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Hamilton dominiert im stolzen Italien

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Heimrennen für Ferrari, die Tifosi im Rücken. Den Mannen aus Maranello muss im Qualifying ein großer Schritt gelingen, will man die Fans nicht verprellen. Mercedes stellt am bisherigen Rennwochenende jedoch das Nonplusultra dar. Red Bull scheint vorerst abgehängt und wird sogar von den zuletzt schwachen Williams gestellt. Der Kampf um die Pole dürfte dennoch nur ein Zweikampf der Silberpfeile werden.

Veröffentlicht am 03. September 2016 von

Hannover. Mercedes dominiert nach belieben – selbst den eigentlich schwächeren Reifen im Qualifying machen sie zum Rennvorteil. Hamilton überstrahlt aber alles. Ferrari muss machtlos mit ansehen wie Mercedes ihnen beim Heim-Grand-Prix um die Ohren fährt. Für ein kleines Highlight sorgt der Deutsche Pascal Wehrlein im HRT. Enttäuschung bei Massa im starken Williams: Nach Rücktrittsäußerung kann er kein positives Statement mehr setzen.

Schnelle Zeiten bedürfen auch starke Motoren

Das Wochenende hat bisher schon gezeigt, dass Teams mit stärkeren Aggregaten  auf der schnellen Strecke in Monza über große Vorteile verfügen. Teams bei denen die Aerodynamik den Faustpfand darstellen, haben es im Prinzenpark zu Monza traditionell schwer. So verwundert der Ausgang des ersten Abschnitts der Qualifikation nicht sonderlich. Renault, in Person von Magnussen und Palmer, muss sich mit den schlechtesten gezeichneten Runden seiner Fahrer demnach zufrieden geben. Der Motor, nicht auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt und eine nicht ausgefeilte Chassiskonstruktion lassen an diesem Wochenende nicht mehr zu. Kleinere Fehler trugen ihr Übriges zum Abschneiden bei. Auch bei Sauber muss man sich Gedanken machen, wie das Ergebnis im Rennen korrigiert werden kann. Ericsson und Nasr sowie Kvyat im Toro Rosso geben kein gutes Bild ab. Der junge Russe musste sogar hinter einem deutlich schwächerem Auto wie dem HRT von Pascal Wehrlein zurückstecken, während sich sein Teamkollege am Ende souverän für das Q2 qualifizierte. Es wird immer schwerer für den ehemaligen Red Bull Piloten, sein Cockpit in der Formel 1 zu halten. Ein Streichen des Cockpits fällt den Offiziellen bei derartigen Ergebnissen um einiges leichter. Ergänzt wird das ausscheidende Feld vom Franzosen Esteban Ocon im zweiten HRT, der sich in seiner Einführungsrunde verbremst hat und den Wagen danach wegschieben und abschalten musste.

Soft oder Supersoft für den Start

Im zweiten Qualifyingabschnitt werden die Startreifen für das morgige Rennen bestimmt. Taktische Spielereien sind also erlaubt, doch ein Scheitern im Q2 kommt für die Topteams nicht in Frage. Außer Mercedes, die das Wochenende über mit den härteren gelben Reifen bestimmt haben, fahren alle Teams auf rot. Eine Einschränkung für das Rennen, zerfallen diese doch deutlich schneller als die härtere Mischung. In den letzten Jahren wurde in Monza immer wieder eine Ein-Stopp-Strategie gewählt, durch die Wahl der roten Reifen dürfte dies kaum zu bewältigen sein. Trotz der für die übrigen Teams weicheren Slicks kam keine Zeit annähernd an die der Silberpfeile heran. Ausgeschieden nach der Knockoutphase sind dann wenig überraschend die Fahrer derer Teams die auch sonst mit schnelleren Tracks nicht zurecht kommen. Carlos Sainz, dessen Kollege noch überraschend in Q1 gescheitert war, wird nur 16. Hinzu gesellen sich Button und Alonso im McLaren, Grosjean im Haas, Pascal Wehrlein und überraschenderweise auch Felipe Massa im Williams. Nach seiner Ankündigung mit dem Formelsport aufzuhören, folgt also ein weiterer Rückschlag für seine Fans. Der Williams lag bis dato gut auf der Strecke und war in den freien Trainings auf Augenhöhe mit den Red Bulls.

Mercedes lässt aufheulen und die Konkurrenz erstarrt

In der heißen Phase der Qualifikation lässt Mercedes nichts, aber auch gar nichts anbrennen. Den ersten schnellen Runden, auf roten Reifen, kann die Konkurrenz schon nicht folgen, was Hamilton dann zum Schluss in den Asphalt brennt kommt einer Demütigung der stolzen Italiener gleich. Ferrari kann nur Schadensbegrenzung betreiben und sich auf die Plätze drei und vier retten. Die Tifosi machten gute Miene zum bösen Spiel und feierten den Auftritt ihres Teams trotz allem. Vettel und Räikkönen müssen resignierend feststellen dass auch auf ihrem Heimtrack kein Gras gegen Mercedes gewachsen ist. Die weiteren Plätze belegen ein starker Bottas auf dem fünften Rang, noch vor den beiden Red Bull auf sechs und sieben. Danach folgen aufgereiht Perez und Hülkenberg im Force India und Gutierrez im Haas. Der offensichtliche Sieger des Qualifying, nicht nur aufgrund der Poleposition, ist Lewis Hamilton. Selbst als schon feststand, dass er Startplatz eins inne hat, fuhr er seine Runde stark zu Ende und distanzierte so den eigenen Kollegen nochmals. Ein Ausrufezeichen und Fingerzeig an die Konkurrenz, dass egal was passiert, er immer noch einen draufsetzen kann und auch wird.

Vorläufiges Qualifyingergebnis (ohne Strafen):

1. Lewis Hamilton; 2. Nico Rosberg; 3. Sebastian Vettel; 4. Kimi Räikkönen; 5. Valtteri Bottas; 6. Daniel Ricciardo; 7. Max Verstappen; 8. Sergio Perez; 9. Nico Hülkenberg; 10. Esteban Gutierrez

11. Felipe Massa; 12. Roman Grosjean; 13. Fernando Alonso; 14. Pascal Wehrlein; 15. Jenson Button; 16. Carlos Sainz

17. Daniil Kvyat; 18. Felipe Nasr; 19. Marcus Ericsson; 20. Jolyon Palmer; 21. Kevin Magnussen; 22. Esteban Ocon


Schlagworte: Ferrari, Italien Grand Prix 2016, Lewis Hamilton, Mercedes, Monza, Qualifying, Sebastian Vettel, Tifosi

Artikelinformationen


Datum: 03. September 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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