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Dopingfall löst Diskussion für die EM aus

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Wegen der Einnahme illegaler Fatburner droht Liverpool-Verteidiger Mamadou Sakho eine lange Sperre und der Ausschluss bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Mit einer Sanktion für den Verein ist dagegen nicht zu rechnen.

Veröffentlicht am 25. April 2016 von

(Hannover) Als „Witz des Jahrhunderts“ bezeichnete Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund, die späte Bekanntgabe des positiven Dopingtests von Sakho. Er zeigt sein Unverständnis darüber, dass die positive A-Probe des französischen Innenverteidigers erst am Samstag veröffentlicht wurde, obwohl er bereits am 17. März positiv getestet wurde. Die Europa-League-Spiele des BVB gegen die Elf von Klopp fanden allerdings erst drei, beziehungsweise vier Wochen später statt. War nicht also genug Zeit da, um den Torschützen des Rückspiels für die Spiele gegen die Dortmunder zu sperren?

B-Probe gibt Klarheit

Fest steht, dass die Dopingverfahren, die im Fußball angewendet werden, erst nach Wochen oder Monaten ein eindeutiges Ergebnis hergeben können. Im Falle vom Liverpool-Verteidiger muss die B-Probe abgewartet werden, um zu klären, ob der 26-Jährige tatsächlich gedopt hat. Bis dahin ist Sakho für alle Wettbewerbe der Reds suspendiert. Seine Mannschaft muss keine Konsequenzen befürchten, da die UEFA erst bei mehr als zwei positiv getesteten Spielern Sanktionen an den Verein ausspricht. Die Frage, wieso die UEFA die positive A-Probe nicht als sofortigen Anlass genommen hat, um den Verteidiger vor den Viertelfinal-Begegnungen gegen den BVB zu sperren, bleibt weiter bestehen.

Zorc fordert Entwicklung

Die Dortmunder werden keine Beschwerde bei der UEFA einlegen. Das Aus im Viertelfinale „haben wir uns selbst zuzuschreiben“, sagt Zorc. Der 53-Jährige fordert jedoch gerade im Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich ein Umdenken des Verfahrens, um Dopingsünder früher zu sperren. Im Falle eines schnelleren Ergebnisses der A- und B-Probe und einer sofortigen Veröffentlichung des Vorfalls könnten die gedopten Spieler nicht wie bisher das komplette Turnier bis zum Ende durchspielen, sondern würden bereits kurz nach dem Testergebnis sanktioniert werden. Welchen Sinn hat es also bei einem vierwöchigen Turnier, wenn ein Spieler erst Wochen nach seinem Dopingfall überführt wird? Zorg hat eine eindeutige Meinung zum bisherigen Verfahren: „So ist das totaler Quatsch.“

Erneute Debatte über Doping im Fußball

Der Fall „Sakho“ löst nicht nur Diskussionen über die Dopingverfahren bei der kommenden Europameisterschaft aus, sondern spaltet die Gemüter nun wieder, ob Doping im Fußball überhaupt sinnvoll ist. Sandro Wagner, Torjäger des SV Darmstadt 98, sagte im ZDF Sportstudio: „Ich denke nicht, dass Doping im Mannschaftssport viel hilft.“ Zwar stimmt es, dass beispielsweise Blutdoping im Ausdauersport einen größeren Einfluss auf das Ergebnis hat, aber mit der chemischen Manipulation lassen sich Leistungsfaktoren wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Konzentration steigern. Nach dem postiven Testergebnis von Mamadou Sakho muss also nicht nur über das allgemeine Dopingverfahren im Fußball diskutiert werden. Es muss vielmehr ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass das Doping keinen Umweg um den Fußball macht.

 

 

 


Schlagworte: Borussia Dortmund, Doping, Europameisterschaft, FC Liverpool, Mamadou Sakho

Artikelinformationen


Datum: 25. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Alexander Flohr


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