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Goldregen für deutsche Buschreiter

Quelle: Getty images

(Hannover.) Nun ist es soweit für die Vielseitigkeitsreiter. Das Ziel: Gold- zum dritten Mal.

Veröffentlicht am 14. September 2015 von

Nicht einmal ein Monat ist es her- und dann geht es gleich weiter. Mitte August wurden in Deutschland die Europameisterschaften in vier Disziplinen des Reitsports ausgetragen und zwar in der Aachener Soers. Dressur, Springen, Voltigieren und Reining standen auf dem Programm. Der Medaillenspiegel: drei Mal Gold, neun Mal Silber, drei Mal Bronze.

In Schottland geht es um den Titelverteidigung der deutschen Vielseitigkeitsreiter. Gold sollte es werden. Vom zehnten bis zum dreizehnten September zog es die besten Buschreiter in die urwüchsige Natur des schottischen Nationalparks Cairngorms.

Der Traum in Blair Castle

Es ist ein magisches Fleckchen Erde. Das Tal, umgeben von sanften Hügeln, gleicht einem Amphitheater der Natur. Und hier hin, in die Postkartenidylle werden sie eingeladen, die Buschreiter- auch die deutschen. Und, vielleicht angesteckt von diesem Landschaftstraum. Vielleicht auch siegessicher. Vielleicht auch beides, schrieb das deutsche Quartett Geschichte. Zum dritten Mal in Serie heißt es Einzelgold und Mannschaftsgold geht an: Deutschland. An Ingrid Klimke, an Sandra Auffarth, an Dirk Schrader und natürlich an das Ausnahmetalent Micheal Jung.

Mit einer Champagner-Party haben die deutschen Vielseitigkeitsreiter ihre erfolgreiche Europameisterschaft gefeiert. „Wir haben wirklich ein tolles Team“, schwärmte Bundestrainer Hans Melzer am Sonntagabend mit zwei Champagner-Flaschen unter dem Arm. Seit 2011 regnete es Gold für die deutsche Equipe. Nicht nur die Mannschaft rund um Weltmeisterin Sandra Auffarth, Vizeeuropameisterin Ingrid Klimke und mit Dirk Schrader. Dieses Team gewann olympisches Gold, weltmeisterliches und nun eben dreimal in Folge Gold bei der Europameisterschaft.

Favoritenrolle im Gepäck

„Die Briten werden sicher kein Ponyrennen veranstalten. Aber wir wollen unsere Titel verteidigen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer vor dem EM-Start am Donnerstag mit der Dressur. Gesagt, getan. Uns so musste die Queen sowohl der deutschen Equipe, zum verlorenen Gold der Briten, gratulieren; Als auch Michael Jung zum dritten EM- Einzelgold in Folge. Fox-Pitt, einer der größten und erfolgreichen britischen Vielseitigkeitsreiter hatte vor zwei Jahren gesagt: „Die Deutschen können nicht immer gewinnen.“ 2014 und auch jetzt, 2015, beweisen sie ihm das Gegenteil. Denn auch in den schottischen Highlands mussten Fox-Pitt und Kollegen sich mit Platz zwei begnügen, hinter den Deutschen.

Die Briten zeigten sich „not amused“, dass sie die Krone im Buschreiten, ihrer einstigen Paradedisziplin, abgeben mussten und sich der englische Traum vom Triumph im träumerischen Blair Castle ausgeträumt hat. Und ein Ende der Serie ist nicht in Sicht, so dominant wie das Team der Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle im Heimatland dieser Pferdesport-Disziplin auftraten.

Auffarth zunächst vorn

Doppel-Olympiasieger Michael Jung startete mit Takinou, nicht mit seinem Erfolgspferd Sam. Und er erreichte das, was ihm nicht viele zugetraut hätten: Doppelgold mit Takinou. Takinou ist ein gerade mal achtjähriger Wallach und somit das jüngste Pferd im Starterfeld. Spätestens nach diesem Triumph ist das Pferd für jeden die neue Nachwuchshoffnung.

Jung selbst bezeichnete seinen Erfolg als „unglaublich“ und gab zu: „Im Parcours war es dieses Mal Nervenzittern.“ Doch der 33- Jährige verwies die Sandra Auffarth mit Abstand auf Platz zwei.

Diesmal konnte die Niedersächsin aus Ganderkesee, einer kleinen Gemeinde bei Oldenburg, Jung nicht schlagen; wie noch letztes Jahr in Caen. Nach der Dressur hatte Auffarth zunächst die Führung übernehmen können, doch Sonntag rutschte sie auf den Silberrang. Allerdings hatte das Paar auch im Parcours mit dem Regen zu kämpfen und musste sogar eine mehrminütige Pause einlegen, aufgrund von Reparaturarbeiten an den Hindernissen. Es sei aber „kein Problem“ gewesen, sagte die Doppel-Weltmeisterin. Somit bestätigte die 28- Jährige mit ihrem französischen Wallach, den sie liebevoll „Wolle“ nennt, einmal mehr ihre starke Form. Neben Jung zählt sie zu den großen Medaillenfavoriten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im kommenden Jahr.

„Besser geht es nicht“- Oder?

Ingrid Klimke hatte sich im Vorfeld vielleicht mehr erhofft, denn nach dem Turnier in der Soers lag sie vorn. In Aachen führte sie die Spitze an, vor Jung und Auffarth. In Hale Bob fand sie ein neues Toppferd und sammelte dieses Jahr die meisten Punkte, um die Classics- Serie zu gewinnen. Als Teammitglied holte sie bereits zahlreiche Goldmedaillen, doch ihr Einzelerfolg steht noch aus. Und auch jetzt noch, nach Blair Castle. Obwohl Hale Bob, ein Oldenburger Wallach, den alle Bobby nennen, in „der Form seines Lebens“, sei, so Bundestrainer Melzer. Das Problem war der Untergrund. „Der Boden war unglaublich tief“, berichtete auch Klimke: „Das war wie mit Saugnäpfen unter den Füßen. Das hat Zeit gekostet.“ So sei es unmöglich für die spät gestarteten Auffarth und Klimke, die Richtzeit einzuhalten. Für Ingrid Klimke heißt es weiter auf einen Einzeltriumph hoffen und warten. Doch vielleicht ergibt sich in Rio, 2016, schon die nächste Chance. Für die deutsche Equipe ist sie zumindest unverzichtbar.

Und was sagen die Bundestrainer? Vor der EM hieß es noch: „Wir wollen mal schön mit den Beinen auf dem Boden bleiben“, warnt Melzer vorsorglich. „Zuviel Selbstbewusstsein und Euphorie haben wir schon bitter bezahlen müssen.“ Doch auch dieses Mal setzen die Deutschen ihre Siegesserie fort. Nach dem dritten EM-Gold in Folge, Einzelgold und Einzelsilber können dir Korken knallen. „Mit so einem Ergebnis zu gewinnen, das ist unglaublich“, sagte der Coach: „Alle sind null im Springen ohne Fehler geblieben, besser geht es nicht.“

 


Schlagworte: Blair Castle, Buschreiten, Deutschland, Doppel- Gold, Einzeleuropameister, EM 2015, Gold, Ingrid Klimke, Miachel Jung, sandra Auffarth, schottland

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Datum: 14. September 2015
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