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EM Countdown – Der gefährliche Nachbar

Österreich EM 2016

Zum ersten Mal in der Geschichte der Europameisterschaft qualifiziert sich die österreichische Nationalmannschaft aus eigener Kraft für das Turnier. Neun Siege in zehn Spielen machen die Österreicher plötzlich zum Geheimfavoriten.

Veröffentlicht am 22. Mai 2016 von

(Hannover) Ungeschlagen, neun Siege in zehn Spielen und ein Torverhältnis von 22 zu 5 Toren. Mit dieser grandiosen Leistung in der EM-Qualifikation sicherten sich die Alpenkicker das erste Mal in der Geschichte der Europameisterschaft die Teilnahme aus eigener Kraft. In der Turniergruppe F stehen mit Portugal, Island und Ungarn machbare Gegner auf dem Zettel der Mannschaft von Trainer Marcel Koller.

Mit Zusammenhalt und Konstanz zum Erfolg 

Die starken Leistungen der ÖFB-Auswahl kommen nicht von ungefähr. Seit der Übernahme von Trainer Marcel Koller im November 2011 verbesserte sich das Team Schritt für Schritt immer weiter. Die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien scheiterte noch knapp in den Play Off’s, allerdings ließ sich vor zwei Jahren bereits das Potenzial dieser Mannschaft erahnen. Marcel Koller hat es nach vielen Jahren der Erfolglosigkeit geschafft, eine Mannschaft aufzustellen, die mehr als nur konkurrenzfähig ist. Als bestes Team der Qualifikation machten die Österreicher in vielen Spielen auf sich aufmerksam und  gelten mit Portugal zusammen als Favorit der Gruppe F für den Einzug in die KO-Runde.
Trotz dem Verpassen der WM-Endrunde 2014 durfte Marcel Koller seine Arbeit fortsetzen. Dieses Vertrauen und diese Kontinuität sind der Grundstein der starken Nationalmannschaft. Spiel für Spiel setzt der erfahrene Coach auf das selbe System und verzichtet auf große Experimente. Der Vorteil dieser Konstanz sind ein enormer Zusammenhalt, ein perfekt abgespieltes Team und viele perfekt funktionierende Spielzüge. In der Qualifikation zeigte sich bereits mehrfach, wie gut die Laufwege und Passkombinationen in den Köpfen der Spieler eingespeichert sind und welche Stärken jeder einzelne der Kollegen auf dem Platz besitzt. Ein Vorteil, den viele andere Nationalteams in Europa nicht haben.

Ein Kader mit allen Gesichtern des Fußballs 

Der Auswahl des ÖFB setzt sich aus vielen Teilstücken zusammen. Anders als zum Beispiel beim DFB-Team gibt es keinen speziellen Fokus auf einzelne Teams oder bereits bestehende Systeme. Marcel Koller hat eine spezielle Vorstellung vom Spiel der Mannschaft und diese setzt er mit seinen Kandidaten um.
Der zwischenzeitliche Ersatztorhüter von Hannover 96 Robert Almer steht trotz der fehlenden Praxiszeit der letzten Saison weiterhin zwischen den Pfosten der Österreicher und ließ in der Qualifikation nur fünf Gegentore zu. Mit dem Ingolstädter Torhüter Özcan steht ein erfahrener Ersatzmann zur Verfügung.
Abwehrchef Dragovic (Dinamo Kiew) koordiniert mit dem Salzburger Hinteregger die Verteidigung von innen heraus. Auf den Außen stehen mit dem Stuttgarter Florian Klein und dem frischen englischen Meister aus Leicester Christian Fuchs zwei starke Außenverteidiger zur Verfügung, die an der Außenlinie auch die nötigen Akzente nach vorne setzen können.
Das Herz der Mannschaft steht definitiv als Sechser vor der Abwehr und koordiniert das gesamte Mittelfeld. Mit dem Weltstar vom FC Bayern München David Alaba steht einer der weltbesten und wandelbarsten Spieler des Fußballs im Aufgebot der Österreicher. Gemeinsam mit dem Mainzer Baumgartlinger stehen die beiden Bundesliga-Spieler vor der Abwehr und setzen die Impulse für die Dreier-Offensivkette der Österreicher. Dieser Dreiverbund besteht meist aus dem Bremer Junuzovic, dem Stuttgarter Martin Harnik und dem Ex-Bremer von Stoke City Marko Arnautovic und versorgen die alleinige Spitze mit Bällen. Als Solo-Stürmer hat Marcel Koller die Wahl zwischen Rubin Okotie (1860 München), Lukas Hinterseer (FC Ingolstadt) und Marc Janko (FC Basel). Letztgenannter trifft konstant in jedem zweiten Spiel und sorgt damit für eine konstante Torgefahr in der Offensive.

Leistungen der Qualifikation als Chance?

Die Chancen der Österreicher in der Gruppe F die Endrunde zu erreichen könnten denkbar schlechter sein. Mit Portugal steht zwar eine internationale Topmannschaft als Gegner auf dem Zettel, mit Ungarn und Island aber auch zwei Mannschaften, die durchaus schlagbar sind. Das Team von Koller kennt sich nach vielen Jahren bereits sehr gut und wird mit fast der selben Mannschaft ins Turnier starten, die auch die Qualifikation dominiert hat. Nach den Leistungen in der Qualifikation muss sich das Team aus Österreich vor keinem Gegner im Turnier verstecken und ein paar Experten schreiben dem Team sogar eine Geheimfavoriten-Rolle auf den Titel zu. Das Erreichen der Viertelfinals dürfte für die Auswahl keine Schwierigkeiten darstellen. Wie weit der Weg der Österreicher gehen kann, werden die nächsten Wochen zeigen.


Schlagworte: Alaba, EM 2016, Europameisterschaft, Geheimfavorit, ÖFB, Österreich

Artikelinformationen


Datum: 22. Mai 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Patrick Herrmann


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