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Explosive Stimmung – Dynamo Dresden feiert Rückkehr in die 2. Liga

MAGDEBURG, GERMANY - APRIL 16:  Stefan Kutschke of Dresden stands in heavy smoke during the Third League match between 1. FC Magdeburg and Dynamo Dresden at MDCC-Arena on April 16, 2016 in Magdeburg, Germany.  (Photo by Ronny Hartmann/Bongarts/Getty Images)   *** Local caption *** Stefan Kutschke

Der Aufstieg ist gesichert: Durch ein 2:2 gegen den 1. FC Magdeburg stehen die Sachsen vier Spieltage vor Ende der Saison als Aufsteiger fest. Doch die Feierlaune wurde durch Ausschreitungen getrübt.

Veröffentlicht am 17. April 2016 von

(Hildesheim) Eigentlich sollte der Nachmittag ganz im Zeichen der Dresdner stehen. Nach dem Absturz in die Drittklassigkeit, machte der Verein am vergangenen Samstag seinen Wiederaufstieg in die 2. Liga perfekt. Mit dem Unentschieden im brisanten „Elb-Klassiker“, krönte der Traditionsverein seine perfekte Saison, doch ein fader Beigeschmack bleibt.

Ärger bereits vor Spielbeginn

Bereits im Vorfeld des Spiels machten beide Fanlager negativ auf sich aufmerksam. Anhänger der Dresdner lieferten sich Gefechte mit der Polizei und provozierten massive Ausschreitungen im Bereich des Stadions. „Mehrere Fans hatten versucht, ohne Karten ins Stadion zu gelangen und daraufhin massiv auf Polizei und unsere Sicherheitskräfte eingeprügelt und alles kurz und klein gehauen“, erklärte Magdeburgs Sportvorstand Mario Kallnik. 700 Fans wurde infolgedessen Stadionverbot erteilt. Viele derer, die das Spiel später „live“ verfolgten, verließen den Dresdner Block, solidarisierten sich mit ihren „Verbündeten“ außerhalb des Stadions. Und auch die FCM-Fans fielen unangenehm auf, zündeten Pyrotechnik, die das Stadion in dichte Nebelschwaden tauchte.

Offensive Magdeburger „ärgern“ Dresdner

Doch auch durch die Ausschreitungen der „Chaoten“ beider Vereine, blieb die Ausgangslage unverändert: Dynamo würde im Ostderby ein Unentschieden reichen, um den Aufstieg aus eigener Kraft zu meistern. Beide Trainer setzten auf Rotationen innerhalb der Mannschaft. In der schwarz-gelben Anfangsformation der Gäste waren fünf Änderungen zu verbuchen. FCM-Coach Jens Härtel setzte im Gegensatz zum letzten Spieltag auf Hammann und Brandt. Bankert und Chahed wurden dadurch auf die Bank verdrängt.

In der Anfangsphase der Partie spielten beide Teams eher zurückhaltend. Zwar verzeichneten die Gäste aus Dresden mehr Ballbesitz, strahlten jedoch kaum Torgefahr aus. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus wirkte träge und teilnahmslos. Durch die eingeschränkten Offensivkräfte des Gegners, spielten die Hausherren mit voranschreitender Spielzeit stark auf. In den Anfangsminuten eher um defensive Stabilität bemüht, besah sich das Team später auf dessen Qualität im Umschaltspiel. Ein Kopfballtor von Stürmer Beck (15.) wurde aufgrund einer Abseitssituation nicht gegeben, Chancen von Brandt (22.) und Beck (26.) vereitelt. Der unzureichende Spielaufbau der Dresdner ermöglichte den Magdeburgern in der 41. Minute jedoch die verdiente Führung durch Niemeyer. Somit ging es mit einem 1:0 Pausenstand in die Kabine.

Dynamo lässt sich den Aufstieg nicht nehmen

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte. Magdeburg spielte mutig nach vorn, hatte mehrere Großchancen, die allerdings ungenutzt blieben. Den Gästen boten sich kaum Chancen zum Gegenangriff. Nach sechzig Spielminuten erhöhten die Magdeburger auf 2:0, was sich im Nachhinein als „Weckruf“ für die Dresdner herausstellte. In der 63. Minute traf Testroet per Kopf, vier Minuten später „netzt“ Eilers den Ball zum 2:2 ein.

Randale überschattet Glücksmoment

Kurz nach dem Ausgleich gelang es der gewaltbereiten Dynamo-Fangemeinde wieder einmal, Aufmerksamkeit zu erregen. Durch das Abfeuern von Raketen auf den Heimblock der Magdeburger und das Zünden von Böllern, sah sich Schiedsrichter Manuel Gräfe gezwungen, die Partie kurzzeitig zu unterbrechen. Spieler und Verantwortliche von Dynamo Dresden versuchten die Wogen zu glätten, Schadensbegrenzung zu betreiben. Obwohl das Spiel vor dem Abbruch stand, entschied der Referee die Partie ordnungsgemäß zu beenden. Dynamo sicherte sich so den Aufstieg, auch wenn Verantwortliche und Fans wohl Konsequenzen erwarten können.

Fans und Trainer als Aufstiegsgarant

Letztendlich war die Partie in Magdeburg jedoch hauptsächlich Schlusspunkt der Dresdner „Aufstiegsmission“. Vor allem Trainer Uwe Neuhaus hatte großen Anteil an der erfolgreichen Saison. Er formte eine Mannschaft, die sich bereits während der ersten Spieltage in der Spitzengruppe der Liga festsetzte. Der gebürtige Westfale zeigte, was mit einem Team, dessen Angriff zum treffsichersten der Liga zählt, möglich ist. Und auch die treuen Fans der Sachsen haben ihren Teil zum Aufstieg beigetragen: Aktuell hat der Verein über 15.000 Mitglieder, weist europaweit den höchsten Zuschauerschnitt aller Drittligisten auf. Unter solchen Bedingungen schein ein langfristiger Verbleib im „Unterhaus“ durchaus realistisch.


Schlagworte: 1. FC Magdeburg, 3. Liga, Aufstieg, Ausschreitungen, Dynamo Dresden, Pyro-Technik, Randale

Artikelinformationen


Datum: 17. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marie-Sophie Zieseniß


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