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Grizzlys Wolfsburg: Neues Zeitalter ist angebrochen

Daniar Dshunussow (#30 - Torwart - Grizzly Adams Wolfsburg)   Foto: City-Press GbRFotografenkennung: CP-12

(Hannover) Eishockey und Wolfsburg – zwei unzertrennliche Begriffe. Die Mannschaft um Trainer Pavel Gross gehört seit Jahren zu den Top-Teams der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Doch es lief nicht so gut für die Wölfe. Neues Logo und neuer Mannschaftsname soll einen Aufbruch in neue, bessere Zeiten symbolisieren.

Veröffentlicht am 20. September 2015 von

Der ehemalige EHC Wolfsburg legt seinen alten Namen (EHC Grizzly Adams Wolfsburg) ab und nennt sich seit der Saison 2015/2016 „Grizzlys Wolfsburg“. Gleichzeitig wurde von der Marketingabteilung auch ein komplett neues Logo entwickelt. Diese Maßnahmen sollen die Attraktivität, sowie den Identifikationsgrad erhöhen. Der Club aus Niedersachsen hat es nicht leicht, denn er steht ständig im Schatten des Bundesliga-Vizemeisters VFL Wolfsburg.

Trotz der sportlichen Kontinuität, in den letzten zwei Jahre haben die Grizzlis es bis in das Playoff-Halbfinale geschafft, weisen die Wolfsburger die schlechteste Zuschaueranzahl nach. Gerade mal 2500 Besucher. Besonders merkwürdig ist diese Zahl angesichts dieses Fakts: Rein statistisch sind die Grizzlys die beste Mannschaft der letzten zehn Jahre in der DEL. In der aktuellen, noch jungen Saison, peilt der Club aus Norden einem Minimalziel entgegen: Das Erreichen der Playoffs. Dies bestätigte auch der routinierte Flügelstürmer Sebastian Furchner im NDR-Interview: „Das Ziel muss zunächst immer die Play-Off-Teilnahme sein. Danach ist alles möglich. Wir sind schon als Zehnter ins Halbfinale gekommen, aber auch als Erster früh ausgeschieden“.
Das angestrebte Ziel ist mehr als nur realistisch und wird bewusst so formuliert, um minimale Erwartungen erfüllen zu können. Doch irgendwo im Inneren, lebt in jedem der Hauptakteure (Trainer, Manager und den Spielern) die Hoffnung Grizzlys Wolfsburg eines Tages zur ersten Deutschen Eishockeymeisterschaft führen zu dürfen.

Manager – und das Trainergespann

Sportliche Kontinuität spricht für die durchweg hochqualifizierte Arbeit im Hintergrund. Damit sind in erster Linie der Manager und der Trainerstab des Teams gemeint.
Auf der einen Seite ist dafür der gebürtige Peitiger, Karl-Heinz Fliegauf, genannt „Charley“, verantwortlich. Der 55-jährige ehemalige Eishockeyspieler ist seit 2007 als Manager bei dem Nordclub tätig. Mit seinem Feingespür stellt er sein Können für gute Transfers Jahr für Jahr erneut unter Beweis. Seit seiner ersten Saison 2007/2008 fand  die kontinuierliche Etablierung des Clubs in der DEL statt: Er brachte den Schwung in den Club und verzeichnet schnell Erfolge – von Platz 13 bis auf Platz Eins in die Saison 2010/2011 (Reguläre Spielzeit). Gleichzeitig verabschiedete sich die Mannschaft langsam aber sicher auch vom Außenseiterstatus in der K.O-Runde.
Natürlich darf auch die andere Seite nicht außer Acht gelassen werden. Seit 2010 steht das Trainergespann Pavel Gross und Mike Pelegrims bei Gryzzlys Wolfsburg unter Vertrag, der aktuell 2016 ausläuft. Gross vermittelt seiner Mannschaft nicht nur Teamgeist, Laufbereitschaft, gute Defensive und schnelles Umschaltspiel, sondern sorgt auch dafür, dass die Neuzugänge und vor allem junge Spieler sich zu Leistungsträgern entwickeln. Damit das alles gelingt, gehört Co-Trainer Mike Pelegrims mit ins Trainerboot, der mit seinen vielen neuen Ideen und Spielanalysen der Gegner ein wichtiger Beitrag für die gesamte Entwicklung des Teams beisteuert.

