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Er kam, sah und siegte

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Mit einem 2:0 – Arbeitssieg  gegen die Ukraine startet die deutsche Elf in die Europameisterschaft. Auch wenn die Mannschaft vor allem defensiv noch nicht glänzte, gab es einen Held des Abends – Bastian Schweinsteiger.

Veröffentlicht am 13. Juni 2016 von

90. Minute. Der vierte Schiedsrichter hebt die Tafel um noch eine Auswechslung anzukündigen. Neben ihm steht ein deutscher Spieler, aber nicht irgendeiner, sondern Bastian Schweinsteiger. Nur zwei Minuten später ist es genau dieser Spieler, der die Entscheidung für die Deutschen herbei führt. Nach einem Sprint über beinah das ganze Feld kann der eigentliche deutsche Kapitän nach einer Flanke von Mesut Özil den Ball im ukrainischen Tor einnetzen. „Ein Bastian Schweinsteiger ist Gold wert“, weiß auch Bundestrainer Joachim Löw nach dem Spiel. Denn mit dem Treffer zum 2:0 in der 92. Minute sicherte der 31 jährige Mittelfeldspieler der DFB-Auswahl den ersten Erfolg in der EM. Zuvor war ein Sieg der Deutschen nämlich noch nicht so selbstverständlich.

Mutige Ukrainer
Anders als in den zu vorigen Spielen der Europameisterschaft lieferten sich die deutsche und die ukrainische Mannschaft in Lille mal keine taktische Schlacht, sondern zeigten beinah ein Offensivspektakel. In der 19. Minute konnten sich die Deutschen dafür bereits belohnen. Nach einem Freistoß von Toni Kroos war es Skhodran Mustafi, der mit einem unhaltbaren Kopfball die DFB-Elf mit 1:0 in Führung brachte. Anstatt einzubrechen, spielten die Ukrainer dann jedoch noch mutiger auf. Gerade über die Außen setzte die Sbirna die deutsche Abwehrkette gehörig unter Druck. So musste Jerome Boateng in der 37. Minute eine beinah artistische Einlage liefern, um das Gegentor zu verhindern. Im Fallen kratzte der deutsche Innenverteidiger den Ball noch von der Torlinie. Auch im Anschluss kamen beide Mannschaften kaum zum durchatmen.

Schweinsteiger sorgt für die Entscheidung
In der zweiten Halbzeit wirkten die Ukrainer dann jedoch etwas platt. Ein Freistoß in der 57. Minute, den ein starker Manuel Neuer parieren konnte, sollte die einzige Aktion bleiben, die Torgefahr ausstrahlte. Die Deutschen hingegen konnten  durch gute Ballstafetten wieder mehr Sicherheit gewinnen. Eine zwingende Toraktion blieb jedoch aus. Bis zur besagten zweiten Minute der Nachspielzeit. Nach einer Ecke der Ukrainer, die Höwedes mit dem Kopf klären konnte, leitete Schürrle einen Konter ein. Auf dem linken Flügel wurde Özil bedient, der wiederum das Auge für den mit gelaufenen Schweinsteiger in der Mitte hatte. Den nicht leicht zu verarbeitenden Ball nahm der Mittelfeldspieler volley und hämmerte ihn unter die Latte. Dann folgte ein Jubellauf – zurück über das ganze Feld vorbei an der Bank bis in die Arme von Manuel Neuer – , der zeigte, welche Last von dem zuvor lang verletzten Schweinsteiger abfiel.

Löw setzt Serie fort
Mit dem Tor von Schweinsteiger brachte die Deutsche Elf nicht nur ihren ersten EM-Sieg in trockene Tücher, sondern sie setzte auch die herausragende Serie von Jogi Löw fort. In seinen nun fünf Auftaktspielen, die der Schwabe als Cheftrainer auf der Bank verbrachte, konnte die DFB-Auswahl stets einen Erfolg verzeichnen. Und das sogar mit einem Torverhältnis von 13 zu 0. Somit starten die Deutschen also mit vielen Erfolgserlebnissen in Europas größtes Fußballturnier. Über allen scheint aber die einschlagende Rückkehr von Bastian Schweinsteiger zu stehen. „Das wird ihm und uns allen Auftrieb geben“,schätzt Löw das Ereignis nach dem Spiel ein. Und auch Mustafi weiß, wie wertvoll Bastian Schweinsteiger für die deutsche Elf ist: „Wie die Mannschaft heute am Ende gekämpft hat, das ist auch ein Spiegelbild von Basti.“ Somit bleibt zu hoffen, dass Schweinsteiger wie er selbst sagt „jetzt peu-à-peu mehr spielen kann“ und man ihn nicht immer erst in der 90. Minute an der Linie sieht. Vielleicht klappt das ja schon im nächsten Spiel der Deutschen, am Donnerstag gegen den wohl schwersten Gruppengegner Polen. Auftrieb scheinen die Deutschen jetzt ja – dank Schweinsteiger – zu haben.


Schlagworte: Auftaktspiel, Bastian Schweinsteiger, Deutschland, EM, Gruppe C, Ukraine

Artikelinformationen


Datum: 13. Juni 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Isabell Remmers


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