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Fritz-Walter-Medaille – 11 Jahre Talentauszeichnung

(Hannover) Die Verleihung der Fritz-Walter Medaille jährte sich 2015 zum elften Mal. Der Neu-Leverkusener Jonathan Tah erhielt die Auszeichnung bei den U19-Spielern. Das ambitionierte Talent von Borussia Dortmund Felix Passlack siegte unter den U17-Jungs. Der Renner.eu stellt euch einige Ausnahmetalente des DFB vor, die heute gestandene Profis sind. Aber auch einstige Spieler, denen eine große Karriere prognostiziert wurde, welche aber nie den großen Schritt gehen konnten.

Veröffentlicht am 05. August 2015 von

Im Jahr 2005 führte der Deutsche Fußball-Bund mit der Fritz-Walter-Medaille eine Auszeichnung ein, die die besten deutschen Nachwuchsspieler ehren soll. In den Altersgruppen U19, U18 und U17 sowie den Unterscheidungen Gold, Silber und Bronze wird der Preis verliehen. Betrachtet man die Sieger der vergangenen elf Jahre, so ist zu erkennen, dass sich unter ihnen zahlreiche gestandene Profis der Bundesliga oder internationaler Ligen befinden. Auch acht Nationalspieler, die 2014 in Rio de Janeiro den Weltmeistertitel einfahren konnten, zählen zu den Preisträgern.

Sergej Evljuskin: Der mittlerweile 27-jährige Sergej Evljuskin war der erste Gewinner der Goldmedaille in der U17-Kategorie 2005. Seine Karriere begann der in der damaligen Sowjetunion geborene Mittelfeldspieler beim VfL Wolfsburg, bei dem er sämtliche Jugendmannschaften durchlief. Auch in der Nationalmannschaft agierte Evljuskin lange Zeit und war sogar Teil des U19-Kaders neben Spielern wie Mesut Özil oder Jerome Boateng bei der Europameisterschaft in Österreich 2007. Doch anders als die beiden Weltmeister konnte sich Sergej Evljuskin nicht langfristig durchsetzen und kam deshalb bei den Wölfen nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. 2010 zog es ihn dann weiter nördlich zu Hansa Rostock. Seit 2014 spielt er für den KSV Hessen Kassel in der Regionalliga Südwest.

Florian Müller: Genau wie Evljuskin war Florian Müller der erste Sieger der Goldmedaille in seiner Altersklasse. 2005 sicherte er sich den Titel unter den U19-Talenten. Der in Eisenhüttenstadt geborene Mittelfeldspieler startete seine Laufbahn beim 1. FC Union Berlin, für den er erstmals 2001 auflief. Der heute 28 Jahre alte Müller feierte mit der B-Jugend der Unioner 2003 den Aufstieg in die Regionalliga Nordost, woraufhin ihn der damalige Trainer der ersten Mannschaft Frank Wormuth zu seinem Profidebüt verhalf. Durch seine überzeugenden Leistungen wurde auch U19-Nationalmannschaftstrainer Uli Stielike auf ihn aufmerksam und nominierte ihn für die Europameisterschaft 2005. Daraufhin verschlug es ihn zum Rekordmeister nach München, bei dem er aber hauptsächlich nur in der zweiten Mannschaft spielen durfte. Nach weiteren Stationen in Magdeburg und Aachen beendete er 2013 seine Karriere aufgrund schwerer Verletzungen (Kreuzbandriss und Knorpelschaden).

Peniel Mlapa: Im Jahr 2010 sicherte sich Peniel Mlapa die Fritz-Walter Goldmedaille der U19-Spieler. Dem deutsch-togolesischen Fußballer wurde eine außergewöhnliche Karriere prognostiziert, die auch Stationen in der ersten Fußballbundesliga beinhaltete. Er startete seine Karriere beim TSV 1860 München, wo er bis zur U-19 alle Jugendmannschaften durchlief. 2009 feierte der 24-Jährige sein Profidebüt gegen Alemannia Aachen. Daraufhin wechselte er 2010 in die Bundesliga zur TSG 1899 Hoffenheim, für die er in 54 Spielen fünf Tore erzielen konnte. 2012 ging es für den Stürmer zum Ligakonkurrenten nach Gladbach. Bei der Borussia konnte sich Mlapa aber nie richtig durchsetzen und wurde häufig zur U23 degradiert, weshalb man ihn in der Saison 2014/15 zum 1. FC Nürnberg in die zweite Liga auslieh. Die ihm 2010 verliehene Medaille wusste Peniel Mlapa nicht mehr zu repräsentieren, seine Leistungen in den letzten Jahren zeigten sein einstiges Talent nur noch äußerst selten.

