Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Reitsport

Helen Langehanenberg will zurück auf die internationale Bühne

Ein Interview mit dem Goldmädchen Helen Langehanenberg. Steht RIO 2016 auf ihrem Programm?

Veröffentlicht am 28. August 2015 von

(Hannover.) Helen Langehanenberg und Damon Hill, eine Goldgeschichte. Dieses Traumpaar sammelte die glänzenden Medaillen. 2012 und 2013 wird sie deutsche Meisterin. 2013 holt sie Gold im Weltcupfinale, 2014 Silber. Und spätestens seit ihrem Doppel-Silbererfolg und Mannschaftsgold 2014 bei den Weltmeisterschaften kennt sie jeder, den Donnerhall- Sohn und die sympathische Münsterländerin.

Sie ist Mannschaftsweltmeisterin. Die damalige Dressurequipe (2014), bestehend aus Isabell Werth, Kristina Sprehe und Fabienne Lütkemeyer, die für Matthias Alexander Rath berufen wurde, übertraf alle Erwartungen. Und nun?

Bei der Heim-EM (2015) in Aachen verfehlte die deutsche Mannschaft sowohl Gold, als auch Silber. Kristina Bröring- Sprehe holte immerhin Einzel- Silber. „Ich freue mich sehr für Krissi. Den Rest habe ich nicht gesehen“, so Langehanenberg. Zu Totilas oder zu Edward Gal, will sie nichts sagen, ebenso wenig wie zum verlorenen Gold. Sie will wie viele andere schweigen. Schweigen über die EM- Skandale. Dass keiner den lahmenden Totilas abgeklingelt hat. Dass keiner die Verletzung vorher gesehen haben will. Dass es immer noch keine Anzeige gibt. Und auch Edward Gall, der sein hypernervöses Pferd bis zum Blut geritten hat, schweigt sie.

Wie werden die Dressurreiter sich in Rio 2016 schlagen und vor allem wer?

Matthias- Alexander Rath hat Totilas verabschiedet. Und auch Helen hatte bisher kein Spitzenpferd im Stall, doch sie arbeitet daran. Aufgrund von Differenzen mit der Familie Becks, die stolzen Besitzer des 15-jährigen Hengstes, verabschiedete sich Helen Langehanenberg von dem geliebten „Dami“. Dieser wird nun von der 17- jährigen Tochter Jil- Marielle Becks geritten.

Noch kein Grand-Prix Pferd

Die 33-Jährige musste dem Grand Prix und der internationalen Bühne den Rücken kehren- zunächst. „RIO 2015, erstmal will ich es ruhig angehen lassen“, betont die Mannschaftsweltmeisterin. Im November erwartet sie ihr erstes Kind. Trotzdem wird sie angreifen. Die Babypause solle, soweit es geht, kurz gehalten werden. Sie will zurück in den Sattel. Und dann…? „Soll es möglichst so weiter gehen wie vorher.“

Mit Diamigo OLD, einem Dimaggio- Sohn, hat sie ein tolles Pferd im Stall. „Er ist erst neun Jahre alt, macht sich aber sehr gut.“ Bisher ist er Intermediare II und Sankt Georg gestartet, mit Erfolg. Außerdem sei er sehr willig und habe viel Kraft. Auch der westfälische Landestrainer Michael Settertobulte betont: „Der kann was, davon bin ich überzeugt.“ Und vor allem „Will er es zeigen“, so Langehanenberg. In Balve, bei den deutschen Meisterschaften 2015 präsentierte Helen noch ein anderes ihrer vielversprechenden Nachwuchspferde und verabschiedete sich zugleich in die Babypause.

Mit Damon’s Divence, einer Tochter von Damon Hill siegte sie mit 71,316 % im St. Georg Special und qualifizierte sich zum Nürnberger Burg-Pokal. „Die Stute ist toll“, schwärmte Helen. Klar ist: Sie will zurück und angreifen, „aber alles zu seiner Zeit ohne die Pferde zu überfordern.“

„Pferde sind mein Leben“

Doch auch jetzt, während der Babypause verbringt Helen Langehanenberg ihre Zeit im Stall. Am vergangenen Wochenende war sie beim Reitverein Hövelhof zu Gast. Acht Stunden gab sie den Teilnehmern des Dressurlehrgangs Unterricht. 20 Reiter des Vereins durften von der erfolgreichen Dressurreiterin lernen. Dabei gab es viel Lob, nicht nur seitens der Teilnehmer. Sondern auch die Lehrerin freute sich: „Der Lehrgang hat mir viel Spaß gemacht. Hier waren gute Reiter und Pferde zu sehen. Insgesamt sehr interessante Paare.“ Die Nachfrage und das Interesse war sehr groß. Über Lautsprecher wurden die Tipps und Anweisung von Langehanenberg übertragen und so konnte auch das interessierte Publikum direkt den Unterricht verfolgen. „Enorm, welchen Unterschied man merkt. Ich bin begeistert, meine Stute lief zum Schluss deutlich besser“, resümierte Christina Storck nach ihrer Lehrgangsstunde. Über solch ein Lob freut sich selbst eine Meisterin: „Jeder hat mal klein angefangen. Ich freue mich, wenn ich helfen kann.“

„Wichtig ist, dass die Reiter wissen woran sie langfristig arbeiten sollen und, was sie tagtäglich verbessern müssen. Helen hat viel Erfahrung und ist eine tolle Lehrerin. Sie sitzt eben mit auf dem Pferd“, erklärt der Reitlehrer Michael Settertobulte. Die meisten Teilnehmer reiten auch regelmäßig bei ihm Unterricht. „Ich freue mich, dass Helen kommen konnte. Der Unterricht ist wirklich hilfreich und zum Glück stimmen unsere Meinungen über ein“, gibt der Trainer lachend zu.

Schöne Dressurkunst

Helen Langehanenberg gibt getreu, nach dem Motto: „Den Pferden erklären ihren Körper so einzusetzen, dass ihnen jede Lektion leicht fällt“, auch Unterricht davon konnten sich die Reiter aus Hövelhof und alle Interessierten selbst überzeugen. Die 33- Jährige gibt den Rat: „Erarbeite es dir ehrlich, dann ist es nachhaltig. Die Versammlung erreichst du nicht, wenn du am Zügel zerrst.“ Mit dieser Einstellung steht Langehanenberg für pferdegerechtes Dressurreiten und ist ein großes Vorbild für viele Nachwuchsreiter.


Schlagworte: Ausbildung, Damon Hill, Dimagio, Dresssur, EM 2015, Helen Langehanenberg, Langehanenberg, Nachwuchsreiter, schwanger, Vorbild

Artikelinformationen


Datum: 28. August 2015
Veröffentlicht von:


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi