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Halbfinale bei der Copa América: Die Bundesliga ist dabei

Quelle: Getty Images, 
Foto Rodrigo Arangua / AFP

Die südamerikanische Kontinentalmeisterschaft Copa América geht in ihre heiße Phase und obwohl die meisten Bundesligisten noch in der Sommerpause sind, wird das Geschehen in Chile auch im deutschen Oberhaus mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Neben möglichen Neuzugängen für die kommende Spielzeit nehmen die Klubs auch ihre etablierten Spieler genau unter die Lupe, denn noch immer kämpfen viele von ihnen um den Titel.

Veröffentlicht am 30. Juni 2015 von

(Hannover) Gleich neun deutsche Legionäre haben den Sprung in die Vorschlussrunde der Copa América geschafft und sind nun nur noch einen Sieg vom Endspiel im „Estadio Nacional de Chile“ entfernt. Nachdem gestern mit Argentinien, Peru und Chile bereits drei von vier Halbfinalisten festgestanden hatten, zog Paraguay in der Nacht sensationell nach und besiegte die hochgehandelten Brasilianer mit 4:3 im Elfmeterschießen. Augsburgs Rául Bobadilla präsentierte sich dabei nervenstark und verwandelte seinen Elfmeter sicher zum zwischenzeitlichen 3:2. Der Augsburger war in der 74. Minute für Nelson Valdez von Eintracht Frankfurt eingewechselt worden und kam somit bisher, genauso wie Valdez, in allen Partien seines Landes zum Einsatz. Der Frankfurter hat immerhin auch schon einen Turniertreffer vorzuweisen. Im Auftaktspiel gegen Argentinien leitete Valdez mit seinem Treffer zum 1:2 die Aufholjagd der „La Albirroja“ ein, die Lucas Barrios in der 90. Minute mit dem Ausgleich krönte.

Auch in München und Liverpool dürften die Verantwortlichen bei dieser Partie genau hingesehen haben, schließlich standen auf Seiten der Brasilianer mit Roberto Firmino und Douglas Costa ihre potenziellen neuen Stars auf dem Platz. Firmino, der kürzlich für 41 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim an die Anfield Road wechselte, galt eigentlich als Hoffnungsträger der Selecao, enttäuschte diesmal aber auf ganzer Linie und wurde nach nur 69 Minuten durch Diego Tardelli ersetzt. Noch schlimmer erwischte es den seit Tagen als Bayern Neuzugang gehandelten Douglas Costa. Der Mittelfeldspieler wurde erst nach einer Stunde eingewechselt und wurde nach 120 Minuten zur tragischen Figur. In Uli Hoeneß Gedächtnismanier nagelte er seinen Elfmeter in den Nachthimmel von Concepion und ebnete Paraguay somit den Weg ins Halbfinale. Dort treffen Bobadilla und Valdez nun auf Argentinien um Superstar Lionel Messi. Die persönliche Bilanz Firminos fällt aber trotz des vorzeitigen Ausscheidens positiv aus. Der ehemalige Hoffenheimer stand in drei von vier Begegnungen in der Startelf und schoss Brasilien mit seinem Tor gegen Venezuela überhaupt erst ins Viertelfinale. Firmino kann also als Stammspieler der brasilianischen Nationalmannschaft seine neue Aufgabe in Liverpool angehen.

Chile gegen Peru mit sieben Bundesligaspielern

Das zweite Halbfinale bestreitet das favorisierte Chile gegen Peru. „La Roja“ hat mit Miiko Albornoz (Hannover 96), Gonzalo Jara (Mainz 05) und Marcelo Diaz (Hamburger SV) drei Bundesligaspieler in den eigenen Reihen, für die die Copa bisher höchst unterschiedlich verlief. Während Diaz bei alle Begegnugen der Chilenen auf dem Platz stand, patzte Albornoz bei seinem einzigen Einsatz in der Viererkette schwer und wartet seitdem auf eine zweite Chance. Für den Skandal des Turniers sorgte allerdings  Jara, der nach einer Auseinandersetzung mit Uruguays Starstürmer Edinson Cavani für drei Spiele gesperrt wurde. Der Mainzer hatte Cavani ans Hinterteil gefasst und war danach, nach einer leichten Berührung des Angreifers, zu Boden gegangen. Cavani hatte daraufhin die Gelb-Rote Karte gesehen.

Deutlich positiver fällt die Bilanz der Bundesligaspieler auf Seiten Perus aus. Zwar ist Abwehrchef Carlos Zambrano ( Eintracht Frankfurt) der einzige deutsche Legionär der alle vier Spiele absolviert hat, doch auch ein Angriffstrio der „La Rojiblanca“ spielte im bisherigen Turnierverlauf eine gute Rolle. Bayerns Claudio Pizarro erzielte den 1:0 Siegtreffer gegen Venezuela und sicherte seiner Mannschaft so den Sprung ins Viertelfinale. Ebenso wie Pizarro lief auch Jefferson Farfan (Schalke 04) drei Mal für seine Mannschaft auf, blieb jedoch ohne Torerfolg. Sogar Yordy Reyna, der seine Brötchen beim Zweitligisten RB Leipzig verdient, durfte in drei von vier Partien mitwirken.

Das Resümee:

Die Gesamtbilanz der Bundesligaspieler bei der diesjährigen Copa América fällt daher positiv aus, auch wenn Einzelschicksale wie der Skandal um Gonzalo Jara oder die haarsträubenden Fehler von Miiko Albornoz das Bild trüben. Unter dem Strich haben aber neun von elf gestarteten Profis, die in Deutschland ihr Geld verdienen, mit ihren Teams das Halbfinale erreicht. Lediglich Roberto Firmino (Brasilien) und der Jamaikaner Daniel Gordon (Karlsruher SC) mussten vorzeitig die Segel streichen. Da in der Begegnung Chile gegen Peru mehrere deutsche Legionäre direkt aufeinandertreffen, wird auch das Finale auf jeden Fall mit Bundesligabeteiligung stattfinden. Vielleicht kommt es ja dort sogar erneut zu eine direkten Bundesligaduell, falls Paraguay der Coup gegen Argentinien gelingen sollte.


Schlagworte: Bundesliga, Copa America, Fußball

Artikelinformationen


Datum: 30. Juni 2015
Veröffentlicht von:
Korrektur: Katharina Freise


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