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Allgemein - Bundesliga

Die Bundesliga-Hinrundenbilanz

Die Hinrunde der 53. Bundesliga-Saison ist beendet. Wie haben sich die 18 Vereine geschlagen? Wer hat überrascht, wer enttäuscht?

Veröffentlicht am 23. Dezember 2015 von

FC Bayern München: Den Bayern ist der vierte Meistertitel in Folge wohl nicht mehr zu nehmen. Zu dominant traten die Münchener in der Hinrunde auf. Von 51 möglichen Punkten erbeuteten sie 46. Der Rekordmeister wird den Fokus daher sobald wie möglich auf Champions League und DFB-Pokal legen, um Pep Guardiola mit dem Triple-Gewinn das perfekte Abschiedsszenario zu bescheren.

Borussia Dortmund: Der BVB ist nach der enttäuschenden letzten Saison wieder in der Spur und erneut Bayern-Jäger Nr.1. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang ist in der Form seines Lebens und traf bereits 18 mal. Unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel stellt Dortmund zudem mit 47 Toren die beste Offensive der Liga.

Hertha BSC: Die Hertha ist die größte Überraschung der Vorrunde. Im letzten Jahr vermied das Team von Trainer Pal Dardai in letzter Sekunde den Abstieg, nun stehen die Berliner auf einem Champions-League-Platz. Großen Anteil daran haben die Neuverpflichtungen Vladimir Darida, Vedad Ibisevic und Mitchell Weiser, die allesamt die Erwartungen übertrafen und sich perfekt ins Team einfügten. Der Stareinkauf der letzten Saison, Salomon Kalou, ist zudem endgültig in der Bundesliga angekommen und erzielte bereits 9 Tore.

Borussia Mönchengladbach: Nach der furiosen Vorsaison verschlief die Borussia den Saisonstart komplett und begann mit fünf Niederlagen in Serie. Die Konsequenz war der Rücktritt von Coach Lucien Favre. Mit dem neuen Trainer André Schubert gewannen die Gladbacher die folgenden sechs Ligaspiele und blieben bis zum 16. Spieltag unbesiegt. Höhepunkt war der 3:1 Triumph über den FC Bayern. Einziger Wermutstropfen ist das Ausscheiden sowohl im Pokal als auch in der Champions League.

Bayer Leverkusen: Die Werkself erlebte in der Hinrunde ein Auf und Ab. Mal spektakulär, wie beim 5:0 über Borussia Mönchengladbach und mal erschreckend harmlos, wie beim 0:1 gegen Aufsteiger Darmstadt. Wenn das Team in der Rückrunde seine Stabilität findet, ist das Saisonziel Champions-League-Qualifikation weiterhin erreichbar.

FC Schalke 04: Bei Schalke 04 hat sich auch mit dem neuen Trainer André Breitenreiter nichts grundlegendes verändert. Die Leistungen schwanken stark, aber immer dann, wenn es schlecht läuft, zieht sich das Team wieder aus der Krise. Die Mannschaft ist extrem jung und deutet ihr Potential regelmäßig an. Vor allem Jungstar Leroy Sané zeigte eine enorme Entwicklung.

VfL Wolfsburg: Die Wölfe, Vizemeister der Vorsaison, haben ein großes Problem. Jedes zweite Spiel findet auswärts statt. In der Heimtabelle liegt der VfL auf Rang 3, In der Auswärtstabelle mit nur einem Sieg in der Fremde auf Rang 17. Den Abgang von Superstar Kevin de Bruyne konnte das Team noch nicht vollständig verarbeiten. Vor allem Neuzugang und Hoffnungsträger Julian Draxler sucht noch nach seiner Form.

1. FSV Mainz 05:
Die Mainzer können mit der Hinrunde rundum zufrieden sein. Mittelfeldregisseur Yunus Malli hat sich zudem zu einem der begehrtesten Spieler der Liga entwickelt. Trainer Martin Schmidt führt das Team unaufgeregt und taktisch clever. Mit dem Abstieg wird der FSV in diesem Jahr nichts zu tun haben.

