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Dürener Volleyball auf europäischer Bühne – Ein Rückblick

Die SWD powervolleys aus Düren stehen im Viertelfinale des CEV-Pokals. Der Europa League im Volleyball, um es mit König Fußball zu vergleichen. Erstmals seit der Saison 2010/2011 schlagen die Spieler rund um ihren seit dieser Saison tätigen Trainer Anton Brams wieder auf internationalem Parkett auf. Höchste Zeit sich noch einmal an die größten Erfolge zurückzuerinnern, bevor es in der kommenden Woche gegen den italienischen Vertreter aus Perugia geht.

Veröffentlicht am 17. Januar 2016 von

Die russische Stadt Belgorod und die Azoren liegen weit mehr als 5000 Kilometer auseinander. Die Dürener sind im europäischen Wettbewerb also schon häufig weit gereist und haben an jedem der Pokalwettbewerbe, sei es der CEV-Pokal oder die Champions League, teilgenommen.

Erstmals trat das Flagschiff des Dürener Turnvereins nach der Jahrtausendwende auf das europäische Parkett. Im gleichen Wettbewerb wie heute unterlag man trotz Satzführung in Innsbruck. In der Turnhalle des Burgau-Gymnasiums, das zu dieser Zeit als Heimstätte diente, folgte im Rückspiel das Aus bereits in der ersten Runde. Es war ein erster Test, der ausreichend Hoffnungen schürte, dass auch in den Folgejahren europäischer Spitzenvolleyball in Düren möglich sein könnte.

Erste K.O.-Runde nach drei Spielzeiten

Es sollte nicht viel länger als drei Jahre dauern, bis erstmals ein Weiterkommen gefeiert werden konnte, nach einer Ausscheidungsrunde, die die powervolleys mit zwei Siegen und einer Niederlage überstanden, ging es gegen Lille.  Doch bereits im Achtelfinale machte sich der Qualitätsunterschied bemerkbar, denn an der französichen Spitzenmannschaft scheiterte Düren nach beiden Partien insgesamt mit 2:6 in den Sätzen.

Die spektakulärste Phase sollte aber direkt im kommenden Jahr folgen. Als Vizemeister stand die Teilnahme am höchsten Wettbewerb fest. Die Champions League gastierte in Düren.

Der größte Erfolg gelang im letzten der sechs Vorrundenspiele, wo man mit Sisley Treviso ein Top-Team von internationalem Hochformat mit 3:2 schlagen konnte. Trotz des prestigeträchtigen Sieges reichte es nicht für die nächste Runde. Denn neben zwei Siegen standen vier Niederlagen zu Buche, die das Aus nach der Gruppenphase bedeuteten.

Aber damit nicht genug, denn auch im Folgejahr stand die Champions League neben der Meisterschaft und dem nationalen Pokal auf dem Programm. Leider erfolgte auch hier das Aus nach der Gruppenphase, aber alle zehn Spiele waren ein Bonbon für das Publikum in der Dürener Arena, die erstmals als Heimstätte internationalen Flair versprühte. Erneut reichten zwei Erfolge nicht, aber der Heimerfolg gegen Podgorica war der erste Sieg einer Dürener Mannschaft auf europäischer Bühne vor heimischem Publikum. Ein großer Moment und bis heute in den Köpfen der Fans unvergessen.

Finanzielle Engpässe erlauben Champions League nicht

Im Folgejahr, der Saison  2007/2008 sollte nach der dritten Vizemeisterschaft in Folge eine erneute Teilnahme an der Champions League folgen. Aber das Turnier war wegen seiner finanziellen Belastung zuviel für die doch knapp befüllte Kasse eines Bundesligisten im Volleyball, der auf keinen hiesigen finanziellen Geldgeber zurückgreifen kann. Im CEV-Pokal, der die alternative zur Teilnahme an der Königsklasse war, folgte dann leider das schnelle Aus. Somit hatte es sich doch irgendwie gelohnt auf die Champions League zu verzichten, denn qualitativ wäre die Mannschaft, die nach der vorangegangenen Spielzeit zahlreiche Verluste einstecken musste, keineswegs konkurrenzfähig gewesen.

Folglich blieben wegen schwächerer Leistungen in der Liga die Möglichkeit erneut europäisch aufzulaufen aus. Erst zur Spielzeit 2010/2011 stand noch einmal der CEV-Pokal an. Der aktuelle Erfolg, bis ins Viertelfinale einzuziehen, gelang damals auch. Unter den letzten acht Mannschaften hatte Düren die Möglichkeit gegen Rzeszow einen wahren Paukenschlag zu landen, aber der Gegner aus Polen erwies sich als zu groß.

Der letzte Auftritt vor der diesjährigen Spielzeit sollte die Teilnahme am Challenge Cup sein, dem drittklassigsten Wettbewerb des europäischen Volleyballverbandes.  Ein frühes Aus konnten die Dürener nicht vermeiden, bereits in der ersten Runde war gegen das Team der Azoren Schluss.

Von Belgogrod bis zu den Azoren vor Portugal war alles dabei. Große Siege, knallende Pleiten und jede Menge ausverkaufte Hallen. Auch diese Spielzeit im CEV-Pokal hat jede dieser Attribute bis auf die Niederlagen aufzeigen können. Über Lyon und Budejovice führt der Weg nun nach Perugia. Eine spannende Begegnung mit einem echten Schwergewicht aus einer der besten Ligen Europas.

Eine Minimalchance besteht immer, auch wenn die Vorzeichen eigentlich auf einen klaren Sieg der Italiener hindeuten.  Aber das allein die Teilnahme und das Viertelfinale sind Grund genug für jeden volleyballbegeisterten Dürener, ihre Mannschaft zu huldigen und beim hochwertigsten Spiel des noch jungen Jahres dabei zu sein.


Schlagworte: CEV-Pokal, Champions-League, Düren, Europa, SWD powervolley Düren, Volleyball

Artikelinformationen


Datum: 17. Januar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Alexander Kast
Korrektur: Sven Brinkmeyer


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