Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Fußball

Hannover 96: Ein Lebenszeichen namens Kiyotake

Generated by  IJG JPEG Library

(Hannover) Hannover 96 entführt dank einer engagierten Leistung als erste Mannschaft in dieser Saison einen Punkt aus der Volkswagen-Arena. Es ist ein kleines Lebenszeichen des krisengeschüttelten Tabellenletzten und doch gibt es Grund zur Hoffnung.

Veröffentlicht am 28. September 2015 von

Fünf Niederlagen in Folge hatten die 96er im Gepäck, als sie im dritten Spiel der englischen Woche zum Niedersachsenderby antraten. Trotzdem vertraute Trainer Michael Frontzeck beinahe der gleichen Elf wie bei der 1:3 Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart, lediglich Schmiedebach ersetzte den verletzten Sakai. Die Gerüchte um ein vermeintliches Entscheidungsspiel um seinen Job hatte der Coach unter der Woche beharrlich abgewiesen. Der VfL Wolfsburg dagegen war als Tabellenvierter deutlich besser in die neue Spielzeit gestartet, hatte aber unter der Woche mit dem 1:5 in München eine echte Abreibung zu verdauen. Dieter Hecking richtete seine Mannschaft diesmal einen Tick offensiver aus, brachte Schürrle für Mittelfeldabräumer Luiz Gustavo.

Hannover startet stark, Wolfsburg trifft

Die Hausherren starteten mit viel Ballbesitz, konnten gegen gut organisierte Hannoveraner aber nur selten Lücken reißen. Es dauerte bis zur 16. Minute, ehe der VfL die erste Möglichkeit herausspielen konnte, Kruses Volley parierte Zieler aber souverän. Die erste Großchance der Partie hatten dann jedoch die bis dahin offensiv völlig harmlosen Gäste aus Hannover. Nach schneller Umschaltbewegung spielte Spielmacher Kiyotake Sobiech frei, der scheinbar frei auf „Wölfe“-Schlussmann Benaglio zulief, den Ball aber zuerst verstolperte und dann am heraus geeilten Schweizer scheiterte (26.). In der Folge gestaltete sich die Partie nach dem immer gleichen Muster, Wolfsburg lies ideenlos den Ball laufen, 96 hielt gut dagegen und verteidigte geschickt. Dass die „Roten“ trotzdessen mit einem Rückstand in die Pause gehen mussten, lag wie schon so oft in dieser Saison an einer ganzen Reihe individueller Fehler. Rodriguez hatte genug Zeit, um mit seinem Diagonalpass Caligiuiri zu finden. Dieser wurde auf der rechten Seite ebenfalls nicht angegriffen und flankte exakt auf den Kopf von Dost, der den Ball zwischen Schulz und Marcelo einköpfte (40.). Danach war Pause.

Kiyotake traumhaft, Wolfsburg ungenau

Die zweiten 45 Minuten begannen personell unverändert, die in rot gekleideten Hannoveraner investierten allerdings nun deutlich mehr in die Offensive. Nachdem Kiyotakes erster Versuch noch geblockt worden war (53.), verwertete der Japaner seine nächste Möglichkeit zum verdienten Ausgleich: Nach butterweicher Flanke von Schmiedebach nahm Hannovers „Nummer 10“ den Ball mit der Brust herunter und drosch ihn im Fallen, technisch anspruchsvoll, zum 1:1 unter die Latte (57.). Dass dies gleichzeitig auch der Endstand sein sollte, lag neben der Ungenauigkeit der Wolfsburger vor allem an 96-Keeper Zieler. Der Nationaltorhüter parierte erst einen Flachschuss von Außenverteidiger Rodriguez (66.) und rettete kurz danach aus kürzester Distanz in Weltklassemanier gegen Caligiuri (68.). Als auch der eingewechselte Arnold (79.) und Rodriguez (82.) Zieler nicht überwinden konnten, war es erneut das Wolfsburger Eigengewächs Arnold, der den Sieg auf dem Fuß hatte. Sein Abschluss rauschte aber rechts vorbei (92.).

So blieb es beim Unentschieden, das den Gästen aus der Niedersächsischen Landeshauptstadt wohl deutlich besser schmecken dürfte als den erfolgsverwöhnten Wolfsburgern. Die 96er senden ein kleines Lebenszeichen im Kampf um den Klassenerhalt und auch Trainer Michael Frontzeck darf seinen Job vorerst behalten. „Ich kann nicht verhehlen, dass ich mich für uns alle in Hannover sehr freue“, gab Frotzeck nach der Partie zu. „Die Woche war schwierig und kompliziert. Die Mannschaft hat endlich 93 Minuten gut gegen den Ball gearbeitet. Unterm Strich war das eine ansprechende Leistung.“

Für Hannover steht kommende Woche bereits das nächste Derby an, am Samstag geht es um 15.30 Uhr in der HDI-Arena gegen Werder Bremen. Zur gleichen Zeit muss Wolfsburg zu den unter Interimstrainer Schubert wiedererstarkten Gladbachern. Bereits am kommenden Mittwoch treffen Dost, Rodriguez und Co. in der Champions League auf Manchester United.


Schlagworte: Abstiegskampf, Hannover 96, Kiyotake, Michael Frontzeck, VfL Wolfsburg

Artikelinformationen


Datum: 28. September 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: Getty Images
Autor: Marvin Hanke
Korrektur: Marvin Sonnemann


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi