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DHB-Herren am Boden

Deutsche Hockeyherren nach historischer Finalpleite bei der EM 2015 am Boden

Aus der Traum. Nichts wurde es mit der Titelverteidigung. Stattdessen haben die deutschen Hockeyherren im siebten Europameisterschaftsendspiel der Geschichte das erste Mal gegen die Nachbarn aus den Niederlanden verloren. Die niederländischen Hockeyspieler bescherten mit dem 6:1 die höchste Niederlage der Deutschen bei einer Europameisterschaft.

Veröffentlicht am 29. August 2015 von

Hockeymänner kassieren historische Niederlage im EM-Finale 2015 in London

(Hannover) Die vermeintlich zwei besten europäischen Hockeynationen standen sich im Finale gegenüber. Deutlicher wurde es in der Statistik der Gegentore. Bei den Deutschen standen sechs Gegentore auf dem Konto, wobei zwei durch das Penaltyschießen im Halbfinale entstanden. Die Niederlande zogen mit einer weißen Weste in das Finale ein, denn der holländische Schlussmann musste nicht ein einziges Mal hinter sich greifen. Die Mannschaft in den orangefarbigen Trikots setzte alles daran, diese weiße Weste zu behalten. Dem zur Folge gehörte die erste Torchance den Niederländern, doch ging der Ball von Robbert Kemperman links am Tor vorbei. Im nächsten Versuch scheiterte Thierry Brinkman am Außenpfosten. Das niederländische Hockeynationalteam spielte weiter druckvoll in die gegnerische Gefahrenzone und erhielt in der 6. Spielminute eine Strafecke. Häner lief die Eckenvariante ab, allerdings blieb er Rückhandschuss von Bakker chancenlos. Die deutsche Mannschaft lief frühzeitig einem 0:1 Rückstand hinterher, ehe Zwicker eine 100%-ige Chance liegen ließ. Nach einer Parade von Stockmann traf Zwicker im Nachschuss nur das Außenbrett. Die liegen gelassene Chance auf Seiten der Deutschen nutzten die Niederländer mit einem hervorragend vorgetragenen Konter aus. Jacobi konnte zunächst mit zwei Paraden den Konter unterbinden, an der Entscheidung zur Strafecke war er allerdings chancenlos. Der Eckenspezialist Mink van der Weerden stellte wieder einmal seine Weltklasse unter Beweis und schoss den Ball halbhoch rechts zum 2:0 in die Maschen. Nach der Viertelpause mobilisierten das DHB-Team all ihre Kräfte, um mit dem Anschlusstreffer die Partie enger gestalten zu können. Wesleys Großchance konnte allerdings die niederländische Defensive vereiteln, indem ein Holländer mit seinem Schläger den Ball über das Tor lenkte. Im direkten Gegenzug dann das 3:0 für die Niederlande. Mats Grambusch verlor den Ball und die Niederländer kombinierten schnell zu Jeroen Hertzberger. Dieser ließ zunächst Häner, anschließend Jacobi stehen und traf per Rückhandschuss zum 3:0. Deutschland nahm mehr und mehr das Zepter in die Hand, doch die Holländer konzentrierten sich mehr auf die Konter. Solch einer war der Auslöser für die nächste niederländische Strafecke, die erneut der Spezialist van der Weerden zum 4:0 verwertete. Fürste stand zwar auf der Linie, jedoch konnte er den harten Schuss nur ins eigene Tor abfälschen. Das Spiel schien bereits entschieden, doch spielten die Deutschen weiter munter Richtung gegnerischen Strafraum. Zunächst konnte der Schuss von Fuchs über das Tor gelenkt werden, anschließend lenkte Hidde Turkstra den Ball von Niklas Wellen um den Pfosten. Die Angriffsbemühungen des DHB-Teams blieben ohne Erfolg und wurden stattdessen in der 28. Minute durch das 5:0 von Rogier Hofman bestraft. Abermals ein Konter führte zur 5:0 Halbzeitführung der Holländer.

Auch ein Unentschieden in Halbzeit 2 war kein Trost

Die Partie zwischen den beiden benachbarten Ländern war bereits zur Pause entschieden, stattdessen galt vielmehr die Schadensbegrenzung. Acht Minuten brauchten die deutschen Hockeyherren für ihren ersten Angriff in der zweiten Hälfte, der allerdings den linken Torwinkel knapp verpasste. Die Niederländer konzentrierten sich weiterhin auf ihre Konter. Der Schuss von Jonker traf das Außenbrett und auch die gefährlichen Eckenvarianten lief das deutsche Team diesmal gekonnt ab. Während das dritte Viertel keine Tore vorzuweisen hatte, trafen die Niederländer nach nur achtzig Sekunden im letzten Viertel zum 6:0. Das Team in den orangefarbigen Jerseys nutzte einen Ballverlust von Butt eiskalt aus, als ein niederländischer Defensivspieler einen langen Schlenzer auf Mirco Pruijser spielte. Dieser nahm den Schlenzer locker an und lief an Jacobi vorbei. Mit einem Rückhandschlag schoss der Holländer das Tor zum halben Dutzend. Den Schlusspunkt setzte dann noch einmal das Team um Trainer Markus Weise zehn Minuten vor Schluss. Christopher Rühr lief von links quer durch den gegnerischen Schusskreis und schoss per Rückhandvolley das 1:6. Dieses Tor bedeutete das erste Gegentor für die niederländische Hockeynationalmannschaf der Herren im gesamten Verlauf der Europameisterschaft 2015 in London.

Trainer Markus Weise stellte konstatiert fest: „Das war heute etwas wie das Referenzspiel dafür, wie eine Aufbaumannschaft gegen eine Kontermannschaft verlieren kann. Man hat den Niederländern einfach deutlich mehr angemerkt, dass sie dieses Spiel und die EM unbedingt gewinnen wollten. Das habe ich bei meinen Jungs nicht im gleichen Maße gesehen.“


Schlagworte: Deutschland, EM 2015, Finalniederlage, Historische Pleite, Hockey, Niederlande

Artikelinformationen


Datum: 29. August 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Louis Lambert


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