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Falling Stars and upcoming Hero

Gettyimages

Lewis Hamilton hat im Qualifying zum ersten Schlag gegen Rosberg ausgeholt und geht von der Pole ins Rennen. Die Ferrari enttäuschen mit Rang fünf und sechs und hadern mit den Reifen. Das gilt es im Rennen in den Griff zu bekommen. Red Bull darf nach der Beförderung von Verstappen und einem starken Auftritt im Qualifying auf viele Punkte hoffen. Es müsste aber etwas Außergewöhnliches geschehen um Mercedes auszuschalten.

Veröffentlicht am 15. Mai 2016 von

Die Formel 1 hat einen neuen Helden. Der beförderte Max Verstappen schnappt sich in seinem ersten Rennen für Red Bull gleich zwei Rekorde. Die Mercedesrivalität spitzt sich immer weiter zu und erlebt seinen bisherigen Höhepunkt. Lauda wettert nach dem Crash los und lässt keine Zweifel daran, bei wem er die Schuld sieht. Ferrari tut sein Möglichstes und begrenzt den Punkteverlust.

Hannover. Es deutet sich immer mehr an, dass in der Saison 2016 die Rennen deutlich mehr Action bieten als noch Jahre zuvor. Der Start wurde für Mercedes aber zum Fiasko des sich zuspitzenden Kampfs zwischen Rosberg und Hamilton. Den Start gewann der Brite noch, doch Rosberg nutzt den Windschatten gewieft aus, um Hamilton kurze Zeit später zu attackieren und zu überholen. Auf Kurve zwei zurasend, versuchte Hamilton auf der Innenseite zum Überholen anzusetzen. Rosberg bot aber keinen Platz an, sodass Hamilton mit seinem Boliden auf dem Grünstreifen musste und ins Schlingern geriet, als er zum bremsen ansetzte. Einmal ins Schleudern gekommen, räumte die 44 bei der Rückkehr auf die Strecke seinen Teamkollegen gleich mit ab. Beide rauschten so ins Kiesbett und mussten nach zwei Kurven das Rennen beenden.

„Warum macht Lewis das?“

„Nico will seine Position verteidigen“, sagte ein sichtlich verärgerter Niki Lauda in die Kameras kurz nach dem Crash. Dieter Zetsche und Toto Wolff starren ungläubig auf die Bildschirme, war doch vor dem Start nur die Frage wie viel Abstand die beiden Piloten auf ihre Konkurrenz rausfahren würden. Nach dem Crash legte Hamilton symbolisch die Hände vor sein Gesicht und warf dann sein Lenkrad vollkommen frustriert in den Kies. Er wartete, sichtbar für alle, bis Rosberg den Unfallort verlassen hat um aus seinem Boliden zu steigen und jeder Konfrontation zu entgehen. Kommentare wurden den Piloten bis nach dem Rennen untersagt.

Es konnte nur so gehen

Die großen Gewinner dieser Kollision hießen Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Red Bull belegte die Plätze eins und zwei und hatte nun alle Karten in der Hand dieses Rennen für sich zu entscheiden. Ferrari machte nach der Safety-Car-Phase nun richtig Druck auf die Red Bulls. Es bot sich die Chance, in Abwesenheit von Mercedes, endlich einen Saisonsieg einzufahren. Nachdem Vettel Verstappen kassieren konnte lag nur noch Ricciardo vor ihm. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Teamtaktik der entscheidende Faktor im Rennen. Pirelli gab vor dem Rennen bekannt, dass eine 3-Stopp-Taktik die vermeintlich schnellere Option wäre. Diesem Rat folgte Red Bull in Person von Ricciardo auch. Ferrari sah sich dadurch gezwungen die Taktik mit Vettel zu covern. Wohlwissend, dass mit den soften Reifen der rote Bolide seine liebe Mühe hatte im Qualifying und mit steigender Temperatur ins Rutschen geriet. Ein taktischer Kniff der Red Bull-Box, um die Ferrari in eine ungeliebte Situation zu drängen.

Taktieren um des Erfolges wegen

Während der junge Max Verstappen auf der Piste blieb und so zum jüngsten Piloten der jemals ein Formel 1 Rennen angeführt hat wurde, mühte sich hinter ihm Räikkönen den Niederländer zu überholen. Es sollte nicht der letzte Rekord sein, den der Spross von Jos Verstappen an diesem Tag einfuhr.
Red Bull fuhr somit zwei komplett unterschiedliche Strategien und zwang Ferrari nun dazu diese beide mitzugehen. Durch das lange auf der Strecke bleiben wurde ersichtlich, dass eine Zwei-Stopp-Strategie für den Jungen mit der 33 der Weg zum Erfolg sein sollte. Während Vettel nach seinem Boxenstopp erstmal mit Platz vier vorlieb nehmen musste, wurde, nach dem Stopp vom Australier Ricciardo, schnell ersichtlich dass dies nicht die gewünschte Taktik Ferraris war. Ein viel zu früh ausgeführter Undercut der Italiener war nötig um Sebastian Vettel überhaupt noch eine Chance auf den Sieg zu geben. Die weichen Reifen überhitzten viel zu schnell und ein längerer Stint war somit unmöglich zu fahren. Ricciardo hingegen konnte deutlich länger und auch besser mit den Reifen haushalten.

