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Fußball - Kommentar

Erfolg lässt sich nicht kaufen, Herr Van Gaal

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Louis van Gaal ist als Trainer von Manchster United angezählt. Trotz jeder Menge Investitionen bleibt der gewünschte Erfolg bislang aus und es stellt sich die Frage, ob er wirklich der richtige für den Job ist.

Veröffentlicht am 24. Januar 2016 von

Am gestrigen Samstag hat Manchester United ein Premiere League-Spiel verloren – erneut. Und das bei einem Heimspiel gegen den FC Southampton, einer durchschnittlichen Mannschaft in der Liga. Keine all zu schwere Aufgabe also, sollte man meinen. Doch der englische Rekordmeister, angeführt von Chef Trainer Louis van Gaal, beißt sich immer wieder an seinen Gegnern die Zähne aus.

In der Saison 2013/2014 belegten die Reds lediglich Platz sieben in der Tabelle und konnten sich so für keinen internationalen, Wettbewerb qualifizieren – ein Skandal. Ein Neuanfang musste dringend her und der „Heilsbringer“ van Gaal betrat die Bühne des alt ehrwürdigen Old Traffords. Zusätzlich spülte die Premiere League Vermarktung durch neue TV Verträge jede Menge Geld in die Vereinskasse und die Mittel für neue Spieler waren gefühlt unbegrenzt. Alles bereit also, um wieder richtig durch zu starten…

Die beängstigende Finanzstärke bekam die internationale Konkurrenz mächtig zu spüren, so gaben die Verantwortlichen des Clubs im Auftrag von van Gaal in nicht einmal zwei vollen Spielzeiten sage und schreibe 335 Millionen € für neue Spieler aus. Da können nicht einmal Real Madrid und der FC Barcelona mithalten. Was hat´s genützt ? Von Rang sieben beim Amtsantritt Van Gaals sind sie heute rauf auf Rang fünf, zehn Punkte hinterm Tabellenführer und würden sich aktuell so gerade noch für die Europa League qualifizieren.

Van Gaals Konzept (wie auch immer es denn aussieht – aus den Spielen geht es nicht wirklich hervor) funktioniert also nicht, was ein Blick auf die jüngsten Leistungen der Mannschaft bestätigt: Von den letzten zehn Pflichtspielen gingen die hälfte Verloren und nur 3 konnten gewonnen werden. Darunter zweifelhafte Erfolge, wie der knappe 1:0-Sieg im FA Cup gegen Sheffield United, einen Drittligisten, den sie nur dank eines Elfmeters in der Nachspielzeit bezwingen konnten. Außerdem verabschiedete sich Manchester United bereits nach der Gruppenphase aus der Champions League – ein No Go!

Wen van Gaal auch alles kauft, seine Ziele setzt bislang niemend auf dem Feld um. Die Transferpolitik des Holländers wirkt stellenweise eher, als zeige er spontan mit dem Finger auf einen Spieler und die Vereinsführung nickt alles ab was er vorschlägt. Spieler wie ein Anthony Martial oder Luke Shaw sind sicherlich keine schlechten Fußballer, aber in Anbetracht ihrer enormen Ablöse-Summen, bei denen man schon an Realitätsverlust denken könnte, lassen deren Leistungen doch deutlich zu wünschen übrig.

In der Fußballwelt macht Van Gaal sich nicht gerade beliebt damit, andere Vereine nahezu mit Geld zu ersticken, um seine Lieblingsspieler zu bekommen. Beispiel Thomas Müller: Nach dem der FC Bayern diverse Angebote seitens Van Gaal für Müller ablehnte und diesen für unverkäuflich erklärte, erhöhte sich das Angebot gleich einer Trotzreaktion auf satte 100 Millionen Euro – für einen einzigen Spieler.

Genützt hat es nichts und dem sonst so selbstbewussten „Tulpengeneral“ ist der Druck deutlich anzumerken. Sei es durch Aktionen, wie einen kritisch fragenden Journalisten bei einer Pressekonferenz als „Fettsack“ zu beleidigen oder durch sein klein Beigeben nach der jüngsten Niederlage: „Sie haben Großes von mir erwartet und dem kann ich nicht gerecht werden. Das frustriert mich extrem.“ Selbst den Rückhalt der Fans hat Van Gaal längst verloren. Wahrscheinlich täte er im Sinne der Vereinsinteressen gut daran, die Reißleine zu ziehen und das Feld zu räumen, bevor die schwache Saison nicht mehr gerade zu biegen ist.


Schlagworte: Louis van Gaal, Manchester United

Artikelinformationen


Datum: 24. Januar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Thomas Fetzer
Korrektur: Sven Brinkmeyer


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