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Europameister lehrt das Boxen

Der 39-jährige Bekim Hoxhaj gründete vor fast zwei Jahren einen Box-Verein für den Breiten- und Leistungssport in Leverkusen. Eines seiner größten Talente, Sebastian Deda, trainiert er allerdings nicht mehr.

Veröffentlicht am 05. Januar 2016 von

Sebastian Deda ist jung, hungrig und erfolgreich. Gerade erst ins Profiboxgeschäft eingestiegen, konnte der Monheimer seine ersten drei Kämpfe auf diesem Niveau alle gewinnen. Die Karriere des 26-Jährigen geht steil nach oben. Auf einen wichtigen Baustein kann er dabei jetzt jedoch nicht mehr setzen: seinen Trainer Bekim Hoxhaj.

„Er hat alles, was ein guter Boxer braucht“, sagt der 39-Jährige, „und das sind im Grund zwei Dinge: Herz und Ehrgeiz – in Verbindung mit den körperlichen Fähigkeiten, die man erlernen kann.“ Dass Hoxhaj weiß, wovon er spricht, ist zu spüren. Nicht umsonst konnte er 2009 die Europameisterschaft im Thaiboxen gewinnen. Nun also führt er hoffnungsvolle Talente, Kinder, Jugendliche und Frauen ans Boxen heran – und eben Sebastian Deda ins Profitum.

Aufgrund von Disziplinlosigkeiten und Sonderwünschen seitens des jungen Boxers trennten sich vor kurzem jedoch die Wege der beiden. „Du kannst Talent, Technik und eine gute Ausbildung besitzen. Ohne Disziplin halten alle diese Steine nicht zusammen und die Mauer kippt. Da bin ich sehr streng“, erklärt Hoxhaj, der mit elf Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland kam und dem eines besonders wichtig ist: „Wir sind im Guten auseinander gegangen. Es war absolut sportlich.“ Zunächst sei es zwar durchaus möglich gewesen, nach der dreiwöchigen Denkpause, die der Trainer seinem Schützling auferlegte, wieder zusammen zukommen, das allerdings lehnte Hoxhaj nun ab.

Während Deda im Superweltergewicht (bis 69,9 Kilogramm) in Deutschland auf Platz 22 von 42, und in Europa auf Rang 737 von 1569 geführt wird, hat sein ehemaliger Coach ab sofort Zeit, sich noch intensiver um die Mitglieder seines eigenen Vereins zu kümmern, den er im Februar 2014 gründete. „No Limit Boxing“ ist im Leverkusener Stadtteil Opladen beheimatet. Beim Betreten des kleinen, aber durchaus feinen Trainingsraums, der in naher Zukunft vergrößert werden soll, wird insbesondere der Nase eines schnell klar: hier wird hart gearbeitet. Das, so betont Hoxhaj, aber keineswegs nur im Bereich Leistungssport. Unter den mittlerweile 180 Mitgliedern befinden sich so auch rund 60 Kinder und 45 Frauen, die sich in erster Linie austoben, beziehungsweise ihre Fitness verbessern wollen.

„Es geht nicht darum, den Kindern das Prügeln zu lehren, Viel mehr lernen sie Koordination, Ausdauer, Disziplin und einen respektvollen Umgang miteinander“, sagt Hoxhaj. Niemand, der kein Sparring wolle, müsse dafür in den Ring steigen. Vor allem ginge es in seinem Verein ums Fitnessboxen und den Breitensport, nicht etwa um einen reinen Leistungsgedanken.

Und sollte sich während des Trainings doch eine außergewöhnliche Begabung herauskristallisieren: Hoxhaj weiß ja, wie Erfolg im Profibereich funktioniert. Mit Professor Doktor Michael Kunz steht in jedem Fall immer jemand bereit, der eine professionelle Leistungsdiagnostik beim nächste Klitschko – dann nicht aus der Ukraine, sondern aus Leverkusen – durchführen kann.


Schlagworte: Boxen, Leverkusen, No Limit Boxing

Artikelinformationen


Datum: 05. Januar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Tobias Brücker
Korrektur: Thomas Fetzer


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