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EM-Countdown – Kroatien lebt von Einzelkönnern

getty images, kroatische Nationalmannschaft

Kroatien hat sich nur knapp für die Europameisterschaft in Frankreich qualifizieren können. Die Erwartungen der Fans sind extrem hoch, der Trainer relativ neu und ein wichtiger Spieler fehlt aus disziplinarischen Gründen. Die Vorzeichen könnten besser sein.

Veröffentlicht am 31. Mai 2016 von

(Hannover) Die Kroaten selbst erwarten für diese Europameisterschaft besonders viel von ihrer Nationalmannschaft. Die jetzige Generation soll endlich die goldene von 1998 überragen. Damals hatte Kroatien den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft belegt. Diese fand damals in Frankreich statt – ein gutes Omen für 2016?

Es ist mittlerweile die fünfte EM-Teilnahme für die Kroaten. Doch der Weg dahin war alles andere als einfach und die Qualifikation lief nicht reibungslos ab. Die Mannschaft musste bis zum letzten Spieltag um das Ticket nach Frankreich bangen. Nach einer Nullnummer gegen Aserbaidschan und einer Niederlage in Norwegen wurden den Spielern Einstellungs-Defizite nachgesagt. Niko Kovac, aktuell Trainer bei Eintracht Frankfurt, wurde nach diesen Spielen entlassen. Ante Cacic übernahm im September 2015 und brachte Kroatien mit zwei anschließenden Siegen doch noch zur EM nach Frankreich.

Kader mit großer internationaler Erfahrung

Das Team von Cacic besteht aus vielen Profis, die in den europäischen Topligen spielen. In der Nationalmannschaft konnten diese zusammen jedoch selten entsprechende Leistungen abrufen. Sowohl bei der vergangenen WM, als auch bei der Europameisterschaft 2012 kam das Aus bereits in der Vorrunde. Einer der besten Spieler Kroatiens ist Luka Modric, der als amtierender Champions-League-Sieger nach Frankreich reisen wird. Der Spieler von Real Madrid ist vor allem für das Lenken des Aufbauspiels der Nationalmannschaft zuständig. Weitere Stars sind Ivan Rakitic vom FC Barcelona und Ivan Perisic und Mario Mandzukic, die besten Torschützen Kroatiens während der Qualifikation.

Die Stärken liegen in der Offensive

Kroatiens größte Stärke ist das glänzend besetzte Mittelfeld, das variantenreich nach vorne spielen kann. Cacic lässt meist in einem 4-2-3-1 spielen. Die Angriffe erfolgen dabei durch Vorstöße über die Flügel oder die technisch versierten Spieler kombinieren sich durch die Mitte. Viele Spieler verfügen zudem über eine große internationale Erfahrung, jedoch neigt die Abwehr Kroatiens öfters zu individuellen Aussetzern.

Ein namhafter Spieler fehlt

Die Abwehr ist zudem noch einmal geschwächt worden, da Cacic den starken und wichtigen Innenverteidiger Dejan Louvren vom FC Liverpool nicht in den Kader berief. Louvren hatte vom Trainer eine Stammplatzgarantie gefordert. Cacic reagierte mit der vorübergehenden Nichtbeachtung des Verteidigers: „Eines Tages, wenn er versteht, dass er sich unbedachte Äußerungen über das Team, die Spieler und den Trainer nicht leisten kann, wird es einen Weg zurück für ihn geben“.

Das Viertelfinale wäre ein Erfolg

Kroatien wurde in die Gruppe D mit Spanien, Tschechien und der Türkei gelost. Das Erreichen des Achtelfinales ist bei dieser Konkurrenz auf jeden Fall möglich, ja sogar die Pflicht, da ja eventuell selbst der dritte der Tabelle weiterkommen kann. Bei Top-Leistungen auf dem Platz und je nach Gegner könnte Kroatien auch das Viertelfinale erreichen. Dies wäre jedoch schon ein großer Erfolg, aber nicht völlig unwahrscheinlich. Dass Modric und Co. jedoch die Mannschaft von 1998 in den Schatten stellen werden, ist dann doch eher nicht abzusehen.


Schlagworte: Ante Cacic, Europameisterschaft 2016, Ivan Rakitic, Kroatien, Luka Modric, Mario Madzukic

Artikelinformationen


Datum: 31. Mai 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Lisa Brautmeier


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