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EM – Countdown: Ungarn meldet sich zurück

Quelle: Getty images

Ungarn schafft es nach 44 Jahren erstmals wieder in eine EM-Endrunde und muss sich in Gruppe F gegen Portugal, Österreich und Island behaupten.

Veröffentlicht am 31. Mai 2016 von

Nach einer langen Durststrecke ist die ungarische Nationalmannschaft wieder auf dem Weg nach Oben. Erstmals seit 30 Jahren ist es ihnen gelungen, sich wieder für ein großes Turnier zu qualifizieren. Doch wie stehen die Chancen bei dieser Europameisterschaft für das unerfahrene Team?

 

Fehlen Ungarn die Stars?

Die Spieler der ungarischen Auswahl werden stets mit den Helden von damals verglichen. Große Namen wie Ferenc Puskas, Nandor Hidegkuti oder Jozsef Bozsik haben sich in den Köpfen der ungarischen Fans festgesetzt. Die Spieler der „goldenen Elf“ von 1954 schafften es eindrucksvoll ins WM Finale, in dem sie schließlich Deutschland unterlagen. Auf der heutigen Nationalelf liegt also ein enormer Druck, endlich wieder Erfolge verschreiben zu können. Trainer Bernd Storck sagt dazu: „Obwohl deren Erfolge 60 Jahre zurückliegen, werden die heutigen Spieler immer noch an den Helden von damals gemessen. Das finde ich sehr Schade. Die Jungs hätten eine faire Chance verdient, sich ohne Druck weiter zu entwickeln“. Denn heute stehen keine Topstars im ungarischen Kader. Der Großteil besteht aus jungen und vor allem unerfahrenen Spielern. Eine Ausnahme ist Gábor Király. Der Torwart, der bereits bei Hertha BSC, Crystal Palace und 1860 München gespielt hat, kann mit einem Einsatz beim ersten EM-Match gegen Österreich eine weitere Bestmarke sichern: Er wäre mit seinen 40 Jahren der älteste Spieler bei einer Europameisterschaft. Für die Meisten werden einzig die vier Deutschen Spieler, die von Bernd Storck in den endgültigen Kader berufen wurden, ein Begriff sein. László Kleinheisler (Werder Bremen), Ádam Szalai (Hannover 96), Zoltán Stieber (1.FC Nürnberg) und Keeper Péter Gulásci (RB Leipzig) dürfen mit nach Frankreich fahren.

Deutscher Trainer – ein gutes Omen?

Der Trainer der Magyaren, Bernd Storck, betreut die Mannschaft seit Juli 2015. Der Deutsche hat in seiner kurzen Amtszeit schon mehr erreicht als seine Vorgänger in den letzten 30 Jahren: Die Qualifikation für ein internationales Turnier. Zusammen mit seinem neu zusammengestellten Trainerteam, bestehend aus Co-Trainer Andreas Möller und Torwarttrainer Holger Gehrke, verändert er das Spielsystem und möchte den ungarischen Fußball wieder voranbringen. Der 56-Jährige, der in seiner aktiven Zeit für VfL Bochum und Borussia Dortmund spielte, fungierte nach seiner Karriere als Co-Trainer bei diversen Bundesliga Vereinen. 2008 wagte er dann den Schritt ins Ausland und wurde Cheftrainer der U-21 Nationalmannschaft in Kasachstan. Ein deutscher Trainer mit viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen sollte nicht die schlechteste Grundlage für ein internationales Turnier sein.

Ungarn ohne klare Ziele

Auf die wichtigste Frage, wie groß die Chancen auf ein Weiterkommen bei dieser EM sind, antwortet Storck man müsse die Kirche im Dorf lassen. Er betont, dass es sich um eine junge Mannschaft ohne internationale Erfahrung handelt. „Wir sind froh, nach 44 Jahren zum ersten Mal wieder dabei zu sein“, so Storck. Ein Weiterkommen steht bei den Magyaren also nicht im Vordergrund. Ob man mit dieser Einstellung genug Motivation aufbringen kann, um die Vorrunde zu überstehen bleibt abzuwarten. In der Gruppe F stößt Ungarn auf Portugal, Österreich und Island. Da auch als Gruppendritter die Chance besteht weiterzukommen, wäre es durchaus machbar. Die Fans wünschen sich jedenfalls ohne Frage eine Wiederholung der glanzvollen Leistung bei der WM 1954. Und diese Mannschaft hat zumindest den ersten Schritt dahin geschafft.

Bevor es für die ungarische Elf nach Frankreich geht, steht allerdings noch ein letztes Testspiel an. Und der Gegner ist kein geringerer als Deutschland. Am Samstag, dem 04.06.2016 werden sie in der Veltins Arena in Gelsenkirchen zu Gast sein.

Kompletter Kader

Király, Dibusz, Gulácsi – Fiola, Bese, Guzmics, Juhász, Lang, Kádár, Korhut – Elek, Pintér, Gera, Nagy, Kleinheisler, Lovrencsics, Stieber – Dzsudzsak, Szalai, Németh, Nikolic, Priskin, Böde


Schlagworte: 2016, EM, EM Countdown, EM2016, Europameisterschaft, Frankreich, Nationalmannschaft, Ungarn

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Datum: 31. Mai 2016
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