Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Tennis

Die märchenhafte Saison der Laura Siegemund

getty Images, Laura Siegemund

Laura Siegemund hat das Achtelfinale bei den US-Open verpasst. Doch das schmälert nicht die Leistungen, die die Deutsche zurzeit auf den Tennisplätzen der Welt zeigt. Obwohl sie bereits mit dem Sport aufgehört hatte, kämpft sie sich nun in der Weltrangliste immer weiter nach oben.

Veröffentlicht am 04. September 2016 von

(Hannover) Ihre Karriere war längst beendet. Vor vier Jahren hatte Laura Siegemund den Tennisschläger bereits beiseite gelegt. Zu enttäuschend waren ihre Leistungen. Auch ihren eigenen Ansprüchen lief sie deutlich hinterher. Wohl auch, weil die Erwartungen anderer von Anfang an zu hoch waren. Schon als Teenager galt sie als äußerst talentiert und wurde daher als neue Steffi Graf bezeichnet. Doch der Durchbruch auf der großen Tennisbühne blieb aus. Nach dem vorzeitigen Karriereende begann Siegemund Psychologie zu studieren und machte ihren A-Trainerschein. Darüber kam sie zurück zum Tennis und ist diese Saison so gut wie nie zuvor.

Unter Druck standhalten

Siegemunds Thema ihrer Bachelor-Arbeit war „Versagen unter Druck“. Genau dies scheint im Jahr 2016 bei ihr selbst kaum noch von Bedeutung zu sein. Im Gegenteil: Sie spielt völlig frei auf und versucht jeden Druck von sich fernzuhalten. So sagte sie nach dem völlig überraschenden Einzug in das Viertelfinale der Olympischen Spiele: „Ich bin entspannt und habe Spaß. Schon jetzt war das eine Riesenleistung“. Ihrer Spielweise sieht man ebenfalls die neue Lockerheit an. Auch Bundestrainerin Barbara Rittner zeigte sich beeindruckt: „Sie strotzt vor positiver Energie“.

Erstmals bei einem Grand Slam gesetzt

Mit ihren konstant guten Leistungen, hatte sich Siegemund in der Weltrangliste immer weiter nach vorne geschoben. Bei den diesjährigen US-Open war sie nun erstmals als gesetzte Spielerin angetreten, schaffte es dort bis in die dritte Runde. Dort scheiterte sie an Venus Williams, die siebenmalige Grand-Slam-Siegerin. Doch auch wenn Siegemund das Achtelfinale verpasste, war es erneut eine großartige Leistung. In der vergangenen Saison war sie noch in der ersten Runde gescheitert. Und mit diesen Erfolgen setzt sie sich vorerst in den Top 30 der Welt fest. Damit ist sie momentan die deutsche Nummer zwei im Damen-Tennis.

Der große Durchbruch gelingt in Stuttgart

Schon vor den US-Open und den Olympischen Spielen hatte die 28-jährige Spielerin gezeigt, wie stark sie geworden ist. Das Jahr 2016 begann bereits in Melbourne mit einem persönlichen Erfolg. Bei den Australian Open kam sie erstmals bis in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers. Im April erreichte sie zudem in Charleston das erste Mal ein Viertelfinale der Kategorie Premier. Der ganz große Coup gelang der Metzingerin schließlich beim WTA-Turnier in Stuttgart. Als Qualifikantin schaffte sie es durch Siege über Top-Ten-Spielerinnen wie Simona Halep, Roberta Vinci und die damalige Nummer zwei der Welt Agnieszka Radwanska bis ins Finale. In dem Endspiel scheiterte sie dann an der deutschen Nummer eins – Angelique Kerber.

Auch wenn dieses Finalspiel verloren ging, sollte sie nicht lange auf ihren ersten WTA-Titel warten müssen. Im Juli siegte sie nämlich beim Sandplatzturnier in Bastad gegen Katerina Siniaková. Im Doppel war sie bereits vergangene Saison dreimal auf der Tour erfolgreich. Nun stimmen auch die Leistungen im Einzel. Es war das erste Jahr, in dem sie sich für alle vier Grand-Slam-Turniere qualifizieren konnte. Und der Trend zeigt weiterhin nach oben. Welch Glück für sie, dass sie ihren Tennisschläger also nicht für immer beiseite gelegt hatte.


Schlagworte: Grand Slam, Laura Siegemund, US Open, WTA-Tour

Artikelinformationen


Datum: 04. September 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Lisa Brautmeier


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi