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Doping: Populismus ist keine Lösung

Nach den Enthüllungen des vergangenen Jahres befindet sich die Leichtathletik in einem Selbstheilungsprozess. Der britische Leichtathletikverband „UK Athletics“ verfasste kürzlich 14 Reformvorschläge – überwiegend populisitischer Natur. Doch auch sinnvolle Lösungen haben die Briten hervorgebracht. Ein Kommentar.

Veröffentlicht am 14. Januar 2016 von

Der Kernsport der olympischen Sommerspiele hat eine neue Sphäre der Glaubwürdigkeitskrise erreicht. Nun ist der Sport einmal mehr bemüht, den Kopf selbst aus der Schlinge zu ziehen. Für die großen Sportfunktionäre bedeutet dies, meist mit ernster Mimik vor die Öffentlichkeit zu treten und zu versprechen, dass jetzt „alles viel viel besser werde“.

Und auch die Reformvorschläge, die UK Athletics veröffentlichte, sind zunächst einmal purer Populismus. Zugegeben: Die Wut, die Vorsitzender Ed Warner empfinden muss, ist verständlich. Doch sind die geforderten acht Jahre Sperre nach dem ersten Dopingvergehen und die Zurücksetzung aller Weltrekorde nicht einmal ansatzweise die Lösungen der Probleme. Eine solch lange Sperre bei Erstvergehen ist juristisch zum Einen nicht umsetzbar und zum Anderen kann die Schuldfrage bei einem positivien Dopingbefund nicht zwangsläufig geklärt werden.

Auch die Weltrekorde auf null zu setzen, würde im Umkehrschluss nur eine neue Jagd auf illegale Leistungssteigerung eröffnen. So haben die Athleten in der Vergangenheit die gefährlichen Substanzen zu sich genommen, um die Gier der Zuschauer, Medien und Manager nach neuen Rekorden zu befriedigen. Sollten die passiven Konsumenten dieses Sports an dieser Stelle nicht eher sensibilisiert werden?

Ferner geraten die Ärzte und die sportlichen Verantwortlichen der Verbände in der öffentlichen Diskussion viel zu kurz. Schließlich sind sie es, die den Sportlern die Dopingmittel verabreichen bzw. die Vergehen anordnen. Die Athleten selbst sind häufig ein Opfer des korrupten Systems und haben gar keine andere Wahl als im Dopingkarussell mitzufahren.

Doch UK Athletics konnte auch sehr sinnvolle Reformen aufzeigen: So wollen sie zum Beispiel ein öffentliches Register aller Dopingtests einführen, um für mehr Transparenz zu sorgen. Transparenz ist das entscheidende Wort für einen gesünderen und vor allem skandalfreieren Sport. Die Datensammlungen der Athleten könnten in der Tat als Grundlage dienen, um dem Zuschauer den Sport wieder glaubwürdiger zu veranschaulichen.


Schlagworte: Doping, Doping Skandal, Ed Warner, Leichtathletik, Olympische Spiele, Populismus, UK Athletics

Artikelinformationen


Datum: 14. Januar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Fabio Löber
Korrektur: Caro Simon


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