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Sportlerportrait

Gesa Felicitas Krause – Europas beste Hindernisläuferin

getty Images, Gesa Felicitas Krause

In Europa kann sie zurzeit niemand schlagen. Und auch der deutsche Rekord wackelt bereits. Nur noch ein paar Zehntel fehlen ihr bis dahin. Bei Olympia will sie nun erneut angreifen und die Zeit endlich unterbieten.

Veröffentlicht am 20. Juli 2016 von

Gesa Felicitas Krause wird den 26. August 2015 wohl nie mehr vergessen. An diesem Tag lief sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften völlig überraschend zu Bronze. Zuvor konnte noch nie eine deutsche Athletin WM-Edelmetall über 3.000m Hindernis holen. Seit diesem Erfolg sind die Erwartungen anderer und auch die eigenen stark gestiegen.

Diese Sensationsmedaille von Peking war die Bestätigung dafür, dass Krause für sich die richtige Disziplin gewählt hatte. Sie hätte sich nämlich auch für die reinen Laufstrecken über 1.500m oder 800m entscheiden können, da sie auch hier gute Zeiten vorweisen konnte. Jedoch rechnete sie sich über die Hindernisstrecke national sowie international größere Chancen aus. Die Grundsteine für ihre Karriere legte Krause, die am 3. August 1992 im mittelhessischen Ehringhausen geboren wurde, im Sportinternat der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt. Ihr Trainer ist Wolfgang Heinig, Ehemann und ehemaliger Trainer der früheren Marathonläuferin Katrin Dörre-Heinig.

U20-Europarekord bei ihrer WM-Premiere

Vor fünf Jahren konnte die junge Leichtathletin, die für die LG Eintracht Frankfurt startet, erstmals auf sich aufmerksam machen. Im Juli 2011 wurde sie U20-Europameisterin in Tallinn. Beim Diamond-League-Meeting in London verbesserte sie zudem den deutschen Jugend- und Juniorenrekord auf 9:35,97 Minuten. Mit dieser Zeit qualifizierte sie sich auch noch für die WM in Daegu, Südkorea. Hier schaffte sie es erneut ihre Bestzeit zu unterbieten. Als neunte im Finale lief sie eine Zeit von 9:32,74 Minuten – U20-Europarekord! Damit hatte sie gezeigt, welch großes Talent sie war und dass in der Zukunft auf jeden Fall mit ihr zu rechnen sei.

Erneute Steigerung ihrer Bestzeit

Schon im darauffolgenden Jahr bewies Krause, dass sie mit den besten Europas mithalten kann. Bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki kam sie zunächst auf Rang vier, rückte jedoch nachträglich auf den dritten Platz vor, nachdem die Ukrainerin Swetlana Schmidt des Dopings überführt worden war. Auch bei den Olympischen Spielen in London stellte sie ihre Konkurrenzfähigkeit unter Beweis. Mit Rang acht und einer neuen persönlichen Bestzeit von 9:23,52 Minuten stellte Krause zudem einen neuen U23-Europarekord auf.

Leistungssport oder Studium?

Neben dem Sport begann Krause im Oktober 2012 ein Studium im Bereich Marketing und Event-Management. Sie musste jedoch feststellen, dass sich dieses nicht mit Leistungssport kombinieren ließ. „Ich musste vor allem lernen, Prioritäten zu setzen“, sagte sie gegenüber „leichtathletik.de“ und entschied sich für den Weg als Spitzensportlerin. Daher absolvierte sie eine Grundausbildung zur Sportsoldatin und richtete den Fokus vor allem auf ihr Training. Mit Erfolg! Bei den U23-Europameisterschaften 2013 in Tampere düpierte sie die Konkurrenz, als sie mit elf Sekunden Vorsprung zu Gold lief. Zudem wurde sie neunte bei der WM in Moskau und ein Jahr später fünfte bei der EM in Zürich. Bei dieser sah man Krause allerdings deutliche Probleme auf den letzten beiden Runden an. Daher war sie auch selbst nicht besonders zufrieden, denn sie wusste, dass sie bessere Resultate erzielen kann.

Sensations-Bronze in Peking

Das Jahr 2015 sollte das bis dahin erfolgreichste Jahr in ihrer Karriere werden. Zunächst lief sie im Juni beim Diamond-League-Meeting in Monaco zu einer neuen persönlichen Bestzeit. Die damals gelaufenen 9:20,15 Minuten bedeuteten zudem die zweitschnellste Zeit, die eine DLV-Athletin je über 3.000m Hindernis erzielt hatte. Außerdem sicherte sie sich bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg ihren ersten nationalen Titel. Der Höhepunkt des Jahres sollte aber erst bei den Weltmeisterschaften in Peking kommen. Niemand hatte, vor dem damaligen Rennen, eine Medaille von Krause erwartet. Doch als sie dann die letzte Hürde nahm, lag sie sogar in Führung, ehe sie auf der Zielgerade noch von der Kenianerin Jephemoi und der Tunesierin Ghribi überholt wurde. Am Ende fehlten lediglich vierzehn Hundertstel zu Gold und nur eine zu Silber. Krause verbesserte ihre persönliche Bestzeit in Peking auf 9:19,25 Minuten.

Ungefährdet zu EM-Gold

Bei der diesjährigen EM in Amsterdam galt Krause, die vor allem auf Höhentraining in Kenia setzt, als Favoritin auf den Sieg. Daher war es auch nicht überraschend, dass die 23-jährige völlig souverän mit zehn Sekunden Vorsprung zu Gold lief. Mit einer Zeit von 9:18,85 Minuten verpasste sie den deutschen Rekord nur hauchdünn. Diesen hält Antje Möldner-Schmidt mit 9:18,54 Minuten. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Krause diese Zeit unterbieten wird. Den nächsten Versuch wird sie bei den Olympischen Spielen unternehmen. Da die Konkurrenten außerhalb Europas dieses Jahr sehr gute Leistungen abriefen, wäre es vermessen, eine Medaille von Krause zu erwarten. Allerdings hatte Krause schon bei der WM vor einem Jahr alle überrascht. Vielleicht gelingt ihr das auch ein weiteres Mal.


Schlagworte: Gesa Felicitas Krause, Hindernislauf, Leichtathletik, Leichtathletik-EM, Olympia 2016

Artikelinformationen


Datum: 20. Juli 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Lisa Brautmeier


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