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Erstklassigkeit bleibt erhalten: Deutschland gewinnt gegen Polen

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Es ist geschafft. Nachdem Deutschland bereits eine komfortable Führung verspielt hatte, ist es der Mannschaft unter Teamchef Michael Kohlmann letztendlich doch gelungen, den Erhalt in der Weltgruppe zu garantieren. Mit einem 7:6 (7:4), 6:4, 6:1 im alles entscheidenden Einzel sicherte Jan-Lennard Struff den Sieg in der Davis-Cup Relegation und wurde somit zum neuen Davis-Cup Helden.

Veröffentlicht am 18. September 2016 von

Das Konzept des Davis-Cups hat mal wieder bewiesen, dass es eines der spannendsten sportlichen Veranstaltung ist, die die Welt zu bieten hat. Der Sonntag hat entschieden, dieses Mal zu Gunsten von Deutschland. Jan-Lennard Struff, oder auch „Struffi“, sorgte für den Klassenerhalt in der Weltgruppe. Bei dem äußerst spannenden Zwischenstand von 2:2 hielt er dem Druck stand und setzte sich souverän gegen den polnischen Youngster Hubert Hurkacz durch. Dadurch kann der DTB in der nächsten Saison wieder um den Davis-Cup mitspielen, der „hässlichsten Salatschüssel“ der Welt.

Spannender als nötig

Das deutsche Tennis kann jetzt erstmal erleichtert aufatmen. Es sollte allerdings nicht zu viel Zeit vergehen, bis man sich kritisch mit diesem Wochenende in Berlin auseinandersetzt. Denn dieser Sieg untermauerte nicht ansatzweise die Favoritenrolle der deutschen Auswahl. Vorneweg muss natürlich erwähnt werden, dass mit Philipp Kohlschreiber und Alexander Zverev die Nummer 1 und 2 abgesagt haben. Gerade in den Einzeln konnte man dadurch nicht das bestmögliche rausholen. Trotz allem war man auf jeder Position, sowohl in den vier Einzeln, als auch in dem Doppel, besser besetzt als das polnische Team. In manchen Matches lagen sogar 200 Weltranglisteplätze zwischen den deutschen und den polnischen Profis.

Die ersten Einzel von Struffi und Mayer liefen zwar schon nicht ganz wie erwartet, trotzdem erkämpfte man sich eine solide 2:0 Führung. Doch dann knickte das deutsche Team ein und verspielte den Vorsprung wieder rasch. Das Doppel mit Daniel Brands und Daniel Masur ging nach einer Aufholjagd der Polen in fünf Sätzen verloren und sogar der sonst so kontrollierte Florian Mayer konnte dem Druck nicht standhalten und verlor das erste Einzel am heutigen Sonntag gegen seinen Kontrahenten Majchrzak in vier, aber doch relativ klaren Sätzen. 2:6, 6:4, 2:6 und 3:6 hieß das bittere Ergebnis aus der Sicht von Mayer.

Struff wehrt die Pleite ab

Das fünfte und alles entscheidende Einzel musste also die Entscheidung treffen. Und im Gegensatz zu der Partie gegen Tschechien im März diesen Jahres, konnte die deutsche Mannschaft besser mit dem Druck umgehen. Nach seinem Sieg für den Klassenerhalt konnte Struff endlich wieder Gelassenheit ausstrahlen: „Wir haben alles gegeben und am Ende hat es geklappt. Ich habe als Kind immer davon geträumt, in so einer Situation gefeiert zu werden. Das ist Wahnsinn”. Aber auch Kohlmann, der im Vorfeld mit einigen teaminternen Konfrontationen zu kämpfen hatte und nur mit einem Ersatzteam auflaufen konnte, hatte nichts als lobende Worte für den neuen Davis-Cup Helden übrig: „Er hat das gut durchgezogen, war aktiver und hat das Spiel an sich gerissen. Jetzt kann er sehr, sehr stolz auf sich sein”.

Kohlmann macht weiter, Mayer nicht

Einen kleinen bitteren Beigeschmack hat dieses siegreiche Wochenende allerdings doch. Zwar wurden schon vor dem Aufeinandertreffen die Diskussionen um Kohlmann’s Zukunft beendet in dem er verdeutlichte, dass er momentan nicht an das nächste Jahr denkt, er aber weiterhin Teamchef bleiben wird. Doch eine langjährige Konstante im internationalen Tennis und vor allem im deutschen Davis-Cup Team hört dennoch auf. Florian Mayer tritt zurück. Nach seiner deutlichen Niederlage gegen Polens Kamil Majchrzak sprach Mayer: „Ich mache den Weg frei für die jüngere Generation. Dieses Wochenende hat mir gezeigt, dass es eine brutale Belastung für mich ist”. Weiterhin beteuerte der 32-Jährige aus Bayreuth, das dies schon vor den Spielen in Berlin für ihn entschieden war. „Es war immer eine Ehre, für Deutschland zu spielen, und ich hatte riesigen Spaß, das hier war aber definitiv meine letzte Partie.” Mayer will die kommende Saison 2017 zwar noch spielen, aber hinterlässt eine große Lücke im deutschen Team. Kohlmann’s erste Aufgabe als erhaltener Teamchef wird es wohl sein, diese Lücke zu füllen.


Schlagworte: davis cup, Relegation, Rücktritt, Sieg

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Datum: 18. September 2016
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