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EM – Countdown Forza Azzurri? Wie stark ist die Squadra Azzurra wirklich

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Seit der WM 2006 lechzen die Italiener nach dem nächsten Titel. Die Jahre des großen Andrea Pirlo für die Squadra Azzurra sind beendet. Immer neue Infos über verletzte Spieler trüben die Aussicht auf Erfolg, doch davon zeigt sich das italienische Volk unbeeindruckt.

Veröffentlicht am 30. Mai 2016 von

Ungeschlagen durch die Qualifikation gegangen, letztlich souverän als Erster abgeschlossen. Doch noch überzeugt nicht alles bei den Italienern. Viele verletzte Leistungsträger trügen das Bild für die EM. Altstars und vormals entscheidende Spieler gilt es zu ersetzen.

(Hannover) Mit Bekanntgabe des vorläufigen 30-Mann Kaders konnte es einen als Außenstehenden schon verwundern was Nationalcoach Conte dort nominiert hat. Doch auf den zweiten Blick klärt sich, warum der rigorose Trainer aus Apulien so gehandelt hat. Im Team Italien spielt der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft eine übergeordnete Rolle und erst danach wird die Qualität des Einzelnen herangezogen. Unter diesen Aspekt fällt auch Deutschlandschreck Mario Balotelli.

„Zwei Tore reichen nicht für einen Platz in der Nationalmannschaft“

So beschrieb Conte schon 2015 die Situation: „Konstanz und Erziehung gehören zur Basis.“ Diese Attribute konnte Balotelli einfach nicht aufbieten. Durch Verletzungen und immer wieder grassierende Skandale, hat sich „Super Mario“ selbst aus dem Fokus gebracht. Dabei war er 2015 noch sehr zuversichtlich, bis Antonio Conte ihn eiskalt auflaufen ließ. „Ich erwarte es kaum“, sagte Balotelli mit Sicht auf die EM 2016 in Frankreich. Doch der Trainer hatte da schon einen anderen Plan. Als Antwort auf die Aussage gab Conte dann ein kurzes Statement: „Was genau, uns im Fernsehen zu sehen?“ Die Wertschätzung für ihn, im traditionell sehr emotionalen Italien, geht eh gegen Null. Zu oft wurden die Fans von Balotelli enttäuscht und verprellt.

Meister Juventus bildet den Kern der Mannschaft

Für den berufenden Kader gilt es nun, trotz aller Widrigkeiten, ein ganzes Volk stolz zu machen. Juventus Turin bildet mit sieben Spielern im momentanen 30-Mann Kader den größten Block. Der Defensivverbund um Gianluigi Buffon, Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli soll helfen die nötige Stabilität zu gewährleisten. Eingespielt aus dem Verein, dürfte dies ein Faustpfand sein, dem schwer beizukommen ist. Vor der Abwehrreihe dürfte, wenn rechtzeitig fit, Daniele De Rossi den Laden zusammenhalten. Der designierte Nachfolger von Gennaro Gattuso ist es, der als Anführer das Team auf dem Feld die organisierte Struktur verleiht, die bisher jede italienische Mannschaft ausgezeichnet hat. Taktisches Verständnis sowieso einer der großen Pluspunkte in einer nicht immer ausdauernden Elf Italiens.

Ausfälle und Rücktritte beschränken die Auswahl

Die EM steht, nicht nur für Italien, unter keinem guten Stern. Viele wichtige Ausfälle pflastern den Weg zum Turnier. Bei Italien ist, nach dem Rückzug von Pirlo aus der Nationalmannschaft, ein Vakuum entstanden, dass es von zwei Spielern zu stopfen galt. Das Problem welches sich hier für Italien ergibt ist, dass genau diese zwei Spieler für das Turnier ausfallen werden. Mit Marchisio fehlt der, von Pirlo selbst, auserkorene Nachfolger aufgrund einer Verletzung am Kreuzband. Der zweite Part der Kombination, Verratti, leidet unter anhaltenden Leistenproblemen und verpasst die Europameisterschaft ebenso. Ein herber Schlag, sollten die beiden doch als Achse den Altmeister, zumindest ansatzweise, ersetzen. Hinter anderen Spielern steht noch ein Fragezeichen. Allen voran Lorenzo Insigne, der mit Neapel eine gute Saison gespielt hat, wackelt noch.

Veränderungen auch auf der Trainerbank

Dass Trainer Antonio Conte nach der EM den Chelsea Football Club übernehmen wird ist schon länger bekannt. Ein Nachfolger für die Squadra Azzurra wird händeringend gesucht, doch für das aktuelle Turnier zaubert Italien einen alten Bekannten aus dem Hut. Der letzte Weltmeistertrainer, Marcello Lippi, wird unterstützend zur Seite gestellt. Mit seiner Erfahrung und auch dem taktischen Verständnis wird er dem Team einen weiteren Schub verleihen. Womöglich ein psychischer Taktikkniff, wie sie die Italiener zu Hauff beherrschen.

Eine Prognose verbietet sich

Bei Italien weiß man oft nicht woran man ist. Die größten Erfolge der jüngeren Vergangenheit entstanden aus einer geschlossenen Einheit des Teams. Im Schatten von Skandalen, wie etwa der Manipulations-Affäre vor der WM 2006, oder aber Tragödien, wie der von Gianluca Pessotto ebenfalls 2006, entwickelte sich ein eingeschworener Haufen. Hinter vorgehaltener Hand wird in Italien wieder gehofft, dass ein solches Ereignis eintritt, um den Geist der Mannschaft wieder zu erwecken. Als kleine Hoffnung dürfte für die Italiener dienen, dass tatsächlich ein, momentan noch kleiner, Skandal aufwartet. Spiele der Serie-B und womöglich auch der Serie-A sollen abgesprochen gewesen sein.
Das Volk jedenfalls, egal ob der momentanen Schwierigkeiten, erwartet den Titel. Nichts anderes hat eine Nationalmannschaft aus Italien zu erreichen für sein Land.


Schlagworte: Antonio Conte, Europameisterschaft 2016, Gianluigi Buffon, Giorgio Chiellini, Italien, Leonardo Bonucci, Marcello Lippi, Mario Balotelli, Squadra Azzurra

Artikelinformationen


Datum: 30. Mai 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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