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Diskus-Gold für Harting – Jasinski holt Bronze

Jubel nach der Siegerehrung im Diskus-Finale: Piotr Malachowski, Christoph Harting und Daniel Jasinski auf dem Podest.

Für Christoph Harting, den jüngeren Bruder des Titelverteidigers Robert Harting, war es das erste internationale Edelmetall. Mit einem sensationellen Wurf auf 68,37 m schickte er den polnischen Favoriten Piotr Malachowski auf Rang zwei und sicherte sich ganz überraschend die Goldmedaille im Diskus-Wettbewerb von Rio. Bronze ging an den Wattenscheider Daniel Jasinski.

Veröffentlicht am 13. August 2016 von

(Banteln) Bereits gestern war es die Überraschung des Tages, als feststand, dass Robert Harting, der vier Jahre zuvor in London triumphierte, das Finale im Diskus-Wettbewerb verpassen wird. Aus deutscher Sicht qualifizierten sich für das Finale der besten zwölf Diskuswerfer „nur“ der jüngere Harting Bruder Christoph mit der drittbesten Weite (65,41 m) und Daniel Jasinski als Elfter (62,83 m). Titelverteidiger Robert Harting kämpfte mit einem ärgerlichen Hexenschuss, der ihm einen Strich durch die Rechnung machte. „Ich saß auf dem Bett und habe mit dem Fuß das Licht ausgemacht. Da ist es passiert“, erzählte Harting tief erschüttert nach dem Aus in der Qualifikation. Auch die neun Spritzen, die ihm noch vor dem Wettbewerb verabreicht wurden, halfen nichts. Nach zwei ungültigen Versuchen brachte er seinen allerletzten Wurf nur auf 62,21 m und verpasste so den Einzug ins Finale, sodass der Traum von der Titelverteidigung geplatzt war. „Es ist ein schlimmer Moment, die menschlichen Ressourcen sind leider begrenzt“, erklärt der 31-Jährige seine enttäuschende Leistung. Zuletzt hatten ihn viele Rückschläge aus der Bahn geworfen: „Erst der Kreuzbandriss, dann eine Muskelverletzung und Probleme mit dem Knie“. Umso erfreudiger für Harting dann das Auftreten seines sechs Jahre jüngeren Bruders Christoph im Finale des Diskus-Wettbewerbs.

Aus dem Schatten seines Bruders – Die Nervenstärke des Christoph Harting

Lange stand der jüngere Harting Bruder, für den es die erste Teilnahme an den Olympischen Spielen ist, durch seinen zweiten Wurf auf 66,34 m nur auf dem zweiten Rang und somit auf Silberkurs. Nachdem ihm sein Teamkollege DanieI Jasinski und der Este Martin Kupper sogar auf den vierten Rang und somit aus den Medaillenrängen rauswarfen, war klar, dass Harting im letzten Durchgang auf jeden Fall nochmal nachlegen muss. Der 25-Jährige  nahm alle Kräfte zusammen und schleuderte seine Scheibe auf sensationelle 68,37 m. Mit persönlicher Bestleistung beförderte er sich auf Platz eins vor den 33-jährigen Weltmeister aus Polen, sodass ihm die Silbermedaille nicht mehr zu nehmen war. Malachowski schaffte es als letzter Werfer jedoch nicht den Sensations-Wurf von Harting zu kontern, sodass er sich mit Silber genügen musste und dem Deutschen der Olympiasieg sicher war.

Bronze mit dem letzten Wurf – „Das ist einfach geil!“

Genau wie Olympiasieger Harting, hatte auch der Bochumer Daniel Jasinski seinen besten Wurf im letzten Versuch, als er die Scheibe auf 67,05 m schleuderte. Zuvor hatte der 27-Jährige lange auf dem vierten Platz gelegen und sich dann stark gesteigert. „Ich dachte: Alles oder Nichts. Das ist einfach geil!“

Jasinski geht alleine auf die Runde

Schnell war die Show des Olympiasiegers Christoph Harting jedoch auch im Stadion schon wieder vorbei. Denn die Ehrenrunde im Olympiastadion in Rio kostete nur Bronzemedaillen-Gewinner Daniel Jasinski voll aus und ließ sich von den vielen Zuschauern gebührend feiern. Olympiasieger Harting verschwand nach kurzem Jubel und kleinen Mätzchen schnell wieder in den Katakomben und lief fast unkommentiert an den Journalisten vorbei. „Ich bin kein Medienmensch, ich bin keine Kunstfigur, ich bin Sportler und lasse meine Leistung sprechen“, so der 25-Jährige. Auch der polnische Silbermedaillengewinner Malachowski verzichtete enttäuscht und verschwand schnell von der Bildfläche.

„Der Generationenwechsel ist eingeleitet“

Für Robert Harting, der den heutigen Tag als Zuschauer im Olympiastadion von Rio verbrachte und seinem kleinen Bruder Christoph natürlich die Daumen drückte, nahm Olympia dann doch noch einen etwas erfreulicheren Ausklang, als er es noch gestern gedacht hatte. Nach dem Wettbewerb postete er bei Facebook: „Hey kleiner Bruder, der Generationenwechsel ist eingeleitet. Ich freue mich extrem für dich. Du hast einen klaren Harting im letzten Versuch gezeigt. Sportlich brauche ich somit nichts mehr beweisen, denn das kannst jetzt du. Nimm es mit und pflege diese Fähigkeiten. Den Diskus schenke ich dir. Respekt! Zwei Olympiasieger im Einzelsport aus der selben Familie :)“.


Schlagworte: Bronze, Diskus, Gold, Harting, Jasinski, Leichtathletik, Olympia 2016, Olympiasieger

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Datum: 13. August 2016
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