche Karriere mit Gold. Neid schrieb die Geschichte des deutschen Frauenfußballs wie keine andere und übergibt den Staffelstab nun weiter und gibt das Amt als Bundestrainerin weiter an Steffi Jones. „Was gibt es Schöneres, als sein letztes Spiel im Olympia-Finale in so einem schönen Stadion machen zu dürfen? Das ist das Allergrößte“, hatte Neid bereits vor dem Finale gesagt.

Überglückliche Gesichter

„Das war das i-Tüpfelchen. Ich bin einfach total happy“, freute sich Neid nach dem Spiel im ZDF: „Das war etwas Besonderes. Auch, weil ich wusste, dass es mein letztes Spiel war. Das war echt außergewöhnlich.“ Auch Matchwinnerin Dzsenifer Marozsan jubelte: „Es ist ein wunderschöner Moment. Ich genieße es einfach. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie stolz ich auf die Mannschaft bin.“ Die Mittelfeldspielerin von Olympique Lyon, die zur Führung traf und den zweiten Treffer vorbereitete, gestand: „Normalerweise bin ich nie aufgeregt. Aber heute war ich wirklich nervös. Es ist etwas ganz Besonderes, hier in diesem Stadion zu spielen.“


Schlagworte: Deutschland, Finale, Maracana, Olympia 2016, Schweden, Silvia Neid

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Datum: 20. August 2016
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