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Francesci Totti – Leidenschaft in Person

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25 Spielzeiten, 605 Serie-A-Spiele, 250 Serie-A-Tore, 1 Verein. Francesco Totti ist die Gallionsfigur der Römer und der AS Rom ist die große Liebe des Italieners. Eine Karriere, die alles zu bieten hat und besonders eines verkörpert, dass dem modernen Fußball fehlt: die Romantik.

Veröffentlicht am 27. September 2016 von

Gestern feierte der Italiener seinen 40. Geburtstag. Insgesamt ging er im Sommer mit den Römern in seine 25 Spielzeit als Profi. Niemand hat mit solch einer unfassbaren und langen Karriere des Italieners gerechnet, nicht Mal er selbst. „Ich denke darüber nicht allzu sehr nach. Aber ich denke nicht, dass ich einer dieser Jungs sein werde, die mit 40 noch spielen“, sagte Totti im Alter von 21 Jahren der Gazzetta.

Doch Totti steht immer noch auf dem Platz. Und er ist immer noch in der Lage den Unterschied für die Römer auszumachen. Anfang September wurde er beim Heimspiel gegen Sampdoria Genua zur Halbzeit eingewechselt und sorgte mit einer Torvorlage und einem Tor dafür, dass die Roma den 1:2 Pausenrückstand noch drehen konnte. Aber das war nicht das einzig Besondere an diesem Tag. Totti verriet im Interview mit Sky Sport Italia: „Es war das erste Mal, dass ich Angst hatte, zu verschießen. Aber das durfte nicht passieren. Nicht vor der Curva, nicht vor meinen Leuten.“

Römer durch und durch

Totti, mit unglaublichen Talent gesegnet, lernte früh, dass er sich alles erarbeiten muss. Als Römer in siebter Generation begann sein fußballerischer Werdegang bei Fortitudo Luditor und Smit Trastevere. Von dort aus zog es ihn im Jahre 1986 zu Lodigiani. Totti war damals nicht einmal zehn Jahre alt und doch sagte er selbst, über seinen damaligen Trainer Emedio Neroni: „Er war nie zufrieden. Ich erzielte Tore und er sagte mir: Du hast schlecht gespielt. Ich dachte darüber nach, zu gehen. Aber ich lernte zu leiden.“

Sein Durchhalten sollte sich bezahlt machen. Er schaffte den Sprung zur Roma und wurde schnell als eines der größten Talente seit Jahren gehandelt. Doch es gab auch Schwierigkeiten für den Italiener. Im Sommer 1996 musste der damalige Trainer Carlo Mazzone seine Trainerstelle räumen. Der Mann der Totti wie einen Sohn behandelte, wurde von Carlos Bianchi ersetzt, der Totti am liebsten abgegeben hätte.

„Er verlässt uns nicht“

Totti sagte der France Football im Jahr 2013: „Er bestand darauf, dass ich gehe. Trotz der hohen Erwartungen an mich hielt er mich für einen durchschnittlichen Spieler. Ich akzeptierte die Situation ruhig und wäre beinahe zu Sampdoria gewechselt. Aber dann gab es ein Vorbereitungsturnier in Rom, bei dem wir gegen Borussia Mönchengladbach und Ajax antraten. Bei Ajax spielte Jari Litmanen. Ihn wollte Bianchi, koste es, was es wolle, nach Rom holen. Für ihn war Litmanen das Nonplusultra, der beste Ballverteiler. Aber ich spielte gut bei dem Turnier und erzielte in beiden Spielen jeweils ein Tor. Präsident Sensi sagte: Er verlässt uns nicht.“

Totti blieb, Bianchi ging bereits nach sechs Monaten. Der folgende Trainer Zdenek Zeman machte Totti mit gerade mal 22 Jahren zum jüngsten Kapitän der Serie-A Geschichte. Im Jahr 2001 führte er die Roma dann zum dritten Scudetto der Vereinsgeschichte, der einzigen Meisterschaft die Totti in seiner Karriere bisher gewinnen konnte. Doch er blieb der Roma treu, auch wenn er die Chance auf mehr Titel bei anderen Vereinen hatte, schloss er einen Wechsel immer aus.

„Ich habe nie über Geld nachgedacht“

Totti ist eine Seltenheit des Sports. Eine Person für die Leidenschaft mehr zählt als Titel und Geld. „Ich habe nie viel über Geld nachgedacht. Sonst wäre ich mit 26 gewechselt, als mich Real Madrid und Barcelona wollten“, verriet Totti 2012 Sky Sport Italia.

Und mit Totti war unter Luciano Spalletti auch die erste „Falsche Neun“ geboren. Ein Spielstil der im modernen Fußball nicht mehr wegzudenken ist. In sogenannten besten Fußballeralter, sagte der damalige Nationaltrainer Marcello Lippi im Vorfeld der WM 2006, bedeutende Worte über den damals verletzten Römer. „Ihn nehme ich auch mit nur einem gesunden Bein mit.“ Und diese Entscheidung erwies sich als richtig. Totti nahm eine wichtige Rolle bei dem Triumph der Italiener in Deutschland ein.

Auch Leicester-Coach Claudio Ranieri schwärmt nur so von dem Italiener. „Er hätte mehrfach den Ballon d’Or gewonnen, hätte er die Roma verlassen und wäre zu Barcelona oder Manchester United gewechselt.“ Doch für Totti standen andere Dinge im Vordergrund. Er wollte die Menschen in Rom glücklich machen.

Der Traum schien zu bröckeln

Im vergangenem Jahr stand Totti dann doch fast vor dem Aus bei den Römern. Totti hatte mehrfach Zoff mit dem Trainer Spalletti und kam meist nur noch als Joker zum Einsatz. Totti war frustriert und hätte durchaus in seinen späten Jahren noch einen Kontrakt bei einem anderen Verein unterschreiben können. Doch es kam anders, Totti verlängerte seinen Vertrag.

Auf der Webseite ließ Totti verlauten: „Ich wollte diesen Vertrag unbedingt. Er bedeutet für mich die Erfüllung meines Traums. Ich wollte immer meine Karriere beenden und nur dieses eine Shirt getragen haben.“ Und so soll es wohl auch kommen, denn wie er einst sagte: „Ich wurde als Römer geboren und ich werde als Römer sterben. Ich werde diese Mannschaft und diese Stadt nicht verlassen.“


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Datum: 27. September 2016
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