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Fußball

Flugshow rettet Triple-Träume

quelle: Getty images

Starke Bremer müssen sich im Pokalfight in der Allianz Arena 2:0 geschlagen geben. Ausschlaggebend für den Bayern-Sieg: Eine glanzvolle Schwalbe von Vidal in der Schlussphase.

Veröffentlicht am 20. April 2016 von

(Hannover). „Es ist ein Spiel und in einem Spiel kann viel passieren“. Mit diesen Worten stellte Bayern-Trainer Pep Guardia vor dem DFB-Pokal Halbfinale klar, dass mit Werder Bremen nicht irgendwer zu Gast ist. Auch wenn es in der Liga alles andere als gut läuft, in den Pokalspielen hat der SVW diese Saison schon mehrmals bewiesen, dass sie guten Fußball spielen können. Auch Bremens Trainer Viktor Skripnik betonte selbstbewusst: „Alles ist möglich beim Fußball“. Warum also sollte der Außenseiter keine Chance haben, die Triple Träume des Rekordmeisters zu zerstören?

Werder nutzt die Chancen nicht

Wie zuvor schon von Werders Kapitän Clemens Fritz angekündigt, starteten die Bremer mutig ins Spiel. Sie standen offensiv, störten früh und überrannten die Münchener mit ihrer Schnelligkeit. Doch die Bayern wären nicht die Bayern, wenn sie darauf nicht sofort reagieren könnten und drückten die Gäste mit ihrer eigenen offensivstärke zurück in deren Hälfte. So ergaben sich in den ersten Minuten auf beiden Seiten frühe Chancen, die besseren kamen allerdings wie gewohnt vom FCB. Werder blieb der mutigen Spielweise dennoch treu, setzte auf deren schnelles Umschaltspiel und preschte bei einem Ballverlust der Hausherren mit fast allen Feldspielern risikoreich nach vorne. Die Taktik funktionierte für den Anfang gut, doch bereits nach 25 Minuten konnte man schon in geschwächte Gesichter blicken. Dadurch verloren sie schnell den Zug zum Tor und konnten kaum noch gefährlich werden. Eine gute Möglichkeit ergab sich nach einem Konter in der 28. Minute, doch der frei vorm Tor, und im Abseits, stehende Pizarro köpfte den Ball ins Toraus. Den Bayern hingegen blieb die Dynamik erhalten und so erzielten sie direkt im nächsten Angriff den Führungstreffer. Eine Ecke von Alonso fand Müller, der zu viel Platz hatte und den Ball mit Leichtigkeit ins Tor von Wiedwald köpfen konnte. Nach dem Rückstand zog sich der SVW mehr in die eigene Hälfte zurück, spielte weniger risikoreich und hoffte auf Fehler der Münchener. Und überraschenderweise fingen diese auch an Fehler zu machen. Nach dem Tor zeigten die Gastgeber wenig Konzentration und ungewohnt schlampige Pässe. Das hätten sich die Bremer fast zu Nutze gemacht. Nach einem zu schwachen Rückpass zu Neuer muss der Bayern-Keeper weit rauskommen um als erster am Ball zu sein. Um die Situation elegant zu lösen, wollte er mit einem Heber die Kugel über Werders Yatabare zu Bernat spielen, was ihm beinahe zum Verhängnis wurde. Der Bremer fing den „Pass“ ab und zielte auf das leere Tor. Glück für Neuer, dass wenig Kraft hinter dem Schuss steckte und er rechtzeitig wieder da war um den Ball zu fangen. Werder nutzte die besten Chancen nicht und mussten mit dem 0:1 Rückstand in die Pause gehen.