Neuanfang mit neuen Spielern

Insgesamt acht neue Profis werden versuchen sich zu Publikumslieblingen herauszuspielen. Das sind die Zugänge von Grizzlys in Saison 2015/2016: André Reiss, Patrick Seifert – beide Augsburger Panthers, Jimmy Sharrow (Eisbären Berlin), Lubor Dibelka (SC Riesersee), Fabio Pfohl (Fuchse Duisburg), Tim Walace (Brynas IF/Schweden), Daniel Widing (Skelleftea AIK/Schweden).
Mit den Spielern wie Dibelka, US-Stürmer Sharrow, ehemaliger schwedischer Nationalspieler Daniel Widing und dem deutschen Meister André Reiss (2010 mit Hannover Scorpions) wurden Spieler gekauft, die sowohl Erfahrung, als auch Zuverlässigkeit auf verschiedene Positionen mit sich bringen. Die Youngstars Pfohl und Seifert können sich glücklich schätzen ein Teil solch einer Mannschaft zu werden. Ihnen stehen alle notwendigen Möglichkeiten offen (erfahrene Mitspieler, sehr gutes Trainergespann), um einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung zu machen.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist das A und O – das Fundament der bevorstehenden Saison.  Die Bilanz der Wolfsburger in der Sommerpause kann sich sehen lassen: Sechs Siege in acht Spielen und dazu noch ein Turniererfolg und zwar der Sieg des „Müller´s Fanshop-Cup´s“ in Dresden. Die Niedersachsen gewannen ihre beiden Partien jeweils mit 4:3: Im Auftaktspiel wurde der aktuelle tschechische Meister HC Litvinov nach Penaltyschießen bezwungen. Anschließend, im rein deutschen Finale, setzte sich das Team rund um Gross gegen die Eisbären Berlin durch. In den beiden Partien zeigten die Grizzlys ihre Moralstärke. Sie gewannen das letzte Drittel und konnten so die Spiele zu ihren Gunsten drehen.

Sechs-Punkte-Start

Der Start in die neue Saison 2015/2016 ist den Wolfsburgern mehr als nur gelungen. Nach zwei Spieltagen ist die Mannschaft um Trainer Gross Tabellenzweiter. Nach dem gelungen Heimstart – 2:0 gegen DEG Düsseldorf folgte dann eine weitere sehr überzeugende Vorstellung bei Schwenniger Wild Wings und ein 3:2 Sieg. In diesen beiden Auftaktbegegnungen haben besonders zwei der neuen Zugänge überzeugt: Rechtsflügelspieler Daniel Wilding hat nicht nur getroffen, sondern harmonierte gut in der ersten Reihe mit Tyler Haskins und Sebsatian Furchner. Der Youngstar Mittelstürmer Pfohl verdrängte den sehr erfahrenen DEL-Spieler Sergei Stas auf die Tribüne.
Neuer Name, neues Logo und eine gute Vorbereitung läuten eine neue Ära ein. Die Zugänge, die teilweise bereits eingeschlagen haben, werden sich noch weiter integrieren. Das alles spricht für die neuen Grizzlys und macht Freude und Hoffnung auf die frisch gestartete DEL-Saison. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch die Fans ihre Mannschaft mehr unterstützen werden. Eine Mannschaft, die so eine gute Leistung in ihren Spielen auf dem Eis bringt, international erfahrene Spielern in ihrer Reihen hat, offensiven und vor allem schnellen Eishockey spielt, hat es nicht verdient zu Hause vor halbleeren Rängen zu spielen (erste Heimspiel gegen Düsseldorf besuchten nur 2760 Zuschauern, bei der gesamten Kapazität von 4500 Plätzen).


Schlagworte: "Charley";, Eisbären Berlin, Grizzlys Wolfsburg; Gross;, Wolfsburger;

Artikelinformationen


Datum: 20. September 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Petr Kasper
Korrektur: Katharina Freise / Svenja Ebeling


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