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Fußball

EM Countdown – Fußball im Morgenland

Quelle: gettyimages
Fotograf: Evrim Aydin
Anadolu Agency

Die türkische Mannschaft ist zurück auf der großen Fußball-Bühne. Nach verpasster Europameisterschaft 2012 und der Weltmeisterschaften im Jahr 2010 und ’14, wandelte das Team lange auf „Messers Schneide“, qualifizierte sich in letzter Sekunde für das Turnier. Ein Außenseiter mit Überraschungspotenzial!?

Veröffentlicht am 31. Mai 2016 von

(Hildesheim) Nach der EM-Qualifikation der Türkei war die Euphorie im Lande groß. Man feierte die Rückkehr auf die europäische Bühne als Wunder, die Qualifikation schien durch festen Glauben erzwungen. Doch auf die Freunde folgt die Ernüchterung, die Ausgangslage ist prekär. Mit Gegnern wie Spanien, Kroatien und Tschechien scheint das Vorrunden-Aus besiegelt.

Mit Glück zum Erfolg

Ob die türkische Mannschaft verdient die Vorrunde erreicht hat ist Ansichtssache. Fakt ist, dass sich das Team zu Anfang der Qualifikationsrunde keinesfalls mit Ruhm bekleckert hat. Oftmals war das Auftreten zu ängstlich, viele Spielzüge wirkten unbedacht und wahllos. Selten überzeugte das gesamte Team. Man spielte mehr schlecht als recht, gewann allerdings trotzdem. Eine Tatsache, die von Siegeswillen und Zusammenhalt der Mannschaft zeugte, jedoch nicht unbedingt vom fußballerischen Können.

Fans fordern Veränderungen

Doch mit voranschreitender Qualifikationsphase vollzieht sich ein Wandel innerhalb der Mannschaft. Aus Einzelspielern wird ein Team das sich gegenseitig unterstützt, füreinander einsteht. Und dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den Fans. Diese scheinen maßgeblich an der positiven Entwicklung beteiligt, öffneten Verantwortlichen und Spieler die Augen. Das Team um Trainer Fatih Terim erlebt einen Aufschwung, verliert in der EM-Quali keine Partie mehr, qualifiziert sich für die Vorrunde. Letztgenanntem ist in dieser Hinsicht jedoch keinesfalls überschwängliches Lob auszusprechen. Der Trainer setzt häufig auf alteingesessene Spieler, bremst oftmals den Willen nach Innovation und Veränderung.

Torwart als Erfolgsgarant?!

Mit dem Torwartwechsel auf Volkan Babacan scheint sich ein Ruhepol innerhalb der Mannschaft zu bilden. Der bodenständige Torwart von Istanbul Başakşehir FK bringt Ordnung in die Mannschaft, gibt seinen Teamkameraden eine gewisse Sicherheit. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Volkan Demirel, der häufig sehr reserviert auftrat, ist der 27-jährige der heimliche Motivator der Mannschaft. Er stärkt dem Team den Rücken und wirkt als „Streitschlichter“ in Krisensituationen.

Players to watch

Die Würfel sind gefallen, der endgültige Kader bekanntgegeben. Die Türkei bestreitet die Endrunde der Europameisterschaft in Frankreich mit einen Aufgebot, das vor Allem für den Glauben an die eigene Liga steht. 17 Spieler aus der „Süper Lig“ finden sich im Aufgebot wieder.

Taktisch agieren die Türken in einem klaren 4-2-3-1. Dabei ist der Angriff die momentane „Baustelle“ im Team. Bester Torschütze der Qualifikation war Mehmet Topal, ein defensiver Mittelfeldspieler. Dieser Umstand zeugt davon, dass die Offensive noch nicht ganz „ausgefeilt“ ist. Mit Cenk Tosun (Besiktas) und Emre Mor (FC Nordsjaelland) hat der Trainer allerdings zwei Top-Akteure im Team, die in der vergangenen Saison mit bärenstarken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Und auch Burak Yilmaz (Beijing Guoan) könnte mit seiner Erfahrung eine Bereicherung sein.

Während in der Offensive noch Aufbauarbeit geleistet werden muss, steht in der Abwehr eine kompakte Formation zu Buche. In der Innenverteidigung verstärken mit Semih Kaya und Hakan Balta zwei Teamkameraden von Galatasaray Istanbul das Aufgebot. Auf der linken Abwehrseite ist im Normalfall Caner Erkin (Fenerbahce) gesetzt, auf der rechten Seite spielt Gökhan Gönül (Fenerbahce).

Auch das Mittelfeld ist gut „bestückt“. Ein besonderes Augenmerk sollte dort wohl auf Standardspezialist Hakan Calhanoglu und Arda Turan gelegt werden, der als bester Einzelspieler im Zweifelsfall eine Schlüsselrolle spielen kann. Und auch Ozan Tufan, der als einziger Akteur alle Qualifikationsspiele bestritten hat, ist mit seiner Technik und Erfahrung als Stammspieler gesetzt. Mit Bundesliga „Newcomer“ Yunus Malli steht zudem ein weiterer, exzellenter Offensivspieler zu Verfügung.

Quoten Top oder Flop?

Insgesamt verfügt die Türkei über einige Spieler mit großem Potenzial, die ihr Können bereits in der heimischen oder ausländischen Liga unter Beweis gestellt haben. Das „Problemkind“ Angriff könnte zu einem Nachteil werden, der fehlende Stürmer jedoch auch von torgefährlichen Mittelfeldspielern ersetzt werden. Gegen Mannschaften wie Spanien, wird die Türkei ihre ganze Raffinesse unter Beweis stellen müssen. Sollte die Elf vom Bosporus die Leistung der Qualifikationsrückspiele wiederholen können, scheint ein Achtelfinaleinzug nicht ausgeschlossen, ein unerwartetes Weiterkommen keine Sache der Unmöglichkeit.


Schlagworte: EM-Qualifikation, Europameisterschaft 2016, Fatih Terim, Süper Lig, Türkei, Türkische Nationalmannschaft

Artikelinformationen


Datum: 31. Mai 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marie-Sophie Zieseniß


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