Mario Götze: Ganz anders als die drei bisher vorgestellten Spieler lässt sich die Karriere von Mario Götze beschreiben. Der gebürtige Memminger ist spätestens seit seinem Siegtor im WM-Finale 2014 weltweit bekannt und ein absoluter Ausnahmespieler. 2009 und 2010 holte er sich die Goldmedaille in den Altersklassen U17 und U18. Er startete seine Laufbahn bei Borussia Dortmund, wo er von 2001 bis 2009 in den Jugendmannschaften aktiv war. Sein erstes Bundesligaspiel bestritt der heute 23-Jährige schon im Alter von 17 Jahren am 13. Spieltag der Saison 2009/10 gegen den FSV Mainz 05, als er in der 88. Minute für Jakub Blaszczykowski eingewechselt wurde. Dies war der Anpfiff für seine steil aufwärts gehende Karriere. Götze mauserte sich zum Stammspieler des BVB und konnte zahlreiche Erfolge in der jüngeren Vereinsgeschichte feiern (2x Deutscher Meister, Pokalsieger, Champions League-Finalist). Seine positiven Leistungen blieben bei den konkurrierenden Vereinen natürlich nicht verborgen, weshalb sich Mario Götze 2013 für einen Wechsel zum FC Bayern München entschied. Auch in den Junioren-Nationalmannschaften ist der Offensiv-Allrounder eine feste Größe gewesen und konnte durch seine Leistungen überzeugen. 2010 nominierte ihn Nationaltrainer Joachim Löw erstmals für die A-Nationalmannschaft und seither ist er Bestandteil des Teams. Der Höhepunkt in seiner noch jungen Karriere ist sein bereits angesprochener Siegtreffer im Finale der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, durch den Deutschland sich den Titel sicherte.

Toni Kroos: 2008 ergatterte Toni Kroos die Fritz-Walter Goldmedaille in der U18-Altersklasse. Heute ist er der Spielmacher im Starensemble von Real Madrid, eine Karriere, die wohl nicht hätte besser laufen können. Der gebürtige Greifswalder spielte von 2002-2006 in der Jugend von Hansa Rostock, ehe die Münchner Bayern den damals 16-Jährigen im Sommer 2006 unter Vertrag nahmen. Seinen ersten Profieinsatz konnte er schon im darauffolgenden Jahr feiern, als er 2007 am 7. Spieltag gegen Energie Cottbus den Brasilianer Ze Roberto ersetzte. Um weitere Spielpraxis zu sammeln, wurde Kroos in der Winterpause der Saison 2008/2009 an Bayer Leverkusen ausgeliehen. Zur neuen Saison avancierte der heute 24 Jahre alte Kroos zum Stammspieler sowie unangefochtenen Leistungsträger. Deshalb holten die Bayern ihren Schützling auch zur Spielzeit 2010/2011 zurück nach München. 2012/2013 konnte er als feste Größe im Mittelfeld des Rekordmeisters das „Triple“ feiern. Auch die darauffolgende Saison sollte erfolgreich verlaufen, Kroos holte mit dem FCB das Double. Sein Talent blieb auch international nicht verborgen, weshalb er nach gescheiterten Vertragsverhandlungen mit den Bayern sein Arbeitspapier nicht verlängerte und sich Real Madrid anschloss. Der spanische Rekordmeister ließ sich die Dienste des Mittelfeldspielers rund 30 Millionen Euro kosten. In der U17 wurde Kroos erstmals für die deutsche Nationalmannschaft berücksichtigt und zählt seit 2010 zum Kreis der A-Nationalmannschaft. Auch er konnte 2014 den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere feiern, den Weltmeistertitel in Brasilien.


Schlagworte: Bundesliga, Fritz-Walter-Medaille, Jonathan Tah, Mario Götze, Talentauszeichnung, Toni Kroos

Artikelinformationen


Datum: 05. August 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Jannik Vieth
Korrektur: Marvin Sonnemann


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