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„Hier in Aachen schlägt das Herz des Pferdesports“

CHIO Aachen

(Hannover) Es war ein Duell der Weltklasse. Er wollte nur Eins: einen guten Job machen. Was dabei heraus kam? 330. 000€ Siegesgeld und eine Prämie von 500. 000€. Mit seinem spektakulären Ritt am Sonntagnachmittag sicherte sich Scott Brash mit seinem Pferd Hello Sanctos die goldene Schleife, einen Pokal, 830.00€ Preisgeld und schrieb Geschichte.

Veröffentlicht am 02. Juni 2015 von

In Aachen reitet die Weltspitze

Aachen ist nicht irgendein Turnier. Aachen ist etwas Besonderes. Am vergangenen Wochenende gingen die Weltreiterspiele in Aachen zu Ende. Es waren drei Tage. Drei statt sechs, denn dieses Jahr sollte es anders werden. Das Resümee? Im Großen und Ganzen war es dann doch wie immer. Toller Sport, große Gefühle und unglaubliche Leistungen von Pferd und Reiter prägten das Turnier. Das schien auch im Vorfeld klar zu sein, zumindest für den Turnierdirektor Frank Kemperman: „Ich musste mehr Leuten absagen als ich angenommen habe“. Zu der Eröffnungsfeier waren prominente Gäste wie Angela Merkel, Thomas Müller geladen. Und auch Felix Magath staunte nicht schlecht, was Pferde so können. Aachen ist schließlich auch die Bühne für die Besten. Auch Bundeskanzlerin Merkel stellt fest: „Hier in Aachen schlägt das Herz des Pferdesports“. Und das Beste? Im August treffen sich hier, in Aachen, die besten Reiter alle Nationen wieder.

In nur 10 Wochen werden dort die FEI Europameisterschaften ausgetragen. Aus diesem Grund fand 2015 auch nur die kleine Version der Weltreiterspiele statt. „Zwei so große Veranstaltungen in einem Jahr sind zu viel“, erklärte Vermarktungs-Chef Michael Mronz. Das Kürzel CHIO durfte ebenfalls nicht verwendet werden. Trotzdem sattelten auch in diesem Jahr alle Topreiter auf.

Spannung bis zum letzten Sprung

Den wichtigsten Springpreis am Sonntag sicherte sich der Schotte Scott Brash. Bis zum Schluss blieb es spannend. Die 40.000 Zuschauer in der Aachener Soers hielten den Atem an. Erst nach dem letzten Galloppsprung war es entschieden. Deusser wurde von derNummer 1 geschlagen.

Aachen als Vorgeschmack

Daniel Deusser, aktuell Weltranglistenplatz zwei, legte ordentlich vor. Als erster Reiter durchquerte er mit seinem Schimmel Cornet d’Amour den schwierigen Parcours fehlerfrei. Der Jubel war groß, besonders bei Bundestrainer Otto Becker. Denn Aachen ist für Reiter und Pferde ein wichtiger Test für die Europameisterschaften, die in knapp 10 Wochen starten. Bundestrainer Otto Becker analysierte die deutsche Springelite daher ganz genau. Von den acht deutschen A-Kaderreitern zogen fünf in den zweiten Umlauf und drei ins Stechen ein.  Auch der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum stellte sein Können unter Bewesis, doch auch ihm gelang es nicht Deussers Zeit zu schlagen. Dies schaffte erst der Mann, der die Spitze der Weltrangliste anführt. Somit verpasste Deusser seinen 29. Heimsieg (seit 1927). Die Enttäuschung war auch beim Bundestrainer zu spüren. „Ich bin sehr zufrieden, dass ist hier ein absolutes Weltklassefeld. Aber natürlich hätte ich mir einen deutschen Sieg gewünscht“. 33 Hundertstel können im Springsport eben zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Der Deutsche zeigte sich trotzdem stolz und gratulierte seinem größten Konkurrenten zu dem knappen Sieg. „Ich bin dennoch sehr zufrieden. Platz zwei in Aachen ist klasse. Ich gönne Scott nun auch den Jackpot“.

Schotte schreibt Geschichte

Ein Jackpot ist das in der Tat. Bereits im September triumphierte der Schotte über seinen Sieg beim Rolex Grand Prix. Mit dem zweiten Sieg in Aachen schrieb er Geschichte. Sollte Scott im September auch noch in Spruce Meadows (Kanada) die goldene Schleife holen, so wartet ein Bonus in Höhe von einer Million Euro auf ihn und die Auszeichnung: erster Grand- Slam- Sieger im Springreiten zu sein. Bereits diese Siegesfolge ist Weltklasse. Doch Scott Brash ist kein Mann der großen Worte. Sein Statement: “ Ich hatte Glück, mein Pferd sprang super.“ 29- Jahre ist er und er kann das erreichen, was zuvor noch niemand schaffte: Drei Rolex- Grand- Prix- Siege in Folge.

Isabell Werth verpasst Dressur-Sieg

„Knapp daneben ist auch vorbei. So ist eben der Reitsport“, kommentierte die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth das Ergebnis. Sie verpasste damit den elften Triumph im großen Dressurpreis. Die 45-Jährige scheint trotzdem zufrieden zu sein: „Ich bin glücklich mit meinem Pferd und meinem Ritt. Es hat ja nicht viel gefehlt. Schade, dass Tinne heute besser war.“ Samstag hatte Isabell mit ihrem Pferd, von Don Johnson, den Grand Prix gewonnen, doch im Endergebnis lag die Schwedin Tinne Vilhemson Silfven vorn. Eine ähnliche Situation wie bei dem Springreiter Deuser; auch Isabell Werth wurde am Sonntag noch von dem letzten Starter überholt. Bundestrainerin Monica Theodorescu war trotzdem sehr zufrieden mit der Leistung von Werth und betonte, sie wolle mit Freude auf den August blicken. Der dritte Platz ging an den 20-jährigen Studenten Sven Rothenberger. Er präsentierte sich zum ersten Mal in der Aachener Soers und gilt mit seinem Pferd Favourit als große deutsche Hoffnung in der Dressur.

 Warten auf Totilas

Das einstige Wunderpferd Totilas wird laut Theororescu bei den Europameisterschaften im August an den Start gehen. Matthias Rath bereite ihn zur Zeit vor und hoffe, dass er spätestens beim CDIO in Hagen, Mitte Juli im Viereck ihn reiten könne. Die Bundestrainerin erklärte: „Ich habe ihn vor zwei Tagen zuletzt gesehen. Er macht einen guten Eindruck, ist aber noch nicht bei hundert Prozent“. Ob Matthias Rath mit dem millionenschweren Hengst bereits bei den deutschen Meisterschaften am 13./14. Juni im sauerländischen Balve an den Start gehen wird, ist noch nicht klar. „Wir wollen kein Risiko eingehen. Wenn es noch zu früh sein sollte, dann nicht“, so die Bundestrainerin. Fest steht jedoch: „Einmal muss er sich vor Aachen noch präsentieren, sonst geht es nicht“, sagte die 52-Jährige.


Schlagworte: Aachen 2015, CHIO, Juni, Rolex Grand Prix, Scott Brash, Totilas

Artikelinformationen


Datum: 02. Juni 2015
Veröffentlicht von:
Korrektur: Louis Lambert


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