Bremen drängt auf den Ausgleich

In der zweiten Hälfte legten die Hausherren sofort wieder den Vorwärtsgang ein und hatten schon nach vier Minuten die Chance die Führung auszubauen. Der Freistoß von Alonso kam allerdings zu flach und war kein Problem für Werders Verteidiger Gebre Selassie, der am kurzen Pfosten klärte. Die nächste Möglichkeit kam knapp 10 Minuten später, in der 57. Minute. Doch der Querpass von Müller zu Lewandowski kam nicht bei dem Stürmer an, da Bremens Torwart Wiedwald die Situation gut im Blick hatte und rechtzeitig dazwischen ging. Erst in der 60. Minute meldeten sich die Gäste zurück. Vestergaard, der aus der eigenen Hälfte blitzschnell in den Strafraum der Gäste marschierte, verpasste Selassies Hereingabe nur ganz knapp. Die nächste Chance zum Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten. In der 62. Minute brachte Fin Bartels Alaba zu Fall. Der Verteidiger überlupfte im fallen versehentlich seinen eigenen Torwart und erzielte ein Eigentor. Das Tor wurde aber durch das Foul von Bartels korrekterweise aberkannt. Die Bremer waren jetzt wieder viel mutiger und erspielten sich viele Möglichkeiten um den Ausgleich zu erzielen. Die Bayern fanden im Gegenzug kaum noch den Weg in Werders Strafraum, da die Bremer ihnen kaum Platz ließen um ihr Spiel zu spielen.

Vidals Flugshow sichert den Sieg

Was wäre ein DFB-Pokal Halbfinale ohne einen Skandal?  In der 71. Minute war es Bayerns Mittelfeldstar Arturo Vidal, der für Ärger sorgte. Der „Bad Boy“ wie er so schön von den Medien betitelt wird, hat seinem Namen alle Ehre gemacht und legte in Bremens Strafraum eine glanzvolle Schwalbe hin, wie man sie selten sieht. Werders Abwehrspieler Janek Sternberg ging, zugegebenermaßen, riskant in den Zweikampf und wollte den Ball mit einer Grätsche aus dem eigenen Strafraum bringen. Vidal berührte er allerdings überhaupt nicht. Doch dieser zögerte in dem Moment nicht lange, setzte zum Sprung an, flog eindrucksvoll über die Beine von Sternberg und kam zu Fall. Der Schiedsrichter fiel auf das Theater rein und entschied sofort auf Elfmeter für die Hausherren. Den Strafstoß platzierte Müller sicher im Tor und erhöhte damit auf 2:0. In den letzten 20 Minuten folgten noch einige Chancen der Bayern, die Größte in der 80. Minute. Müller legte perfekt ab auf Vidal,  der schlug den Ball allerdings meilenweit übers Tor. In der Schlussphase zeigte Werder sich noch einmal kämpferisch, doch schaffte es nach wie vor nicht die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen und musste sich somit 2:0 geschlagen geben.

Werder muss jetzt fokussiert bleiben

Die Niederlage ist für die Bremer mehr als ärgerlich, da sie ein gutes Spiel gezeigt haben, mehrmals kurz vor dem Ausgleich standen und dann durch eine unfaire Entscheidung weiter in Rückstand gerieten. Sternberg betonte nach dem Spiel:  „Die Situation war im Spiel ein bisschen unser Genickbruch“. Doch sie müssen den Pokal jetzt abhaken und sich wieder voll und ganz auf die Liga konzentrieren. Der SVW befindet sich nach wie vor im Abstiegskampf und muss bereits am Freitag im Nordderby beim HSV ran.

Die Bayern hingegen sind weiter auf Erfolgskurs und mit dem Einzug ins Finale auch dem Triple ein Stück näher. Doch mit so einer Leistung wie gegen den SVW, wird das Champions League Halbfinale gegen Atletico Madrid nächste Woche kein Vergnügen.


Schlagworte: Allianz Arena, Bayern München, DFB-Pokal, FCB, Halbfinale, Pokalfight, SVW, Triple, Werder Bremen

Artikelinformationen


Datum: 20. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Juliane Just


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