1. FC Köln: Der FC startete überzeugend in die Saison. Vor allem Neueinkauf Anthony Modeste schien sich als Glücksgriff zu erweisen. Dann folgte seine Formkrise und damit verbunden eine Torflaute die ihresgleichen sucht. Mit dem Last-Minute-Sieg gegen den BVB am letzten Spieltag haben sich aber sowohl Modeste, als auch der ganze Club wieder Luft im Abstiegskampf verschafft und das Selbstvertrauen zurückgeholt.

Hamburger SV: Beim HSV dürfte man erleichtert sein, mal nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern. Hinzu kamen überzeugende Siege gegen Gladbach und den BVB. Unter Coach Bruno Labbadia befindet sich der Bundesliga-Dino auf dem richtigen Weg und dürfte in dieser Saison den Klassenerhalt auch ohne die Relegation erreichen.

FC Ingolstadt 04: Die Schanzer konnten vor allem in der Defensive überzeugen und kassierten lediglich 18 Gegentore. Damit teilt sich die Abwehr mit Hertha BSC den zweiten Platz hinter den Bayern (8 Gegentore). Das große Manko der Ingolstädter ist die Offensive. Nur 11 erzielte Tore sind die mit Abstand schlechteste Torausbeute aller Teams. Der 11. Platz ist dennoch eine glänzende Ausgangslage für die Rückserie.

FC Augsburg: Zu Beginn der Saison schien den Augsburgern die Dreifachbelastung von Liga, Pokal und Europa League zum Verhängnis zu werden. Lange Zeit stand das Team auf Rang 18. Dann kam die Wende mit dem Erreichen der nächsten Runde in der Europa League und zuletzt 13 Punkten aus den letzten 5 Ligaspielen. Der FCA ist also auf Kurs.

SV Darmstadt 98: Nach dem sensationellen Aufstieg in der Vorsaison verblüfften die Lilien auch in der Bundesliga den ein oder anderen Gegner. Die spielerischen Mängel gleichen sie mit Kampfgeist und Leidenschaft aus. Kapitän Aytac Sulu ist zudem mit 4 Treffern der torgefährlichste Verteidiger der Liga. Dennoch wird es für Darmstadt extrem schwer, die Klasse zu halten.

Eintracht Frankfurt: Einem soliden Start mit dem 6:2 Kantersieg über Köln als Höhepunkt folgte eine enttäuschende restliche Hinrunde mit nur zwei Siegen aus den letzten 13 Spielen. Mit dem 2:1 über Werder Bremen verhinderte die Eintracht jedoch schlimmeres und rettete Coach Armin Veh damit seinen Job.

VfB Stuttgart: In der vergangenen Saison retteten sich die Schwaben erst am letzten Spieltag. Ähnlich eng könnte es auch in dieser Saison werden. Nachdem man erkannt hatte, dass die Verpflichtung von Alexander Zorniger als Chefcoach ein kapitaler Fehler war, beförderte man Jürgen Kramny zum neuen Trainer. Unter ihm verlor der VfB nur eine der letzten vier Ligapartien.

SV Werder Bremen: Die Bremer erlebten eine rundum enttäuschende Hinrunde. In der Defensive fahrlässig, vorne zu harmlos und dazu noch ein Trainer, der so wirkt, als hätte er keine Lösung für die aktuelle Krise. Werder ist endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Hannover 96: Schon vor der Saison war von Hannover 96 nicht allzu viel zu erwarten. Dass dem Team aber so wenig gelingt, überraschte dann doch. Durch den Ausfall von Hiroshi Kyotake ist den 96ern jegliche Kreativität im Spiel abhanden gekommen. Es bleibt abzuwarten ob der Nachfolger von Michael Frontzeck der Mannschaft neue Ansätze vermitteln kann. Andernfalls ist Hannover nicht zu retten.

TSG 1899 Hoffenheim: Die TSG hat wohl kaum jemand vor Saisonbeginn am Tabellenende erwartet. Durch die Verpflichtungen von Spielern wie Fabian Schär, Kevin Kuranyi oder Eduardo Vargas sollte die Qualität der Mannschaft gehoben werden. Das Gegenteil war jedoch der Fall. Selbst etablierte Spieler wie Kevin Volland sind ein Schatten ihrer selbst. Feuerwehrmann Huub Stevens steht in der Rückrunde vor einer riesigen Aufgabe.


Schlagworte: Bundesliga, Fußball, Hinrunde

Artikelinformationen


Datum: 23. Dezember 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Felix Henseler
Korrektur: Tim Vrastil


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