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Leichtathletik

Die deutschen Sprinter ergattern Gold anstatt Silber

Überglückliche Sprinter: Erst Silber- dann doch Gold. Die deutschen Sprinter gewinnen Gold, dank den USA, die sich einen Fehler erlaubten.

Veröffentlicht am 19. September 2016 von

Hannover. Das deutsche Sprinterteam hatte sich schon auf die Silbermedaille gefreut, dann kam die überraschende Nachricht: Das USA Team wurde disqualifiziert. Der Traum der vier Jungs wurde wahr: Gold bei den Paralympics in Rio.

Gold statt Silber

„Das war richtig krass. Als wir es gehört haben, ist der Puls auf 220 hochgeschossen, und alle sind ausgerastet. Ich war eigentlich schon mit Silber zufrieden, weil wir Bestzeit gelaufen sind“, sagte Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm überglücklich.

Nicht nur für das Leverkusener Quartett, sondern auch für die Staffel des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) war es nach Welt- und Europameistertitel das absolute Highlight. Die Jungs der 4×100-m-Staffel, darunter Markus Rehm, David Behre, Felix Streng und Johannes Floors erreichten eine neue Europarekordzeit von 40,82 Sekunden.

Die USA, die wie immer als Erster durchs Ziel gelaufen war, machten beim zweiten Wechsel einen Fehler. So rutschte das deutsche Team auf Platz 1 und die Gastgeber Brasilien landeten auf Platz 2. „Das war ein Superlauf, die Jungs hatten unter einem Mordsdruck gestanden“, so Deutschlands Chef de Mission, Karl Quade.

Auch bei den Paralympics macht Doping keinen Halt

„Der internationale Sport hat ein Glaubwürdigkeitsproblem wie nie. Über viele Nationen, die im Medaillenspiegel über uns stehen, schwebt ein berechtigtes Misstrauen. Wenn im Fußball einer Foul spielt, muss er vom Platz. Wenn hier einer Foul spielt, hat er Glück, wenn er zum richtigen Verband gehört“, so Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes.

Zwar waren die 1500 Kontrollen bei den Paralympics mehr als je zuvor. Das heißt aber auch, dass es unkontrollierte Athleten gab, die Siege gefeiert haben. Es kann nicht sein, dass ein Athlet, den zwei Jahre vorher noch niemand kannte, plötzlich von Weltrekord zu Weltrekord läuft.“

Auch Karl Quade äußerte sich kritisch zu den Weltrekord- Zahlen in Brasilien. „Eigentlich habe ich einen Sättigungsbereich erwartet. Dafür, dass er nicht eingetreten ist, gibt es vier Gründe: Die verbesserte Trainingsmethodik, das bessere Material, den gestiegenen Professionalismus- und eventuell Doping“. Außerdem sagte Quade: „Da stehen die Verbände in der Bringschuld. Wenn nicht alle Athleten unter gleichen Bedingungen antreten, ist das alles witzlos.“

 


Schlagworte: Gold, Paralympics 2016

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Datum: 19. September 2016
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