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Fußball

Frauen-WM: Blitz-Tor reicht nicht für weitere drei Punkte

Frauennationalmannschaft

(Hannover) Im zweiten Spiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft reichte es nur für ein Unentschieden gegen Norwegen. Zwar erzielte Anja Mittag bereits in der sechsten Minute die 1:0-Führung, doch die immer stärker werdenden Norwegerinnen erzielten verdient noch den Ausgleich.

Veröffentlicht am 14. Juni 2015 von

Im Gegensatz zum 10:0 Sieg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft am vergangenen Sonntag wechselte Trainerin Silvia Neid nur einmal in der Startformation. Marozsan läuft von Beginn an auf und Leupolz muss angeschlagen draußen bleiben. Doch auch die Norwegerinnen gehen nach einem 4:0 Sieg gegen Thailand Selbstbewusst in die Partie. Besonders Norwegens Trainer Even Pellerud zeigt sich vor Anpfiff siegessicher: „Unsere Spielweise hat sich seitdem verändert. Wir sind immer noch physisch stark und gut organisiert. Wir sind aber auch viel ruhiger am Ball.“ Vergleiche zieht Pellerud zum verlorenen EM-Finale 2013, als die Deutschen mit 1:0 gegen Norwegen gewannen.

Starke erste Hälfte der deutschen Frauen

Die erste Hälfte der Partie dominierten die Spielerinnen rund um Silvia Neid deutlich. Bereits in der sechsten Spielminute brachte Anja Mittag die Deutschen in Führung. Vorrausgegangen war ein Schuss von Marozsan aus 20 Metern, den die schwedische Torwärtin Hjelmseth nur nach vorne abwehren konnte. Mittag stand am richtigen Platz und versenkte den Ball im Tor. Auch in den anschließenden Minuten war die deutsche Nationalmannschaft das deutlich stärke und aggressivere Team. In der 10.Minute dann die nächste Chance für Deutschland: Nach einer Flanke von rechts kam Popp im Strafraum zum Kopfball. Der Ball flatterte aber einige Meter am Tor vorbei. Im weiteren Verlauf versuchten es die deutschen Spielerinnen meist nur mit Distanzschüssen. Die Norwegerinnen kamen in der Anfangsviertelstunde gar nicht in die Partie. Die Deutschen stehen gut und greifen früh in das Aufbauspiel der norwegischen Spielerinnen ein. In der 26. Minute die erste größere Chance für die Spielerinnen aus Skandinavien. Ein Konter eingeleitet von Hegerberg, die den Ball passsicher in die Mitte spielte, doch Krahn konnte in letzter Minute mit ausgestrecktem Bein den Ball ins Seitenaus klären. Dann in der 29. Spielminute ein Freistoß auf der anderen Seite: Goeßling zirkelte den Freistoß von der rechten Seite in den Sechzehner. Popp konnte sich freikämpfen und steigt zum Kopfball hoch, das Leder verpasste nur um Millimeter den linken Torpfosten. Auch weiterhin kamen die Norwegerinnen kaum in die Partie und konnten den Ball nie lange in den eigenen Reihen behaupten. In der 43. Minute dann noch einmal ein Aufbäumen der norwegischen Nationalspielerinnen vor der Halbzeitpause. Herloven konnte sich auf der linken Außenbahn gegen Maier behaupten und kam zum Abschluss. Angerer riss in letzter Sekunde die Arme hoch und konnte so zur Ecke klären. Auch der Eckball wurde den Deutschen noch einmal gefährlich. Angerer konnte das Leder im letzten Moment an die Latte lenken.

Die Trend-Wende in der zweiten Halbzeit

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft dominierte die erste Hälfte deutlich. Zu Beginn der zweiten Hälfte wechselt Pellerud das erste Mal aus. Gulbrandsen kam für Tofte Ims in die Partie. Die Norwegerinnen starteten deutlich aggressiver in den zweiten Durchgang. Zwar bekamen die Deutschen in der 53. Spielminute einen Strafstoß an der Strafraumgrenze, doch Marozsan setzten den Ball meterweit über das Tor. Nur fünf Minuten später holte Bartusiak Herlovsen an der Strafraumgrenze von den Beinen. Die Schiedsrichterin pfiff Freistoß. Mjelde tritt zum Freistoß an und zirkelte den Ball über die Mauer direkt in die linke obere Torecke. Der Ausgleich der Norwegerinnen war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Nur knapp drei Minuten später der nächste Aufreger im Strafraum der Skandinavier. Lauderer konnte das Leder scharf von rechts in den Strafraum flanken, wurde aber von Hjelmseth sicher abgefangen. Derweil lief die Partie deutlich ausgeglichener als die erste Hälfte. Die deutschen Spielerinnen hatten immer mehr Probleme im Spielaufbau und kamen seltener zu ihrem Spiel. Silvia Neid wechselte in der 66. Minute das erste Mal aus. Lotzen kam für Laudehr ins Spiel. Nur vier Minuten später ging auch Popp vom Spielfeld und machte Platz für Däbritz. Die deutschen Spielerinnen gingen zwar nach dem Ausgleich wieder mehr in die Zweikämpfe, konnten sich aber weiterhin keine klaren Torchancen mehr herausspielen. In der 76. Spielminute dann die erste weitere Annäherung der Deutschen an das Tor der Norwegerinnen. Lotzen flankte aus dem rechten Halbfeld, aber auch diese Hereingabe fiel wieder in den Armen der norwegischen Torhüterin. Die nächste Flanke von Lotzen in der 79. Minute landete im Toraus. Im Anschluss wechselt Silvia Neid zum letzten Mal aus: Die Torschützin zum 1:0, Anja Mittag, verließ den Rasen, für sie kam Pauline Bremer. Bis zur 85. Spielminute hing sich die Partie fast nur noch im Mittelfeld auf. In der 87. Minute verlor Marozsan noch einmal den Ball in der gegnerischen Hälfte, Gulbrandsen konnte aber noch mit einem Foul gestoppt werden. Lotzen versuchte es drei Minuten vor Schluss erneut mit einem Distanzschuss, der aber knapp am rechten Pfosten vorbei ging. Bereits in der Nachspielzeit wechselte Norwegen das letzte Mal und Bosshard Haavi kommt für Herlovsen. Damit verbunden war auch der Schlusspunkt der Partie. Norwegen und Deutschland trennen sich mit einem verdienten 1:1.

Als nächstes wartet auf die deutschen Nationalspielerinnen am Montag nun Thailand als letztes Spiel in der Gruppenphase. Ob die Deutschen als erst- oder zweitplatzierter die Gruppe verlassen bleibt nach dem heutigen Unentschieden abzuwarten. Die Norwegerinnen treffen im direkten Vergleich auf die Elfenbeinküsste.


Schlagworte: Anja Mittag, DFB-Frauen, Frauen-Nationalmannschaft, Frauen-WM, Kanada, Silvia Neid, WM-Frauen

Artikelinformationen


Datum: 14. Juni 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: JEWEL SAMAD / AFP
Autor: Isabel Fröbius
Korrektur: Katharina Freise


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