Auf dem Weg in die Rekordbücher

So konnte heimlich, still, aber nicht ganz so leise, der Achtzehnjährige Verstappen seine Führung auch nach einem erneuten Boxenstopp behaupten. Unter großem Druck und immer stärker abbauenden Reifen verlegte er sich immer mehr auf das Verteidigen seiner Position gegen den Finnen im Ferrari. Hinter den beiden hatten sich auch Vettel und Ricciardo, nach ihrem jeweils dritten Stopp, wiedergefunden. Bis kurz vor Schluss deutete alles darauf hin, dass Red Bull mit zwei Fahrern das Podium in Barcelona erklimmen sollte. Die Reifen von Vettel bauten merklich ab und der Abstand zu seinem ehemaligen Teamkollegen immer geringer . Nach einer Überrundung sollte sich beim Australier aber ein schleichender Plattfuß bemerkbar machen, was ihm jegliche Chance aufs Podium kostete. An der Spitze konnte sich Verstappen nach einer Stunde und 40 Minuten, endlich den Attacken seines Widersachers entledigen und überfuhr als jüngster Formel 1 Pilot aller Zeiten die Ziellinie. „Max Verstappen, du bist ein Rennsieger. Was für ein Debüt. Was für ein Debüt!“, lobte Teamchef Christian Horner überschwänglich via Boxenfunk.

Anfangscrash verkommt zur Nebensache

Nach dem Rennen gab es, nach teaminterner Besprechung, die ersten Statements vom Team Mercedes. „Wir haben mit beiden geredet, für mich war es das wichtigste, dass sich Lewis sofort entschuldigt hat“, gab Niki Lauda in die Mikrofone bekannt. Jede weitere Diskussion erübrigt sich für den Österreicher damit, „jetzt denken wir an die Zukunft“. Zum Glück für Mercedes hielt sich der Punkteschaden in Grenzen und wird im Schatten des strahlenden Rennsiegers Max Verstappen untergehen. Ein Sieg für die Rekordbücher. Für Mercedes Glück im Unglück, lebt doch der vor gefühlter Ewigkeit beigelegte „Krieg der Sterne“ langsam aber sicher wieder auf.
Rennergebnis:

1. Verstappen (1:41:40.017 Std.); 2. Räikkönen (+ 0:00.616); 3. Vettel (+ 0:05.581); 4. Ricciardo
(+ 0:43.950); 5. Bottas (+ 0:45.271); 6. Sainz (+ 1:01.395); 7. Perez (+ 1:19.538); 8. Massa
(+ 1:20.707); 9. Button (+ 1 Runde); 10. Kwjat (+ 1 Runde); 11. Gutierrez (+ 1 Runde); 12. Ericsson
(+ 1 Runde); 13. Palmer (+ 1 Runde); 14. Magnussen (+ 1 Runde); 15. Nasr (+ 1 Runde);
16. Wehrlein (+ 1 Runde); 17. Haryanto (+ 1 Runde); 18. Grosjean (Ausfall); 19. Alonso (Ausfall);
20. Hülkenberg (Ausfall); 21. Rosberg (Ausfall); 22. Hamilton (Ausfall)
Fahrerwertung:

1. Rosberg 100 Pkt; 2. Räikkönen 61 Pkt; 3. Hamilton 57 Pkt; 4. Vettel 48 Pkt; 5. Ricciardo 48 Pkt; 6. Verstappen 38 Pkt; 7. Massa 36 Pkt; 8. Bottas 29 Pkt; 9. Kwjat 22 Pkt; 10. Grosjean 22 Pkt;
11. Sainz 12 Pkt; 12. Alonso 8 Pkt; 13. Perez 8 Pkt; 14. Magnussen 6 Pkt; 15. Hülkenberg 6 Pkt;
16. Button 3 Pkt; 17. Vandoorne 1 Pkt.


Schlagworte: Crash, Daniel Ricciardo, Formel 1, Kimi Räikkönen, Krieg der Sterne, Lewis Hamilton, Max Verstappen, Mercedes, Nico Rosberg, Red Bull, Rekord, Sebastian Vettel, Spanien Grand Prix 2016

Artikelinformationen


Datum: 15. Mai 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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